Vom Aussterben bedrohte Riesenrochen leben in der Guanabara-Bucht

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Auch wenn man noch nicht da gewesen ist, so kennt vermutlich doch jeder den Anblick der weltberühmten Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro (Fotos: Tânia Rêgo-Agência Brasil/ Ricardo Gomes/Instituto mar urbano)
Datum: 21. März 2022
Uhrzeit: 13:46 Uhr
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Autor: Redaktion
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Auch wenn man noch nicht da gewesen ist, so kennt vermutlich doch jeder den Anblick der weltberühmten Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro. Im Zentrum der „Cidade Maravilhosa“ gibt es mehr Reichtum und Geheimnisse, als man auf den ersten Blick sieht. In den trüben, leblosen Gewässern der etwa dreihundertachtzig Quadratkilometer großen „Baia de Guanabana“ leben einige der spektakulärsten Fische der Welt. Es handelt sich um vom Aussterben bedrohte Riesenrochen, die wie Schmetterlinge schwimmen und eine Flügelspannweite von fast drei Metern haben. Sie leben dort in so großer Zahl, dass sie die Biologen, die sie entdeckten, überrascht haben. Der Meeresbiologe und Direktor des Instituto Mar Urbano (IMU), Ricardo Gomes, der seit drei Jahrzehnten in Guanabara taucht, hat in einer einzigen Nacht über hundert Tiere fotografiert und gefilmt. Neben den Schmetterlingsrochen (Gymnura altavela) versammeln sich in der Region auch Rochen anderer Arten. Bislang gibt es noch keine Erklärung für eine solche Konzentration in einem Gebiet, das durch jahrzehntelange Verschmutzung und Vernachlässigung so stark belastet ist.

„Das ist ein echtes Rätsel. Inmitten dieses trüben und schmutzigen Wassers gibt es uns Hoffnung, zu sehen, dass das Leben darauf besteht, auf spektakuläre Weise zu widerstehen“, freut sich Gomes. Ein paar Schritte von den Horden von Fußgängern und startenden und landenden Flugzeugen entfernt, fanden die Knorpelfische ein Meer der Ruhe. Ihre Tage könnten laut Biologen allerdings gezählt sein, wenn der Airport „Santos Dumont“ erweitert wird. Frühere Studien hatten bereits die Gefahr des Flughafenausbaus für Meeresschildkröten und Vögel aufgezeigt. Jetzt weisen Biologen wie Gomes darauf hin, dass der Schaden noch größer sein könnte. „Die Hochburg der Rochen und einer Reihe anderer wertvoller Fischarten wird zerstört, wenn die Landebahn Santos Dumont erweitert wird. Wir tauchen regelmäßig in den Gewässern und sind immer wieder erstaunt über das, was wir sehen, so Gomes, einer der Autoren des kürzlich erschienenen “Guia de Identificação Simplificado das Raias da Guanabara”. Der Leitfaden kann ab Dienstag (22.) kostenlos im Internet auf der Website des „IMU“ heruntergeladen werden. Im April wird das „IMU“ auch einen Film über das Rochenparadies in der Bucht veröffentlichen, der das Ergebnis einer von „OceanPact“ unterstützten Expedition ist.

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