Mit Methanol versetzte Getränke töten 54 Menschen in Peru

methanol

Die Behörden brachten dies mit in Flaschen abgefüllten alkoholischen Getränken in Verbindung, die mit der giftigen Substanz kontaminiert waren (Foto: The National Institute for Occupational Safety and Health)
Datum: 19. Oktober 2022
Uhrzeit: 08:28 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Seit Mitte September sind in Peru mindestens 54 Menschen an einer Methanolvergiftung gestorben. Dies gab das Gesundheitsministerium bekannt. Die Todesfälle ereigneten sich in einer Zeit, in der die Zahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Methanolvergiftungen in und um Lima deutlich zunahm. Die Behörden brachten dies mit in Flaschen abgefüllten alkoholischen Getränken in Verbindung, die mit der giftigen Substanz kontaminiert waren. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass im vergangenen Monat 117 Fälle von Methanolvergiftungen registriert wurden. Die Behörde arbeitet mit führenden Persönlichkeiten in der peruanischen Hauptstadt zusammen, um das Bewusstsein für verunreinigte Getränke zu schärfen und zu zeigen, wie man die ersten Symptome einer Methanolvergiftung erkennt. „Es handelt sich um die höchste Zahl von Methanolvergiftungen in den letzten Jahren“, erklärte der Leiter des Nationalen Zentrums für Epidemiologie des Ministeriums, Eduardo Ortega, gegenüber „AFP“.

Am Sonntag (16.) hatte das Gesundheitsministerium dringend davon abgeraten, die in Zweiliter-Plastikflaschen verkauften Wodka-Passionsfrucht- und Piña-Colada-Getränke der Firma „Punto D Oro“ zu konsumieren. La Digea, die Generaldirektion für Umweltgesundheit und Lebensmittelsicherheit in Peru, führte Tests durch, bei denen festgestellt wurde, dass die Flaschen beider Geschmacksrichtungen Methanol enthielten, einen Bestandteil von Scheibenwaschflüssigkeit und Frostschutzmittel, der bei Verzehr giftig und möglicherweise tödlich ist. Das Gesundheitsministerium warnte, dass die Getränke „die Gesundheit der Menschen, die sie zu sich nehmen, ernsthaft schädigen“ könnten. Es hat Maßnahmen ergriffen, um die Produkte aus Spirituosengeschäften und Supermärkten zu entfernen und ermutigt jeden, der sieht, dass sie verkauft werden, die örtlichen Behörden zu informieren. Die Warnung erfolgte, nachdem Dutzende von Vergiftungsfällen in Krankenhäusern in und um die Hauptstadt Lima gemeldet worden waren.

Nach Angaben des Methanol-Instituts, eines weltweiten Handelsverbands, fügen „skrupellose Unternehmen oder Einzelpersonen“ alkoholischen Getränken manchmal absichtlich Methanol als billigere Alternative zu sicherem und konsumierbarem Ethanol hinzu. Vergiftungen können auch durch unsachgemäßes Brauen von selbst hergestelltem Alkohol auftreten, so der Verband. Zu den Symptomen einer Methanolvergiftung gehören laut dem Institut: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Atembeschwerden, Blindheit, Sehstörungen, Krampfanfälle und Koma.

Ausbrüche von Methanoltoxizität wurden aus der ganzen Welt gemeldet. Im Jahr 2019 gab Costa Rica eine landesweite Warnung vor alkoholischen Getränken heraus, die möglicherweise mit der Chemikalie verunreinigt sind, nachdem ein Anstieg der Fälle von tödlichen Methanolvergiftungen verzeichnet wurde. Im Juli dieses Jahres wurde vermutet, dass eine Methanolvergiftung in einer Bar in Südafrika einundzwanzig Teenager getötet hat.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2022 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!