BRICS-Staaten streben Integration digitaler Währungen für Handel und Tourismus an

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Brics wurde von Ländern, die mit der von den USA geführten und vom Dollar dominierten internationalen Ordnung unzufrieden sind, als alternative Plattform für Dialog und Integration genutzt (Foto: Brics/Divulgação)
Datum: 19. Januar 2026
Uhrzeit: 13:59 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der Dollar-Index gab am Montag (19.) um 0,18 % nach, nachdem bekannt wurde, dass die BRICS-Staaten möglicherweise die Verwendung miteinander verbundener digitaler Währungen für grenzüberschreitende Transaktionen anstreben. Laut Quellen, die von Reuters zitiert werden, hat die indische Zentralbank einen Plan für die BRICS-Länder – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – vorgelegt, um die digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) miteinander zu verknüpfen. Diese Initiative, die den grenzüberschreitenden Handel und Reisezahlungen vereinfachen soll, könnte den teilnehmenden Ländern in Zeiten erhöhter geopolitischer Spannungen eine Alternative zum US-Dollar bieten.

Die BRICS-Staaten sind ein Kooperationsforum führender Schwellenländer. Zu ihnen gehören zehn Länder: Brasilien, China, Ägypten, Äthiopien, Indien, Indonesien, Iran, Russland, Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Gruppe verfügt über eine wachsende Zahl von Partnerländern, darunter Belarus, Bolivien, Kuba, Kasachstan, Malaysia, Nigeria, Thailand, Uganda, Usbekistan und Vietnam. Die indische Zentralbank (RBI) hat nun offiziell vorgeschlagen, die Verknüpfung digitaler Währungen mit der Tagesordnung des BRICS-Gipfels 2026 aufzunehmen, der Ende des Jahres in Indien stattfinden wird. Sollte die Regierung die Empfehlung annehmen, würde das Thema erstmals auf dem Gipfel diskutiert werden. Brasilien war 2025 Gastgeber des letzten BRICS-Gipfels im Juli.

Daten des Atlantic Council unterstreichen die zunehmende Nutzung von Zahlungsalternativen jenseits des US-Dollars. Transaktionen über „mBridge“ – eine von China entwickelte und von mehreren regionalen Zentralbanken genutzte Plattform für digitale Währungen – haben die Marke von 55 Milliarden US-Dollar überschritten. Seit dem Start der Pilotphase im Jahr 2022 wurden über 4.000 grenzüberschreitende Zahlungen über die Plattform abgewickelt, wobei der digitale Yuan (e-CNY) rund 95 % des gesamten Transaktionsvolumens ausmachte.

Aktuelle Zahlen der Chinesischen Volksbank zeigen, dass das e-CNY-System über 3,4 Milliarden Transaktionen mit einem Gesamtwert von rund 16,7 Billionen Yuan (2,4 Billionen US-Dollar) abgewickelt hat. Dies entspricht einem Anstieg von über 800 % gegenüber dem Niveau von 2023. Der vorgeschlagene Tagesordnungspunkt für den BRICS-Gipfel 2026 in Indien könnte, falls er angenommen wird, den ersten formellen Vorstoß zur Vernetzung der digitalen Währungen der Mitgliedstaaten darstellen.

Der digitale Yuan (e-CNY) funktioniert ähnlich wie bestehende mobile Geldbörsen, weist aber einige Besonderheiten auf. Anders als weit verbreitete private Anwendungen wie Alipay und WeChat Pay ist der digitale Yuan in China gesetzliches Zahlungsmittel und verpflichtet Händler zur Annahme. Transaktionen sind in der Regel für Händler und Verbraucher kostenlos, und das System bietet zudem Mechanismen für „kontrollierbare Anonymität“ bei kleineren Beträgen.

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