Russland demontiert Demokratien und fördert einen militarisierten Autoritarismus in Lateinamerika

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Kremlchef Wladimir Putin und Nicolás Maduro (Foto: Miraflores)
Datum: 03. August 2022
Uhrzeit: 08:19 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der Kreml ist einer der Hauptlieferanten von Waffen und militärischer Ausrüstung für Venezuela, Nicaragua und Kuba. Im Januar drohte Russland mit der Entsendung von Militärgütern nach Kuba und Venezuela, falls die Gespräche mit dem Westen zur Vermeidung eines Krieges in der Ukraine scheitern sollten. Dies mag zwar nicht glaubwürdig sein, stellt aber eine reale strategische Bedrohung für die westliche Hemisphäre dar. Der Kreml unterstützt seit langem autoritäre Regime, demontiert Demokratien und fördert einen militarisierten Autoritarismus. Die Unterstützung der kubanischen, nicaraguanischen und venezolanischen Regime für die russische Invasion in der Ukraine trägt zur Instabilität in Lateinamerika bei. In einem Artikel der Autorin Caroline C. Cowen im „National Interest“ wird beschrieben, wie die Diktaturen von Nicolás Maduro und Daniel Ortega, die nach Geld und Krediten gieren, Russland und Kuba um militärische Unterstützung bitten.

Zu Russlands Unterstützung aus der Region gesellte sich China, das in den letzten zwei Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei der Vergabe von Krediten, bei Investitionen und beim Kauf von Rohstoffen gespielt hat. Das Regime in Peking hat Venezuela zwischen 2007 und 2016 Darlehen in Höhe von 62,2 Milliarden US-Dollar gewährt. Die Finanzierung durch China hat es diesen Regimen ermöglicht, wirtschaftlich und politisch so stabil zu bleiben, dass sie sich auf provokative Formen der Zusammenarbeit mit Russland einlassen konnten, so das US-Magazin weiter. Im Jahr 2005 nahm die militärische Zusammenarbeit Russlands mit Venezuela zu, während Kuba und Nicaragua in Zeiten der Spannungen mit dem Westen von Moskauer Militäroffizieren besucht wurden. Während des russisch-georgischen Krieges 2008 verteidigten Kuba, Venezuela und Nicaragua das Vorgehen des Kremls. Im Jahr 2014 stimmten die drei Länder und Russland dann gegen die UN-Resolution 68/262, in der die territoriale Integrität der Ukraine unterstützt wurde. So unterzeichneten Nicaragua, Kuba und Venezuela geheime Militärabkommen miteinander und schufen ein neues regionales Sicherheitsdreieck, indem sie ihre Verpflichtungen gegenüber dem interamerikanischen Sicherheitsregime, einschließlich der Regionalen Sicherheitsinitiative Zentralamerikas, brachen.

Auf der anderen Seite führen Russland und China eine hybride Kriegsführung durch den Einsatz hochwertiger militärischer Nachrichtensysteme und Ausrüstung, die sie manchmal an private Auftragnehmer weitergeben. In Venezuela hilft der Kreml, halbstaatliche Gruppen zu finanzieren, um eine plausible Leugnung zu ermöglichen. Im Jahr 2019 kam die Wagner-Gruppe, ein privates Militärunternehmen, das Tausende von Söldnern einsetzen kann, nach Venezuela, um die Sicherheit von Diktator Maduro zu gewährleisten. Im Jahr 2008 unterzeichneten Kuba und Venezuela fünfzehn geheime Abkommen zur Umgestaltung des Militärs in Caracas. Drei davon betrafen die Stärkung der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, die Entwicklung und den Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse und die Bereitstellung technischer Unterstützung für das venezolanische Militär. Der Plan beinhaltete auch eine spezielle Ausbildung venezolanischer Truppen auf Kuba sowie die Schaffung einer kubanischen Militäreinheit in Venezuela. Zwischen 2010 und 2019 haben russische Staatsunternehmen dem staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA neun Milliarden US-Dollar zugesagt, um die Auswirkungen der US-Sanktionen zu mildern.

Darüber hinaus bot Hugo Chávez Russland die Nutzung einer venezolanischen Militärbasis auf der Karibikinsel La Orchila an. Der Kreml verkaufte Venezuela militärische Ausrüstung in Milliardenhöhe, darunter Panzer, Kampfjets und Kleinwaffen. Caracas schuldet Moskau noch mindestens zehn Milliarden US-Dollar für Kampfjets, die es zwischen 2009 und 2014 gekauft hat. Berichten zufolge errichteten die beiden Länder auch eine Fabrik in Venezuela, um Kalaschnikow-Gewehre herzustellen. Im Jahr 2018 hat Russland zwei TU-160-Bomber entsandt. Als das Maduro-Regime 2019 geschwächt wurde, stellte Putin S-300-Systeme zur Verfügung, um eine militärische Intervention der USA zugunsten von Juan Guaidó zu verhindern. Darüber hinaus kamen die S-300 mit russischen „Experten“ an, die laut „National Interest“ für die Sicherheit Maduros sorgen könnten.

Das Ortega-Regime genehmigte die Einreise von russischem Personal, Schiffen und Flugzeugen in das zentralamerikanische Land vom 1. Juli bis 31. Dezember 2022 sowie die Teilnahme an humanitären und militärischen Übungen und Operationen in der Karibik und im Pazifik. Nicaragua ist seit der Rückkehr Ortegas im Jahr 2007 einer der wichtigsten Partner Russlands in der Region. Der Kreml unterstützte das Regime unter anderem mit Mi-17-Hubschraubern, Yak-130-Kampftrainern, mittelgroßen Transportflugzeugen An-26, TIGR-Panzern, T-72-Panzern und ZU-23-Flugabwehrkanonen. Kürzlich kündigte das nicaraguanische Regime an, dass es nach der Erneuerung eines Kooperationsabkommens zwischen den beiden Ländern eine neue Lieferung von Bussen und Weizen aus Russland beziehen wird. Außerdem wurde bekannt gegeben, dass die beiden Länder im Rahmen einer seit mehreren Jahren bestehenden Jahresvereinbarung an einem neuen Kauf von russischem Weizen arbeiten.

„The National Interest“ kommt zu dem Schluss, dass der Linksruck in Lateinamerika Russland die Möglichkeit gibt, eine Alternative zu bieten und gleichzeitig den Einfluss der USA auf die bilaterale Sicherheitszusammenarbeit zu begrenzen.

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