Russen verschwinden von den Stränden Kubas

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Die missliche Lage bedeutet, dass Kuba sein Ziel von 2,5 Millionen Touristenankünften im Jahr 2022 nicht erreichen wird (Foto: Wilder Mendez/Wikipedia/Public Domain)
Datum: 11. März 2022
Uhrzeit: 12:42 Uhr
Ressorts: Kuba, Welt & Reisen
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Als diese Woche russische Touristen in Scharen Kuba verließen, weil ihr Urlaub durch den Krieg in der Ukraine unterbrochen wurde, war dies ein trauriger Tag für den Ferienort Varadero und ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Konflikt die schwache Wirtschaft des kommunistisch regierten Inselstaates erschüttern wird. Varadero, ein Finger aus weißem Sand, der sich in das blaue karibische Meer erstreckt, ist seit langem ein Magnet für Russen, die vor dem nördlichen Winter fliehen. Im Jahr 2021, als ein Großteil der Welt wegen der Coronavirus-Pandemie verharrte, stiegen die Ankünfte der Besucher aus Russland nach Angaben der Regierung auf 40 % der Gesamtankünfte auf Kuba.

Die Strände von Varadero, an denen es zu dieser Jahreszeit normalerweise von Touristen wimmelt, sind plötzlich ruhig. Die Russen waren in den letzten zwei Jahren der wichtigste Markt, die Zukunft für den Ferienort ist ungewiss. Mindestens 8.000 russische Urlauber suchten letzte Woche händeringend nach Flügen von Kuba nach Hause, nachdem viele westliche Länder aus Solidarität mit der Ukraine den Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt hatten. Die missliche Lage bedeutet, dass Kuba sein Ziel von 2,5 Millionen Touristenankünften im Jahr 2022 nicht erreichen wird. Die kommunistisch geführte Regierung der Insel hofft auf ein Wachstum von 4 % im Jahr 2022, das vor allem durch einen starken Anstieg des Tourismus angekurbelt wird. Es wurde erwartet, dass 2022 bis zu 20 % der ausländischen Touristen aus Russland kommen würden, aber die Gesamtzahl wird nun weit hinter diesem Ziel zurückbleiben.

Die strauchelnde Tourismusindustrie, die für Kuba eine wichtige Devisenquelle darstellt, hat dazu geführt, dass Kuba unter einem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Betriebsmitteln für die Landwirtschaft und die Industrie leidet. Der Tourismus hat bereits seit Jahren gelitten, nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump die Anlegestellen für Kreuzfahrtschiffe geschlossen und die Flüge auf die Insel eingeschränkt hatte.

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  1. 1
    Jochen Meyn

    Es gibt keinen Kommunismus auf Cuba. Es gibt auf der ganzen Erde kein kommunistisch geführtes Land. Das sind alles despotische Machterhaltungssystem mit kleptokratischer Bevölkerungsausbeutung.

    • 1.1
      C.H.Sievers

      Wahre Worte!
      Macht das Ganze aber deswegen weder besser noch schlechter.
      Und gäbe es tatsächlich auf der Erde ein kommunistisch geführtes Land, wäre es dann besser?
      Schwerlich vorstellbar!

  2. 2
    Tourista

    Eigentlich hätte man die, die sich nicht an die Maskenpflicht halten wollten und gefälschte Impfausweise und PCR Tests vorgelegt haben, schon längst heim schicken sollen. Dann wäre Varadero schon vorher leer gewesen.

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