„Wächter des Waldes“ in Brasilien getötet

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Janildo Guajajara – Mitglied der „Wächter*innen des Waldes“ © Social Media
Datum: 07. September 2022
Uhrzeit: 12:57 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Ein Mitglied der „Wächter*innen des Waldes“ wurde in Brasilien erschossen. Die indigene Gruppe patrouilliert ihr Regenwaldgebiet, um illegal Holzfällende zu vertreiben. Er ist das sechste Mordopfer in wenigen Jahren. Ein Sprecher der Wächter*innen, Olimpio Guajajara, ist derzeit auf Europareise und wird heute Abend in Berlin über die Bedrohungen sprechen. Er erklärte vorab: „Ein weiterer Wächter wurde ermordet – der sechste von uns, der getötet wurde und keiner der Mörder wurde bisher bestraft oder sitzt hinter Gittern. Wir appellieren an die brasilianische Justiz, dass diese Mörder ins Gefängnis kommen.“

Janildo Guajajara wurde am Samstag in einer Abholzungs-Siedlung in der Nähe des indigenen Territoriums Araribóia im Bundesstaat Maranhão, wo er lebte, erschossen. Berichten zufolge wurde er überfallen, als er die Straße entlangging. Mitglieder des indigenen Guajajara-Volkes gründeten die „Wächter*innen des Waldes“ vor etwa 10 Jahren, um Arariboia vor illegaler Abholzung und Landraub zu verteidigen, und die unkontaktierten Angehörigen des benachbarten Awá-Volkes zu schützen. Bevor die Wächter*innen ihre Arbeit aufnahmen, führten 72 illegale Abholzungs-Straßen in das Arariboia-Reservat. Heute sind es nur noch fünf. Survival International unterstützt die Wächter*innen seit vielen Jahren. Beide Gruppen haben eine umfassende Untersuchung von Janildos Ermordung gefordert.

In einer Erklärung schrieben die Wächter*innen: „Janildo Oliveira Guajajara arbeitete seit 2018 mit uns zusammen. Er war in der Region Barreiro in Arariboia tätig, in einem Dorf in der Nähe einer Straße, die von Holzfällenden eröffnet, aber von den Wächter*innen geschlossen wurde. Seitdem sind er und andere Wächter*innen in dieser Region ständigen Bedrohungen ausgesetzt, und die Bedrohungen sind immer intensiver geworden.“ „In all den Jahren haben wir unser Gebiet geschützt, obwohl wir bedroht und getötet wurden. Wir sind gegen die tödliche und zerstörerische Gewalt. Wir kämpfen für das Leben. Unser Volk schreit nach Gerechtigkeit, und wir fordern die Untersuchung dieses und anderer Verbrechen gegen das Volk der Tenetehar (Guajajara). Wir wollen Gerechtigkeit.“

Survivals Mitarbeiterin Sarah Shenker, die bereits Wächter*innen auf ihren Patrouillen begleitet hat, sagte heute: „Die brutale Welle der Gewalt, die Präsident Bolsonaro gegen indigene Völker entfesselt hat, ist unerbittlich. Es herrscht eine Atmosphäre der Straflosigkeit. Die einflussreichen Kräfte, die indigenes Land stehlen – Goldsuchende, Holzfällende, Landraubende, Agrarindustrie und Viehzuchtunternehmen – denken, sie könnten tun, was sie wollen und damit durchkommen. Sie werden von der derzeitigen brasilianischen Regierung aktiv ermutigt. Doch überall im Land wehren sich die Indigenen dagegen.“

„Janildo wusste, dass er vielleicht mit seinem Leben bezahlen muss, aber er war entschlossen ein Wächter zu sein. Er sah für die Zukunft seiner Familie und seines Waldes keinen anderen Weg. Janildo, Paulo Paulino Guajajara und all den anderen Indigenen, die an der Frontlinie des Landkampfes getötet wurden, muss Gerechtigkeit widerfahren. Und Menschen auf der ganzen Welt müssen noch stärker als bisher gegen den brasilianischen Völkermord und die globalen Kräfte, die ihn fördern, protestieren. Gemeinsam müssen wir für das Überleben indigener und unkontaktierter Völker und für das Land, das sie hüten, kämpfen.”

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