Die Krise des Tourismus auf Kuba hat sich in den letzten Jahren verschärft und wirkt sich direkt auf diejenigen aus, die von dieser Branche abhängig sind. Die Zahl der Besucher ist drastisch zurückgegangen: Zwischen Januar und November 2025 kamen 2,3 Millionen Touristen, gegenüber 4,8 Millionen im Jahr 2018 und 4,2 Millionen im Jahr 2019. Dieser Rückgang wird auf die COVID-19-Pandemie, die wiederkehrenden Stromausfälle und die Verschärfung der Sanktionen durch die Vereinigten Staaten zurückgeführt. Die Auswirkungen des Rückgangs des Tourismus sind auf allen Ebenen zu spüren. Rosbel Figueredo Ricardo, 30, verkaufte früher täglich 150 Tüten Chivirico, ein typisches frittiertes Gericht, aber jetzt hat er nur noch 50 dabei und manchmal verkauft er gar nichts. Mit drei Kindern und einem weiteren auf dem Weg fasst Figueredo die Situation zusammen: „Das ist der Alltag, man lebt, um zu essen.“
Fast zwei Jahrzehnte lang brachte der Tourismus Kuba bis zu 3 Milliarden Dollar pro Jahr ein. Volle Restaurants, florierende Geschäfte und steigende Beschäftigung gehörten zum gewohnten Bild. Heute ist die Uferpromenade von Havanna menschenleer und die Restaurants an der Küste haben kaum noch Gäste. Die Angestellten warten vergeblich auf Touristen, während die Tischdecken auf den leeren Tischen im Wind flattern. Der Rückgang der Besucherzahlen ist besonders gravierend aufgrund der US-Sanktionen, durch die Kuba zwischen März 2024 und Februar 2025 Einnahmen in Höhe von fast 8 Milliarden Dollar entgangen sind, was laut offiziellen Angaben einem Verlust von fast 50 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Auf internationaler Ebene verschärfen die Unterbrechung der Ölversorgung aus Venezuela nach den jüngsten Spannungen und die Verhaftung des Diktators Maduro die wirtschaftliche Lage auf der kommunistisch regierten Karibikinsel. Die Zukunft ist ungewiss, und viele fragen sich, ob China oder Russland Unterstützung leisten könnten.







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