Ultramarathon-Weltrekord quer durch das Land der Inkas

peru

Das Abenteuer hat am 13. November 2022 in Lima, Peru begonnen (Foto: ravir)
Datum: 12. Dezember 2022
Uhrzeit: 13:26 Uhr
Ressorts: Peru, Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Savas Coban will es wissen! Nach seinen letzten Erfolgen im Ausdauer-Extremsport sucht er nach neuen Herausforderungen. Seine Wahl für den neuen Offroad-Ultralauf-Weltrekord fiel auf Peru. Einem mit diverser Vegetation durchzogenem Land, an dem sich der Pazifik, eine der trockensten Wüsten der Welt, die Anden und der Regenwald die Hand reichen. Für ihn ist die Challenge klar: auf eigene Faust durch ein unbekanntes Land laufen, 4000-5000 km im Ultralauf, self supported, immer Off-road und nur mit dem Nötigsten ausgestattet – und so in die Geschichte des Extremsports eingehen.

Ablauf/ Route:

Savas wird jeden Tag mind. 60-80km (Ultramarathon) einmal quer durch das Land der Inkas laufen. Die erste Etappe startet in Lima. Er wird zunächst gen Süden laufen, an der Küste entlang – erst nach Pisco, dann zur Halbinsel Paracas und nach Ica. An der Küste herrscht Wüstenklima. Auf diesem Abschnitt der Strecke wir es vor allem darum gehen, gut hydriert zu bleiben. Die Wege sind an dieser Stelle noch in Ordnung, die wahre Herausforderung erwartet ihn off-road in den Anden. Von Ica aus will er noch weiter südlich nach Nazca laufen, um dort auch die berühmten Linien im Sand zu sehen. Dann geht es weiter in die zweitgrößte Stadt Perus, nach Arequipa. Als südlichster Punkt seiner Tour, an der Grenze zu Chile, folgt Tacna. Bei einem Schnitt von 60-80km/Tag wird er etwa drei Wochen für die ca. 1.500 km bis ganz nach Süden brauchen. Von da aus geht seine Reise weiter nach Nordosten, nach Puno am Titicacasee. Am größten Binnensee Lateinamerikas und dem höchstgelegenen der Welt, will er ein Stück entlanglaufen, dann seinen Weg weiter nach Nordosten fortsetzen. Ab da wird es beschwerlich. Hier geht es off-road am Fuße der Anden durch die Reserve Nacional Tambopata und den Parque Nacional Bahuaja Sonene bis nach Puerto Maldonado – eine kleine Stadt inmitten des peruanischen Regenwalds. Im Regenwald wird er kein Handy-Empfang haben. Er muss sich darauf einstellen, dass er tagelang nicht erreichbar sein wird. Von Puerto Maldonado soll es dann weitergehen nach Nordwesten, in Richtung Reserva Territorial Madre de Dios und natürlich nach Cusco, die alte Hauptstadt der Inka. Hier will er in jedem Fall nach Machu Picchu laufen – die Ruinenstadt und alte Inka-Festung, die das Bild Perus vor allem im Ausland nachhaltig prägt. Ein bisschen Sightseeing sollte auch dabei sein.

Für die Strecke wird er ca. 14 Tage brauchen und dann nochmal gute zehn weitere Tage bis nach Ayacucho im Westen und bereits inmitten der Anden. Die Stadt liegt relativ isoliert, es gibt kaum asphaltierte Straßen. Eine wirkliche Herausforderung hat er sich bis zum Schluss aufgehoben. Er will durch die höchsten Abschnitte der Anden laufen, dem zur zentralen Kordillere gehörenden Gipfel des Cordillera Huayhuash. Auch den höchsten Berg Perus, den Huascarán, möchte er „belaufen“ soweit es ihm seine erfahrenen Bergsteigerfreund:innen raten würden auf min. 5500m. Trainiert hat er dafür in einer Höhenkammer in Hamburg und beim Laufen mit einer Maske, den Sauerstoffgehalt in großer Höhe simuliert. Die Strecke von Ayacucho über Huancayo bis nach Huaraz und zum Huascarán weiter im Norden, hat er mit ca. zehn Tagen kalkuliert. Aber er weiß, dass das nicht einfach werden wird. Die Wetterverhältnisse um diese Jahreszeit in den Anden sind sehr unbeständig. In der Regenzeit füllen sich die Flüsse so stark auf, dass sie über die Ufer treten und oft große Gebiete in den Bergen überschwemmen. Das könnte gefährlich werden und er muss gut aufpassen. Um Wetterumschwünge einschätzen zu können, muss Savas auch die dort ansässigen Leute regelmäßig nach Neuigkeiten zu Wetter und Situation in den Bergen befragen. Die letzte Etappe führt Savas von den Anden wieder zurück nach Lima. Er plant dafür ca. 1 Woche Laufzeit ein.

Ziel:

„Ich möchte zeigen, dass man alles schaffen kann, wenn man nur hart dafür arbeitet und niemals den Mut verliert. Ich glaube fest daran: Du bekommst immer das, wonach du fragst. Wenn du an Verletzungen denkst, wirst du dich verletzen. Wenn du ans Aufgeben denkst, wirst du aufgeben. Ich denke nur daran, dass ich es schaffen werde.“

Biografie:

Savas Coban, 29 Jahre alt, in Deutschland geboren
Savas ist in Bremen aufgewachsen und lebt mit seiner Schwester zusammen. Er hat keinen normalen Job, er trainiert den ganzen Tag. Er schläft bei einem Freund in Hamburg oder bei seiner Schwester in Bremen. „Du bist zu gut – für dich gibt es keine Note im Sport“, sagt Savas’ Sportlehrer. Sport hat in Savas‘ Leben schon immer eine große Rolle gespielt. Ob Fußball als Kind, Kickboxen als Jugendlicher oder Laufen als Erwachsener, die Disziplinen sind vielfältig und „meist außerhalb seiner Komfortzone“, sagt Savas. Aufgewachsen in einer sehr armen Familie, ohne Vater, muss er sich als kleiner Bruder immer wieder rechtfertigen, dass er vom Sport leben will. Er lässt sich zum Personal Trainer ausbilden, aber das reicht ihm nicht. Savas will mehr, auch wenn das bedeutet, dass er kein normales Leben und kein Familienleben führen kann. Im Jahr 2020 fuhr Savas mit dem Fahrrad 3247 km von Hamburg nach Sevilla in Südspanien. Im Jahr 2021 lief er täglich einen Ultramarathon, insgesamt über 2248,21 km von München nach Istanbul.

Das Laufen gibt ihm ein Gefühl von Freiheit. „Man kann seine Strecke kreativ gestalten und voll an seine Grenzen gehen.“ Das Abenteuer und das Gefühl, etwas Einzigartiges zu tun, ist für Savas sehr spannend. Für ihn ist es eine große Motivation, andere Menschen mit seinen sportlichen Aktionen zu inspirieren. Die Grenzen verschieben sich mit jeder Reise. So wird er in Zukunft noch größere Projekte planen. Ob Laufen oder etwas anderes, Savas ist immer auf der Suche nach der Herausforderung. Das Wissen, dass alles eine mentale Angelegenheit ist, gibt ihm das Vertrauen und den Glauben, dass er alles schaffen kann.

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