Am 17. März 2026 hörte Ripple auf zu reden und begann zu handeln. Das in San Francisco ansässige Blockchain-Unternehmen startete offiziell eine Full-Stack-Plattform für digitale Bankinfrastruktur in Brasilien, die grenzüberschreitende Zahlungen, die Verwahrung digitaler Vermögenswerte, den Vertrieb von Stablecoins, Prime Brokerage und Treasury-Management unter einem Dach vereint. Brasilien ist nicht nur Lateinamerikas größte Volkswirtschaft, sondern verfügt auch über eines der weltweit fortschrittlichsten Finanzökosysteme. Im Jahr 2023 beliefen sich die internationalen Zahlungseingänge nach Brasilien insgesamt auf fast 5 Milliarden US-Dollar, während die Zahlungsausgänge 2,23 Milliarden US-Dollar erreichten.
Das größte Land in Südamerika verfügt bereits über PIX, das Echtzeit-Zahlungssystem der Zentralbank, das einen regionalen Maßstab für Sofortzahlungen gesetzt hat. Länder wie Kolumbien und Mexiko sind dabei, ihre eigenen Sofortzahlungssysteme zu entwickeln oder auszubauen, inspiriert von Brasiliens Modell der Inklusivität und Interoperabilität. Der brasilianische Markt für digitale Zahlungen wird voraussichtlich bis 2030 ein Volumen von 10,25 Milliarden US-Dollar erreichen und ist damit der am schnellsten wachsende regionale Markt in Lateinamerika. Das ist das Spielfeld, auf das Ripple gerade getreten ist, und das Unternehmen geht dabei nicht zögerlich vor.
Zahlungen, Verwahrung, Stablecoins & Treasury – alles auf dem XRP Ledger
Die Expansion von Ripple in Brasilien umfasst neue Produktfunktionen in den Bereichen Zahlungen, Verwahrung digitaler Vermögenswerte, Stablecoins und institutionelle Finanzdienstleistungen. Das Unternehmen plant zudem, bei der brasilianischen Zentralbank eine Lizenz als Virtual Asset Service Provider (VASP) zu beantragen, im Rahmen des sich entwickelnden regulatorischen Rahmens für digitale Vermögenswerte des Landes. Das grenzüberschreitende Zahlungssystem von Ripple hat weltweit ein Transaktionsvolumen von mehr als 100 Milliarden US-Dollar abgewickelt und ist in über 60 Märkten tätig. Ripple behauptet nun, der einzige Anbieter in Brasilien zu sein, der in der Lage ist, durchgängige institutionelle Lösungen anzubieten – von Zahlungen und Verwahrung bis hin zu Handel und Treasury. Das ist eine kühne Behauptung. Doch die Partnerschaften dahinter verleihen ihr Substanz.
Banco Genial, Braza Bank & die Partnerschaften, die dies möglich machen
Banco Genial wickelt US-Dollar-Überweisungen am selben Tag ab, während die Braza Bank das System für Devisenströme nutzt und eine durch den Real gedeckte Stablecoin auf dem XRP-Ledger emittiert hat. Fintech-Unternehmen wie Nomad, Azify, Attrus und Frente Corretora nutzen ebenfalls die Infrastruktur von Ripple für grenzüberschreitende Abwicklungen. Was den Schritt der Braza Bank interessant macht, ist die Mechanik. Der von der Braza Bank ausgegebene, durch den brasilianischen Real gedeckte BBRL nutzt XRP aktiv als Brückenwährung auf der dezentralen Börse des Ledgers. Ripples CTO David Schwartz hat immer wieder argumentiert, dass Nutzung über Preis steht, und in Brasilien wird dieses Argument nun in der Praxis getestet. Was die Tokenisierung betrifft, hat CRX, ein Partner des XRP-Ledgers, die Plattform genutzt, um tokenisierte Vermögenswerte mit einem On-Chain-Abwicklungsvolumen von rund 100 Millionen US-Dollar auszugeben. Justoken nutzt die Verwahrungsinfrastruktur von Ripple für die Tokenisierung von Rohstoff-Assets. Dies ist keine theoretische DeFi mehr.
RLUSD erreicht 1,55 Mrd. US-Dollar – Wird es Brasilien dominieren?
Ripples RLUSD-Stablecoin hat offiziell eine Marktkapitalisierung von 1,55 Milliarden US-Dollar überschritten und unterliegt der doppelten Aufsicht durch die OCC und das New York Department of Financial Services (NYDFS). In Brasilien wird er bereits von Foxbit, Mercado Bitcoin (Lateinamerikas größter Krypto-Börse), Ripio, Banco Genial und der Braza Bank unterstützt. Die doppelte Aufsicht spielt hier eine wichtige Rolle. Die brasilianischen Regulierungsbehörden stehen unregulierten Stablecoins skeptisch gegenüber. Die Compliance-orientierte Architektur von RLUSD verschafft ihm einen echten Vorteil in einem Markt, in dem regulatorische Glaubwürdigkeit die Eintrittsbarriere darstellt.
Was dies tatsächlich für die lateinamerikanische Finanzwelt bedeutet
PYMNTS Intelligence stellte fest, dass digitale Geldbörsen, Konto-zu-Konto-Überweisungen und Echtzeit-Zahlungssysteme Bargeld verdrängen und den Handel in ganz Lateinamerika modernisieren. Ripple bringt sich nun direkt in diesen Wandel ein, und zwar auf institutioneller Ebene, nicht im Privatkundenbereich. Der Antrag auf eine VASP-Lizenz bei der brasilianischen Zentralbank ist ein langfristiges Unterfangen. Wenn die behördliche Genehmigung wie geplant verläuft und die institutionelle Akzeptanz zunimmt, könnte Brasilien zu einem der größten Knotenpunkte von Ripple für grenzüberschreitende Abwicklungen, tokenisierte Vermögenswerte und On-Chain-Treasury-Operationen werden.
Monica Long, Präsidentin von Ripple, erklärte, das Unternehmen habe mehr als ein Jahrzehnt damit verbracht, das Vertrauen, die Lizenzen und die Technologie aufzubauen, die für den Betrieb in regulierten Märkten erforderlich sind, und dass die erweiterte Plattform darauf ausgelegt sei, Institutionen alles zu bieten, was sie benötigen, um im modernen Finanzsystem wettbewerbsfähig zu sein. Ob Ripple dieses Versprechen in Brasilien einlöst, wird nicht nur seine Geschichte in Lateinamerika bestimmen, sondern auch seine Glaubwürdigkeit als ernstzunehmender Akteur im Bereich der institutionellen Infrastruktur im Jahr 2026. Die Figuren stehen auf dem Brett. Jetzt muss es nur noch umgesetzt werden.







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