Die Ernennung von Merengue und Bachata zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit festigte die Position der Dominikanischen Republik als Zentrum zweier Musikrichtungen, die trotz ihrer unterschiedlichen Ursprünge die nationale Identität symbolisieren und die globale Bekanntheit des Landes fördern. Der Merengue, der 2016 von der UNESCO in die Liste aufgenommen wurde, nachdem er mit dem Nationalen Tag des Merengue – der am 26. November 2005 per Dekret eingeführt wurde – öffentliche Anerkennung erlangt hatte, und die Bachata, die 2019 zum Kulturerbe erklärt wurde, sind nicht nur künstlerische Ausdrucksformen, sondern auch Mittel für Zusammenhalt, Zusammenleben und die Weitergabe von Werten zwischen Generationen und Gemeinschaften.
Der internationale Einfluss dieser Musikrichtungen wird von der UNESCO gewürdigt, die hervorhebt, wie sich Merengue und Bachata von der Dominikanischen Republik aus in die Karibik, in die Vereinigten Staaten, nach Kolumbien und Venezuela ausgebreitet haben und mit eigenen Varianten und Stilen eine ständige Präsenz in Europa und anderen Ländern Lateinamerikas aufweisen. Derzeit gibt es allein in der Dominikanischen Republik mehr als 100 Bachtata-Schulen sowie jährliche Merengue-Festivals in Städten wie Santo Domingo und Puerto Plata, die ein lokales und internationales Publikum anziehen. Das Ausüben und Genießen dieser Tänze überwindet soziale Klassen und wirtschaftliche Hintergründe, ein Merkmal, das auch von der UNESCO hervorgehoben wird.
Der Merengue: festliches Symbol und identitätsstiftender Pfeiler
Der Merengue entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im Norden der Dominikanischen Republik und entwickelte sich zum zentralen festlichen Ausdruck der dominikanischen Identität. Seine Musik stützt sich auf Akkordeon, Güira und Tambora, und sein Tanz – stets zu zweit – zeigt Flirt, sinnliche Bewegungen und Drehungen, charakteristische Elemente, die das dominikanische Kulturministerium als integralen Bestandteil des Alltags, der Feste, der Bildung und sogar der Politik anerkennt. Die Weitergabe des Merengue beginnt bereits in der Kindheit durch Beobachtung und Nachahmung, und seine Einbindung in Wahlkampagnen und gesellschaftliche Zusammenkünfte verdeutlicht seine Durchdringung aller Bereiche der Gesellschaft.
Seit seinen Anfängen hat sich die instrumentale Interpretation des Merengue weiterentwickelt: Nach Angaben des Kulturministeriums wurden nach dem anfänglichen Einsatz von Saiteninstrumenten wie Gitarre und Bandurria nach und nach Akkordeon, Saxophon, Keyboard und Timbal integriert. Regionale Varianten festigten Subgenres wie den „Juangomero“, den „Liniero“ und den „Cibaeño“ im Norden, den „Palo echao“ und den „Pri pri“ im Süden sowie den „Redondo“ im Osten, die sich durch ihre Trommelschläge und Taktstrukturen auszeichnen. Am 26. November 2005 erklärte der dominikanische Staat offiziell den Nationalen Tag des Merengue, und 2016 erkannte die UNESCO den Merengue als immaterielles Kulturerbe an, da er den Respekt und das Zusammenleben zwischen den Gemeinschaften fördert.
Bachata: Von der Randständigkeit zur weltweiten Anerkennung
Die Bachata entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den ärmsten Vierteln von Santo Domingo. Der Begriff selbst, der wörtlich „Fest“ oder „Spaß“ bedeutet, spiegelt ihren volkstümlichen und anfangs marginalen Ursprung wider: Sie wurde hauptsächlich in Bars und Bordellen getanzt und gehört, mit melancholischen Texten, die der Liebe, der Leidenschaft und der Enttäuschung gewidmet waren. Sie war als „Musik der Bitterkeit“ bekannt und wurde von den Eliten verachtet, doch ihre Entwicklung im Radio und in den Massenmedien seit den 1980er Jahren markierte den Beginn einer unaufhaltsamen Verbreitung.
Die vier großen Etappen des Genres seit den 1960er Jahren wurden von Pionieren wie Rafael Encarnación und Tommy Figueroa sowie von internationalen Künstlern wie Mélida Rodríguez, Leonardo Paniagua und Juan Luis Guerra geprägt, die die Bachata in den globalen Kreisen etablierten. Heute gibt es verschiedene Varianten der Bachata – dominikanische, sinnliche, traditionelle, urbane und moderne –, die sich durch den Rhythmus, die Nähe zwischen den Tänzern und die Betonung der Hüftbewegungen auszeichnen. Die Aufnahme der Bachata in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO im Jahr 2019 bestätigte die kulturelle Bedeutung dieses Genres, das neben dem Merengue zu einer Säule des dominikanischen Erbes geworden ist.
Entwicklung, Varianten und wichtige Schauplätze
Sowohl der Merengue als auch die Bachata zeigen eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Anpassung und Verschmelzung. Die regionalen und stilistischen Varianten beider Genres haben laut Aufzeichnungen der UNESCO ihre Entwicklung von ländlichen Gebieten und Randbereichen hin zu der heutigen weltweiten Etablierung begleitet. In Santo Domingo und Punta Cana gibt es renommierte Tanzschulen, Veranstaltungsorte und Festivals, die sich ausschließlich diesen Rhythmen widmen, was Einheimischen und Besuchern ermöglicht, diese Tänze in Aktivitäten für alle Altersgruppen zu erlernen und mitzutanzen.
Die Wirkung von Bachata und Merengue lässt sich an Millionen von Menschen weltweit messen, die in der Dominikanischen Republik und in der Diaspora in öffentlichen Räumen, Parks und Clubs Zugang zu Musik und Tanz haben, was ihren Charakter als „lebendiges Kulturerbe“ unterstreicht, das Generationen verbindet und das kulturelle Image des Landes über seine Grenzen hinaus prägt. Laut der UNESCO haben beide Genres die internationale Ausstrahlung der dominikanischen Identität gefördert und feiern nicht nur die musikalische Vielfalt der Insel, sondern auch die tiefgreifende Dimension von Respekt, Zusammenleben und Wissensvermittlung, die ihre kontinuierliche globale Entwicklung ermöglicht.







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