Lateinamerika: Kaltes Bier bis vor die Haustür

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Die Umsätze auf den E-Commerce-Plattformen von "AB InBev", die von "Ze Delivery" dominiert werden, stiegen im Jahr 2021 um zweiundsechzig Prozent auf mehr als fünfhundert US Millionen US-Dollar weltweit (Foto: mercadoeconsumo)
Datum: 23. Mai 2022
Uhrzeit: 12:04 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie bescherten Lieferdiensten von Lebensmitteln Hochkonjunktur. Restaurants und Imbisse, die ihre Gäste nur eingeschränkt in ihrem Lokal bewirten durften, hatten ebenfalls auf Lieferung und Abholung ihrer zubereiteten Speisen umgestellt und verzeichneten ein reges Interesse an diesem Service. Mit den Covid-19-Schließungen, die die Lieferung von Fast Food bis hin zu Aspirin nach Hause zur Normalität werden ließen, erschlossen die Brauereien ein lukratives neues Verkaufsformat – die Lieferung von kaltem Bier auf Abruf an Verbraucher, die sich noch zu Hause mit Freunden treffen, selbst wenn die Bars wieder geöffnet haben.

Die weltgrößte Brauerei „Anheuser-Busch InBev“ verzeichnete laut einem Bericht von „Reuters“ während der Pandemie einen explosionsartigen Anstieg der Bestellungen bei ihrem Kaltbierservice „Ze Delivery“, der 2016 auf ihrem zweitgrößten Markt Brasilien eingeführt wurde, von 1,5 Millionen im Jahr 2019 auf 62 Millionen im vergangenen Jahr. In Mexiko hat der Konkurrent „Heineken“ im vergangenen Jahr den Lieferservice „GLUP“ eingeführt, der sich ebenfalls auf kühles Bier für den Direktvertrieb konzentriert. Lateinamerika hat sich als natürlicher Partner für dieses Format erwiesen, da die Verbraucher in der Regel nur über begrenzte Kühlkapazitäten verfügen und sich gerne zu Veranstaltungen wie Fußballspielen versammeln – ein besonderer Anreiz in diesem Jahr, da sich die Fans auf die Fußballweltmeisterschaft im November, das größte Sportereignis der Welt, vorbereiten.

Das Ende der Beschränkungen hat dem Wachstum des Segments keinen Abbruch getan. „Das Zuhause ist zum Unterhaltungszentrum geworden und es gibt keinen besseren Weg die Verbraucher zu erreichen, als den Direktvertrieb“, erklärte Euromonitor-Getränkeanalyst Spiros Malandrakis. Der E-Commerce ergänzt die Einkäufe in den Geschäften eher als er sie ersetzt und die Lieferung innerhalb von dreißig Minuten ermöglicht es, die Anzahl der Gelegenheiten für den Genuss von Bier zu erweitern, bevor die Leute daran denken, eine Flasche Wein zu öffnen oder Spirituosen zu mischen. Die Umsätze auf den E-Commerce-Plattformen von „AB InBev“, die von „Ze Delivery“ dominiert werden, stiegen im Jahr 2021 um zweiundsechzig Prozent auf mehr als fünfhundert US Millionen US-Dollar weltweit.

Entscheidend ist jedoch, dass der Bierversand nicht nur zusätzliche Einnahmen bringt, sondern auch Daten darüber, wer wann kauft und welche Marken er wählt. Dies ermöglicht es den Unternehmen, das Marketing auf bestimmte Verbraucher zuzuschneiden, die Lagerbestände besser zu verwalten oder neue Produkte auszuprobieren und ein besseres und schnelleres Feedback zu erhalten als bei herkömmlichen Verbraucherproben. Durch den direkten Verkauf an den Verbraucher haben die Brauereien zum ersten Mal direkten Zugriff auf diese detaillierten Daten.

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