Ende des explosiven Wachstums: Massenentlassungen in Startups

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Gerade im Bereich Finanzdienstleistungen könnten Startups in Brasilien profitieren (Foto: Marcos Santos/ USP Imagens)
Datum: 05. Juni 2022
Uhrzeit: 14:22 Uhr
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Autor: Redaktion
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Auf „LinkedIn“ kursieren umfangreiche Listen von Technologiefachleuten, die ehemalige Startup-Mitarbeiter waren. Es handelt sich um junge Menschen, die ihren Arbeitsplatz in Unternehmen verloren haben, die nach einem explosiven Wachstum ihre ehrgeizigen Prognosen nicht mehr erfüllen konnten, wobei Personalabbau das Mittel der Wahl war, um den unsicheren globalen Wirtschaftsaussichten zu begegnen. Die Welle massiver Entlassungen, die in großen globalen Technologieunternehmen wie „Netflix“ und „Paypal“ begann, breitet sich nun auf mehrere lateinamerikanische Einhörner aus. Am stärksten betroffen sind derzeit brasilianische Unternehmen wie die E-Commerce-Plattform „Olist“, die mehr als einhundert Mitarbeiter entlassen hat und „VTEX“, das zweihundert Mitarbeiter entlassen hat, was dreizehn Prozent der Belegschaft entspricht.

Die Social-Commerce-Anwendung „Facily“ hat weniger als sechs Monate, nachdem sie ein Einhorn geworden war, ihr Personal um mehr als dreißig Prozent reduziert und zweihundertsechzig von insgesamt achthundertsechzig Mitarbeitern entlassen – wobei der Technologiebereich mit fünfundachtzig Abgängen am stärksten betroffen war. Diese Entlassungswelle erscheint unlogisch in einer Zeit, in der der Investitionsfluss in die Ökosysteme der Region am besten ist. Nach einer intensiven Kapitalspritze (7 Billionen US-Dollar) durch die Federal Reserve in das Finanzsystem, um die Auswirkungen der Pandemie einzudämmen und so Nullzinsen zu erreichen, hat diese edle Maßnahme der Fed zu einer Inflation geführt, die, zusammen mit der wirtschaftlichen Unsicherheit, dem Rückgang der Aktienmärkte, den steigenden Zinsen und dem Krieg in der Ukraine, die Verfügbarkeit von Mitteln für Investitionen eingeschränkt hat, insbesondere für Start-ups, die Geld mit hoher Geschwindigkeit „verbrennen“ müssen, um zu wachsen.

Mit anderen Worten: Die Investmentfonds werden künftige Investitionen auf Herz und Nieren prüfen. Branchenexperten gehen bereits davon aus, dass die Investoren allmählich Teil der „Faust“-Bruderschaft werden. „Dies bedeutet, dass Fintechs und Start-ups sich zunehmend auf Rentabilität und Wirtschaftlichkeit konzentrieren müssen und nicht um jeden Preis auf Umsatzwachstum. Investoren werden nach Unternehmen suchen, die keine großen Mengen an Bargeld benötigen, um die Gewinnschwelle zu erreichen oder ihre Pläne zu finanzieren“, sagt Leila Search, Senior Investment Officer für Fintech bei der IFC. Derzeit zeigen die Zahlen, dass im ersten Quartal 2022 rund 2,8 Milliarden US-Dollar in 190 Transaktionen in der Region investiert wurden. Der Betrag ist 67 Prozent höher als in Q1 2021, aber 28 Prozent niedriger als im letzten Quartal 2021. Auch die Zahl der Abschlüsse ist um 19 Prozent zurückgegangen.

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