Eine Gruppe von Forschern hat vor der Küste Chiles im Pazifischen Ozean eine neue Tiefsee-Oktopusart entdeckt. Dies gab das Journal of Marine Science and Engineering bekannt. Der Fund stellt einen wichtigen Fortschritt für die marine Biodiversität im Südostpazifik dar, so die für die Forschung verantwortlichen Experten. Die neue Tintenfischart gehört zur Gattung Graneledone und wurde Graneledone sellanesi getauft. Der Name ist eine Hommage an Dr. Javier Sellanes, Forscher an der Universidad Católica del Norte. Er war es, der 2007 das Referenzexemplar in den Tiefen nördlich der Insel Mocha gesammelt hatte. Die Entdeckung ist das Werk von María Cecilia Pardo und Christian Ibáñez, Forschern der Universidad Andrés Bello (UNAB). Die Identifizierung dieser neuen Oktopusart dauerte Jahrzehnte. Die erste Sichtung erfolgte im Jahr 2000, als die Forscher ein Exemplar vor Constitución in einer Tiefe von etwa 1000 Metern fanden.
Im Jahr 2007 tauchte dann ein weiteres Exemplar beim Kabeljaufang auf. Kurz darauf identifizierten Wissenschaftler im Nationalmuseum für Naturgeschichte Chiles ein Exemplar, das jahrelang unklassifiziert geblieben war. Im Jahr 2024 fanden sie im selben Museum sieben weitere Exemplare dieser neuen Oktopusart, die zwischen 1980 und 1997 gesammelt worden waren und ebenfalls nicht als Graneledone identifiziert worden waren. „Diese Überprüfung ermöglichte es uns, zu bestätigen, dass es sich um eine neue Oktopusart handelte”, erklärte Dr. Christian Ibáñez vom One Health Institute der UNAB. Darüber hinaus überprüften die Forscher biologische Sammlungen in Museen in Deutschland, den Vereinigten Staaten, Neuseeland und Chile. Dort verglichen sie Exemplare, die durch Schleppnetzfischerei und Forschungsfahrten gewonnen wurden.
Auf den ersten Blick mögen die Kraken ähnlich aussehen. Diese neue Art, G. sellanesi, weist jedoch charakteristische Merkmale auf, wie eine eigene genetische Konstitution mit einer unterschiedlichen Evolutionsgeschichte, ein besonderes Muster der Hautwarzen, die sich in Anzahl und Anordnung unterscheiden, sowie eine spezifische Anzahl und Anordnung der Saugnäpfe. Die Gattung Graneledone umfasst nun weltweit 11 anerkannte Arten. Bemerkenswert ist, dass die letzte Beschreibung einer neuen Art dieser Gattung mehr als 25 Jahre zurückliegt.







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