Tourismus Südamerika: Argentinien setzt auf Fernreisende

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Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires gilt als Wiege des Tangos (Foto: Alex Proimos)
Datum: 10. Februar 2026
Uhrzeit: 14:23 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Nach einem starken Rückgang des internationalen Tourismus im letzten Jahr positioniert sich Argentinien 2026 neu als Fernreiseziel, das sich durch einzigartige Erlebnisse auszeichnet. Das Land hat sich ehrgeizige Besucherziele gesetzt, das Flugnetz ausgebaut und konzentriert sich nun verstärkt auf Märkte mit höherer Kaufkraft. Daten des nationalen Statistikinstituts Argentiniens (INDEC) zeigen, dass das Land im Jahr 2025 etwa 5,3 Millionen ausländische Touristen mit Übernachtung verzeichnete, während die Gesamtzahl der internationalen Besucher, einschließlich Tagesausflügler, etwa 8,7 Millionen erreichte. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Auslandsreisen von Einwohnern sprunghaft an, mit etwa 18,8 Millionen Auslandsreisen, was das Tourismusdefizit vertiefte und den Fokus der Regierung auf die Erholung des Incoming-Tourismus verstärkte.

Eine Hinwendung zum Wachstum im Fernreiseverkehr

Die Tourismusstrategie Argentiniens für 2026 zielt zunehmend auf Fernreisende aus Europa und anderen entfernten Märkten ab, mit dem Ziel, die Ausgaben pro Besucher und die Aufenthaltsdauer zu erhöhen, anstatt sich ausschließlich auf das Volumen zu verlassen. Die Behörden haben Partnerschaften mit Fluggesellschaften und gemeinsame Marketinginitiativen gefördert, um die internationalen Flugverbindungen zu stärken und die Nachfrage in wichtigen Quellmärkten zu steigern. Tourismusbeamte haben außerdem einen stärker datengestützten Ansatz für die Werbung im Jahr 2026 angekündigt, einschließlich der Nutzung von Big Data und künstlicher Intelligenz, um die Zielgruppenansprache zu verfeinern, die Effizienz der Kampagnen zu verbessern und die Reisenden zu identifizieren, die am ehesten zu einer Buchung bereit sind. Dieser Ansatz steht im Einklang mit einem häufig in Branchenberichten genannten übergeordneten Ziel: etwa 7,17 Millionen ausländische Touristen im Jahr 2026.

Erlebnisse verkaufen, nicht nur Flüge

Im Mittelpunkt der Kampagne für 2026 steht eine erneute Betonung des vielfältigen Reiseangebots Argentiniens und der Mehrfachreiseziele. Buenos Aires bleibt das wichtigste Tor und kulturelle Ankerpunkt, aber langfristig werden die Reiserouten zunehmend als eine Mischung aus Städtereisen und Naturreisen vermarktet. Die Tourismuswerbung hebt weiterhin einzigartige Erlebnisse wie die Iguazú-Wasserfälle, die Gletscher und Trekkingrouten Patagoniens und die Weinregion Mendoza hervor, ebenso wie Gastronomie, ländlichen Tourismus und Abenteuerreisen. Damit soll Argentinien als Reiseziel für internationale Besucher positioniert werden, die längere Reisen durch mehrere Regionen planen. Beamte haben auch Initiativen zur Entwicklung von Reisezielen hervorgehoben, um die Dienstleistungen für Besucher zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit in den Provinzen zu stärken. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Vorteile des Tourismus über die Hauptstadt hinaus zu verteilen und das Besuchererlebnis landesweit zu verbessern.

Investitionsoffensive untermauert die Erholungsstrategie

Argentinien wirbt im Rahmen seines Erholungsplans für 2026 auch um internationale Tourismusinvestitionen, wobei der Schwerpunkt auf dem Ausbau und der Modernisierung der Unterkünfte und der Besucherinfrastruktur liegt. Die Investitionsstrategie soll den hochwertigen Inbound-Tourismus fördern, insbesondere für Langstreckenreisende, die hohe Servicestandards und eine reibungslose Logistik erwarten. In Bezug auf Politik und Werbung ist die Botschaft klar: Eine verbesserte Anbindung und eine stärkere Reisezielbereitschaft werden als Voraussetzungen für eine Erholung des Inbound-Tourismus nach einem schwachen Jahr 2025 positioniert.

Vom Defizit zum Aufschwung

Die Zahlen für 2025 unterstreichen, wie empfindlich der Inbound-Tourismus auf wirtschaftliche Schwankungen und den Wettbewerb im Reisemarkt reagiert, während das Wachstum des Outbound-Reiseverkehrs die Kluft zwischen den Ausgaben der Einwohner im Ausland und den Ausgaben internationaler Besucher im Inland vergrößerte. Für 2026 setzt Argentinien darauf, dass eine Kombination aus Langstreckenflügen, gezielterem Marketing und eindrucksvollen Erlebnissen dazu beitragen kann, den Einbruch des Inbound-Tourismus im letzten Jahr umzukehren. Ob das Land seine Ziele erreicht, hängt von der globalen Reisestimmung, dem Wachstum der Flugkapazitäten und der Frage ab, wie effektiv Argentinien das Interesse in Buchungen in seinen wichtigsten Regionen umsetzen kann.

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