Jedes Jahr sorgt die UN-Klimakonferenz für Hunderte von Schlagzeilen über globale Bemühungen, die Welt vor einer Klimakatastrophe zu bewahren. Die diesjährige Konferenz beginnt am Montag (10.) in der brasilianischen Regenwaldstadt Belém. Aber was genau passiert bei diesen jährlichen Gipfeltreffen? Hier ist, was Sie wissen müssen: Die jährliche Konferenz ist als COP bekannt, was für „Conference of the Parties” (Konferenz der Vertragsparteien) steht, die 1992 das UN-Klimaschutzabkommen unterzeichnet haben. Das Abkommen mit dem Namen „UN Framework Convention on Climate Change” (UNFCCC) verpflichtete die Länder zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel – ein Problem, das sie als gemeinsames Problem aller Länder anerkannten und das am besten gemeinsam angegangen werden sollte. Das Abkommen legte auch den Grundsatz der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortlichkeiten” fest, was bedeutet, dass die reichen Länder, die für den größten Teil der Emissionen verantwortlich sind, die zur Erderwärmung beitragen, eine größere Verantwortung für die Lösung des Problems tragen.
Der rotierende Vorsitz, der derzeit von Brasilien gehalten wird, legt die Tagesordnung des Gipfels fest und arbeitet das ganze Jahr über daran, die Regierungen zu gemeinsamen Maßnahmen und Zielen zu bewegen. Anschließend richtet er den zweiwöchigen Gipfel aus, der die weltweite Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt und den Staats- und Regierungschefs die Möglichkeit gibt, Ideen auszutauschen und sich gegenseitig zur Rechenschaft zu ziehen. Im Laufe der Jahre haben sich die jährlichen Gipfeltreffen zu einem wichtigen Zentrum für geopolitische und finanzielle Diskussionen entwickelt – sie vermitteln die Idee eines „globalen Dorfes”, das alle Länder, zivilgesellschaftliche Gruppen, Unternehmen und Finanziers willkommen heißt.
WARUM SOLLTEN WIR UNS FÜR DIE COP30 IN DIESEM JAHR INTERESSIEREN?
Für viele markiert der diesjährige 30. Klimagipfel einen Vollkreis. Brasilien war vor 33 Jahren Gastgeber des Rio-Gipfels, auf dem das UNFCCC-Abkommen unterzeichnet wurde. In diesem Jahr bestand das Land darauf, dass die Veranstaltung zu ihren Wurzeln zurückkehren und die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen der Welt, darunter auch indigene Gruppen, anerkennen sollte, von denen einige an den Gesprächen teilnahmen. Brasilien hat die Länder aufgefordert, sich auf die Umsetzung früherer Versprechen zu konzentrieren, wie beispielsweise die COP28-Ziele zur schrittweisen Abschaffung fossiler Brennstoffe, anstatt neue Versprechen zu machen. Die COP30 ist auch die erste, die das Scheitern der bisherigen Ziele zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius anerkennt. Brasilien entschied sich dafür, die COP30 in der Amazonasstadt Belém abzuhalten – in der Hoffnung, symbolisch die Bedeutung der Wälder der Welt zu unterstreichen, die nach wie vor Ziel von Abholzung und Industrien wie Bergbau, Landwirtschaft und Fossilbrennstoffgewinnung sind.
WER SIND DIE HAUPTAKTEURE DES GIPFELS?
Die meisten nationalen Regierungen entsenden Teams zu den Gesprächen. Oft sprechen Länder in Gruppen mit ähnlichen Interessen gemeinsam. Zu den prominenteren Stimmen gehören die Allianz der kleinen Inselstaaten, die durch den Anstieg des Meeresspiegels existenziell bedroht sind, und die Gruppe der Entwicklungsländer G77+China. Ebenfalls einflussreich sind die Afrikanische Gruppe und die BASIC-Gruppe, die aus Brasilien, Südafrika, Indien und China besteht. Die USA, die im Januar angekündigt haben, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen, haben sich von ihrer bisherigen Führungsrolle zurückgezogen. China, Brasilien und andere Länder sind eingesprungen, um die Lücke zu füllen.
ZWEI WOCHEN SCHEINEN EINE LANGE ZEIT ZU SEIN – WAS PASSIERT AUF DEM GIPFEL?
Auf dem weitläufigen COP-Gelände herrscht oft reges Treiben: Aktivisten versuchen, Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu erregen, während Unternehmen sich für politische Veränderungen einsetzen und Geschäftsabschlüsse anstreben. Dieses Jahr war einzigartig, da die üblichen Nebenveranstaltungen wegfielen und die Finanziers sich in São Paulo trafen, während sich die lokalen Führungskräfte in Rio de Janeiro versammelten. Diese Veranstaltungen sowie ein Treffen der weltweiten Führungskräfte in Belém fanden vor der COP30 vom 10. bis 21. November statt, in der Hoffnung, Unterstützung und Schwung für Klimaschutzmaßnahmen für die eigentlichen Verhandlungen zu generieren. In der ersten Woche des Gipfels werden die Verhandlungsführer der Länder ihre Prioritäten darlegen und die Positionen der anderen einschätzen. Es sollten sich Themen herauskristallisieren, während Länder und Unternehmen Aktionspläne und Finanzierungszusagen für Projekte bekannt geben. In der zweiten Woche kommen in der Regel nationale Minister zu den Verhandlungsführern hinzu, um über endgültige Entscheidungen, einschließlich rechtlicher und technischer Details, zu verhandeln.
Klingt einfach, oder?
COPs verlaufen selten reibungslos, da die Länder um Vereinbarungen im nationalen Interesse ringen und rote Linien ziehen. Die Verhandlungen können manchmal ins Stocken geraten und zu erbitterten Auseinandersetzungen führen. Gegen Ende verbringen die Unterhändler oft hektische Nacht-Sitzungen, um Kompromisse zu finden. Anschließend kommen die Länder erneut zusammen, um Entscheidungen zu verabschieden – im Konsens, nicht einstimmig. Die Abschlusssitzung, bei der der Hammerschlag das Ende des Gipfels markiert, verzögert sich fast immer – manchmal um mehrere Tage.







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