Virtuelle Ausstellung präsentiert Expedition deutscher Naturforscher in Brasilien

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Die Ausstellung ist bis Juni für die Öffentlichkeit zugänglich (Fotos: Jardim Botânico do Rio de Janeiro)
Datum: 09. Januar 2022
Uhrzeit: 15:15 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das Abenteuer der deutschen Naturforscher Carl Friedrich Philipp von Martius (1794-1868) und Johann Baptist Ritter von Spix (1871-1826) ist das Thema der virtuellen Ausstellung „Spix e Martius, uma viagem pelo Brasil, 1817 – 1820“. Sie steht dem Publikum des Botanischen Gartens von Rio de Janeiro (JBRJ) bis zum kommenden Juni zur Verfügung. Die Ausstellung kann über das Internet besucht werden und ist Teil der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Gründung der Nationalen Schule für tropische Botanik des Botanischen Gartens von Rio de Janeiro (ENBT/JBRJ). Die interessierte Öffentlichkeit kann die wissenschaftliche Expedition der beiden Naturforscher verfolgen, die über 10.000 Kilometer auf dem Landweg und auf Flüssen von Rio de Janeiro bis zum Amazonasdschungel zurückgelegt haben. Auf dieser Reise sammelten sie Tausende von Pflanzen, Tieren und Artefakten und hielten in Texten und handgefertigten Illustrationen die Landschaften, die Flora, die Fauna und die Menschen fest, denen sie begegneten. Wie der „Jardim Botânico do Rio de Janeiro“ über seine Pressestelle mitteilte, ist die Ausstellung auf acht Säle verteilt, in denen die Geschichte der Expedition erzählt und kontextualisiert und in denen die wissenschaftliche Arbeit von Spix und Martius vorgestellt wird. Der Inhalt wurde von einem Team von Forschern aus fünf Institutionen unter der Leitung des Professors und botanischen Illustrators Paulo Ormindo von der „Universidade Federal Rural do Rio de Janeiro“ (UFRRJ) erstellt.

Die Ausstellung zeigt Videos in Form von kurzen Dokumentarfilmen und Bilder von seltenen Illustrationen von über 100 Pflanzen- und Tierarten, über 30 Landschaften brasilianischer Biome und vier indigenen Stämmen. Detaillierte Abbildungen von 59 Pflanzenarten und Fotos von über 50 Exsiccata (getrocknete Pflanzenproben), die Martius in Brasilien gesammelt hat, werden ebenso präsentiert wie Abbildungen von 48 Tierarten. Erwähnenswert sind auch die von den Naturforschern entdeckten Arten sowie die emblematischen Arten der Biome, die sie bereisten und einige, die heute vom Aussterben bedroht sind. Alle werden mit ihren volkstümlichen Namen, den damaligen wissenschaftlichen Namen und den aktualisierten wissenschaftlichen Namen gemäß der Flora von Brasilien und dem Taxonomischen Katalog der brasilianischen Fauna vorgestellt. Außerdem werden aktuelle Informationen über ihre geografische Verbreitung und eine Bewertung ihres Aussterberisikos gemäß dem Roten Buch der brasilianischen Flora und der globalen Liste der bewerteten Arten der „International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) gegeben.

Zugang

Der Besuch der Ausstellung kann über Computer und Mobiltelefon erfolgen, um auch denjenigen Zugang zu ermöglichen, die über keinen Breitbandanschluss verfügen. Die Sprachausgabe ist auf Portugiesisch, mit Untertiteln auf Englisch und Spanisch. Alle Inhalte stehen im PDF-Format zum Download bereit. Nach Ansicht der Organisatoren war die Möglichkeit des Zugangs auf verschiedenen Wegen eine der großen Herausforderungen für die Direktoren. Zur Erleichterung der Navigation bietet eine Seitenleiste in allen Räumen die Möglichkeit, die Sprache zu wechseln, PDFs herunterzuladen, auf die Bibliographie und interessante Links zuzugreifen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Der Kurator Paulo Ormindo hob insbesondere die Möglichkeiten der Nutzung der Inhalte hervor, die darauf abzielen, verschiedene Zielgruppen, Studenten, Lehrer und Forscher aus verschiedenen Orten des Landes und aus dem Ausland zusammenzubringen. „Verschiedene Arten von Quellen wie Bilder, Texte, Karten aus dem 19. Jahrhundert sowie Links zu Interviews und Institutionen werden eine differenzierte Nutzung der Ausstellungsnischen ermöglichen“. Die Ausstellung wird von der Vereinigung der Freunde des Botanischen Gartens (AAJB) unter der künstlerischen Leitung und Gestaltung der Künstlerin Mary Paz realisiert und von der Bahia Holding gesponsert. Eine gleichnamige Ausstellung fand 2017 im Umweltmuseum des Botanischen Gartens von Rio de Janeiro statt, um den 200. Jahrestag der Ankunft von Martius und Spix in Brasilien zu feiern.

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