Das südamerikanische Land Peru ist seit 2020 „Globaler Partner” des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Schwerpunkt der Zusammenarbeit ist es, gemeinsam an der Lösung globaler Herausforderungen mitzuwirken und globale Güter zu schützen. Das Deutsche Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) hat die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Peru im Zeitraum 2010 bis 2022 untersucht. Die Evaluierung zeigt, dass das BMZ auf nationaler Ebene wichtige Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann, auf subnationaler Ebene aber vor Herausforderungen steht.
Stagnierende Entwicklung in Peru
Peru ist ein langjähriger Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und hat seit der Jahrtausendwende erhebliche Entwicklungsfortschritte erzielt. Seit einigen Jahren zeichnen sich diesbezüglich jedoch teilweise stagnierende oder gar rückläufige Trends ab. Die politische Instabilität nimmt wieder zu und externe Einflussfaktoren wie zuletzt die COVID-19-Pandemie gefährden einige bereits erzielte Verbesserungen etwa bei der sozioökonomischen Entwicklung. Das bis 2020 hohe Wirtschaftswachstum ist rückläufig, politische Krisen und eine zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft stellen die Demokratie Perus vor Herausforderungen. Angesichts zuletzt wieder steigender Armutsraten besteht ein anhaltend hoher Nutzungsdruck auf die natürlichen Ressourcen. Insbesondere die negativen Auswirkungen des Klimawandels werden immer deutlicher, was sich unter anderem an der zunehmenden Wasserknappheit in vielen Regionen festmachen lässt.
Entwicklungspolitische Erfolge im Klima- und Umweltbereich
Die Evaluierung zeigt, dass es der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gelungen ist, auf nationaler Ebene wichtige Beiträge zum Klima- und Biodiversitätsschutz zu leisten. So unterstützte sie beispielsweise den Aufbau des peruanischen Umweltministeriums sowie nachgelagerter Behörden im Umweltbereich. Darüber hinaus fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Ausweitung mariner und terrestrischer Schutzgebiete, deren Flächenanteil zwischen 2016 und 2022 von 13 auf 17 Prozent gestiegen ist. Auch im Sektor Transport und Verkehr wurden Fortschritte erzielt – unter anderem durch das nationale Stadtverkehrsprogramm Promovilidad, das die Förderung nachhaltiger urbaner Mobilität anstrebt. Angesichts des steigenden Nutzungsdrucks auf die natürlichen Ressourcen ist eine weitere Unterstützung im Umweltschutz sinnvoll, um die erreichten Veränderungen abzusichern und Rückschritte zu verhindern.
Entwicklungspolitische Herausforderungen auf subnationaler Ebene
Während die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf nationaler Ebene Erfolge erzielen konnte, erweist sich deren Umsetzung auf lokaler Ebene als herausfordernd. Ein Grund hierfür sind die sehr unterschiedlichen Entwicklungsniveaus der Regionen und Provinzen. Vielfach mangelt es hier an notwendigen Strukturen und administrativen Kapazitäten. „Die politische Instabilität, wechselnde Prioritäten der Regierungen auf nationaler und lokaler Ebene sowie sich verschlechternde wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen stellen ein Risiko für die Aufrechterhaltung bereits erzielter Fortschritte dar“, so Kirsten Vorwerk, Teamleiterin der Evaluierung. Um die Umsetzung von Reformen zu gewährleisten und Entwicklungsfortschritte auf gesamtstaatlicher Ebene zu erzielen, empfiehlt das DEval daher, funktionsfähige Strukturen auf lokaler Ebene zu stärken.
Ausbau der Fahrradwege in Lima
Das BMZ unterstützt seit Ende 2021 den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Fahrradwegenetzes in Lima. Mit Blick auf den internationalen Klimaschutz ist die Förderung einer nachhaltigen Verkehrswende in großen Metropolregionen entwicklungspolitisch relevant. Darüber hinaus leistet das BMZ mit der Unterstützung der Metropolregion Lima Beiträge zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Megastädten sowie zur Anpassung an den Klimawandel – beides Entwicklungsziele, denen sich Deutschland international verpflichtet hat. Da sich die Vorhaben im Transportsektor im Untersuchungszeitraum überwiegend noch am Anfang der Implementierung befanden, konnten die angestrebten Beiträge zu einem klima- und umweltfreundlichen Stadtverkehr nicht bewertet werden. Welche konkreten Wirkungen diese Maßnahmen zeigen, sollten die verantwortlichen Durchführungsorganisationen daher nach Abschluss der Vorhaben evaluieren.
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