Neue Spinnengattung nach David Bowie benannt

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54 neue Arten widmete Peter Jäger dem 2016 verstorbenen Sänger, u.a. Bowie neukoeln aus Malaysia (Foto: Peter Jäger Senckenberg/Jäger)
Datum: 05. August 2022
Uhrzeit: 14:31 Uhr
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Autor: Redaktion
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Senckenberg-Arachnologe Dr. Peter Jäger hat eine neue Gattung aus der Familie der Kammspinnen nach dem verstorbenen Popmusiker David Bowie benannt – Anlass ist der 75. Geburtstag der Musiklegende. Innerhalb der aus Asien stammenden Gattung Bowie gen. nov. hat er 54 Spinnenarten neu beschrieben und nach Bowies musikalischem Werk benannt. Der Frankfurter Spinnenforscher möchte mit der Benennung auf die noch größtenteils unerforschte Vielfalt und den Schutz der Achtbeiner aufmerksam machen. Die Studie erscheint heute im Fachjournal „Zootaxa“.

Zu der Familie der Kammspinnen (Ctenidae) zählen sowohl kleinere Vertreter von nur zwei Millimetern Körperlänge als auch vergleichsweise große Spinnen mit bis zu fünf Zentimetern Länge, die alle vorzugsweise in den Tropen verbreitet sind. Kammspinnen sind nachtaktiv, leben nomadisch und jagen freilaufend ohne Netz. Prominentester Vertreter dieser Familie ist wohl die „Brasilianische Wanderspinne“, welche zu den wenigen Spinnen zählt, deren Biss auch für den Menschen lebensbedrohlich sein kann. „Bei der Untersuchung von Arten einer vorwiegend aus Asien stammenden Linie aus dieser Familie wurde schnell klar, dass sie sich keiner bisherigen Gattung zuordnen lassen“, erklärt Arachnologe Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und fährt fort: „Ich habe daher diese neue Gattung David Bowie gewidmet und sie schlicht Bowie genannt“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jäger seinen achtbeinigen Neuentdeckungen prominente Namen gibt: Unter anderem ehrte er bereits Greta Thunberg, Nina Hagen, Loriot und Udo Lindenberg als Namenspaten. Mit der Riesenkrabbenspinnenart Heteropoda davidbowie bekannte sich der Frankfurter Spinnenforscher schon 2008 als Fan des 2016 verstorbenen Musikers. Warum nun also noch eine ganze Spinnengattung David Bowie widmen? „Ich wollte anlässlich des 75. Geburtstags Bowies an diesen unvergleichbaren und viel zu früh verstorbenen Künstler erinnern, aber vor allem zählt für mich hier der Naturschutzgedanke: Wir schützen nur, was wir kennen – und ein attraktiver Name bleibt eher in der Erinnerung!“, erläutert Jäger.
Mit den 54 neu beschriebenen Arten ist Bowie gen. nov. jetzt die zweitgrößte Gattung innerhalb der Familie der Kammspinnen. Die Arten finden sich von Nepal und Südindien, über große Teile Süd- und Südostasiens bis nach Papua-Neuguinea. Eine unbeschriebene Art ist zudem aus dem nördlichen Australien bekannt. Die Vertreter der neuen Gattung leben in der Laubstreu von Wäldern, wobei die meisten Arten ein kleines Verbreitungsgebiet haben, das in der Regel innerhalb eines Radius von 100 Kilometern liegt. „Gerade diese endemischen, nur in einem bestimmten Gebiet vorkommenden, Arten gelten als potenziell gefährdet – schon kleine Veränderungen in ihrem begrenzten Lebensraum können zum Aussterben führen“, ergänzt Jäger.

Die neubeschriebenen Arten tragen in Anlehnung an die Hits oder Charaktere des Musikers Namen wie Bowie ziggystardust, Bowie majortom oder Bowie heroes. Dabei sind es im Nordwesten des Verbreitungsgebietes die älteren Bowie-Songs, die den Spinnenforscher zur Benennung inspiriert haben, in der Mitte finden sich Namen wie Bowie teenagewildlife oder Bowie chinagirl, während im Südosten in Neuguinea des späten Oeuvres mit Bowie lazarus und Bowie blackstar gedacht wird. „Wir gehen davon aus, dass es noch einige unbekannte Arten dieser Gattung gibt. Wer sich – wie Bowie – unsterblich machen und mit ‚dessen‘ Spinnen in einer Reihe genannt werden möchte, kann dies im Rahmen des Patenschaftsprogramms BIOPAT gegen eine Spende verwirklichen. Das mit dem Programm eingenommene Geld nutzen wir, um in enger Zusammenarbeit mit lokalen Wissenschaftler*innen die Tier- und Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen zu erforschen. Zudem werden lokale Fachleute dabei unterstützt, die bedrohten Habitate der Arten zu schützen und so die Vielfalt unseres Planeten zu bewahren“, schließt Jäger.

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