Haiti: Überall sind grossartige Gutmenschen► Seite 2

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Datum: 15. Juli 2013
Uhrzeit: 13:17 Uhr
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Autor: Otto Hegnauer
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Ich pickte ein paar Rosinen aus dem Gabentisch. Und wo so viele Gaben sind, dürfen auch Zugaben nicht fehlen.

Die Christine kennen wohl alle, sie ist eine überaus eifrige Suhrer Lehrerin und verstand es, die Schweizer Schul- und Lehrmittelfabriken derart zu bezirzen, dass fast alle mithalfen, den Container zu bestopfen, sodass ein erster bald nicht mehr reichte. Nicht genug mit dieser Sammel-Bienen-Konkurrenz. Sie managte mit dem gleichen Fleiss das 100-days-Projekt, das sich als ideale Ergänzung zur Aeschbi-Sendung erwies. Sie schenkte mir gleich nach Ankunft in der Schweiz das Buch von Nick Vujicic „Mein Leben ohne Limits“, „Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eins!“ (Brunnen-Verlag ISBN 978-3-7655-1119-6) das ich jedem empfehlen kann. Nick Vujicic ist (fast) ohne Arme und Beine geboren und zeigt jedem „Normalen“, wie man mit positiver Denke JEDES Problem meistern kann.

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Die Rocker die vor mir dran kamen gaben mir die Rechte auf ihren Hit vom „Louenesee“, den die kleinen Hüpfdohlen von Lakou-mango wohl verlustigen werden, und so wird vielleicht ein neuer haïtianisch-schweizerischer Hit entstehen, ein Hit besonderer Art. Der würde sich wohl als „1. August-Tanz“ (der 1. August ist der Schweizer Nationalfeiertag) eignen und könnte die normalen, etwas langweilig-pathetischen Reden ersetzen. Man sieht, Träume und Fantasien gehen mir nie aus, manchmal werden sie gar Wirklichkeit.

Ganz wichtig ist natürlich der Besuch alter Freunde, wobei ich alle gleich bitte, mir zu verzeihen, dass die kurze Zeit meiner Anwesenheit nicht für viele Stippvisiten reichte. Zum Beispiel Urs, hier mit seiner Frau Gabriela auf Flumserberg, ist mein Kumpel seit früher Jugend. Er hat mit mir die ersten Filme gedreht und Theater gespielt, Autostop-Reisen fast ohne Geld bis in die Rif-Kabylei und ins Reich Marco Polos unternommen, mich in tiefe Abgründe des Höllochs begleitet, Jugend-Tierschutzlager und andere Werke realisiert, war privilegierter Schilehrer und vieles mehr. Er ist auch ein begnadeter Professor, Emerit, Preisträger und Entdecker in der Medizin und brachte unser 100-days-Projekt durch eine grosszügige Spende zum Abschluss. Danke lieber Urs, du wirst immer besser!!!

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Und so sieht heute meine „gesetzliche“ Familie aus: Frau Rosita, ausgewanderte Haïtianerin, hab ich schon vor über 30 Jahren in der Schweiz kennen gelernt. Wir haben uns unsere „Heimatten“ gegenseitig schmackhaft gemacht und uns in der Folge gekreuzt. So geniesst Rosi ihre „Freiheit“ in der Schweiz, ich in Haïti, niemand stört sich und wir sehen uns bei Gelegenheit in Haïti oder in der Schweiz. Auch Töchterchen Esther fühlt sich hier im Ausland wohler, und zwei weitere Kinder haben sich schon in Frankreich verselbständigt.

Auch Sepp ist mein lebenslanger Freund und hat ausser gemeinsamen Tier- und andern Filmen zum Beispiel im Nationalpark viele Abenteuer mit mir geteilt, wir haben sogar die englische Königin bei einem Besuch in der Schweiz nebeneinander „schützen“ geholfen, was man nicht alles lernen kann … Wie all meine Freunde ist Sepp unglaublich vielseitig und hat Projekte von Tunnelbauten bis Autobahn-Abschnitten, Flugplätzen bis Bahnhöfen realisiert. Er bewohnt über Ronco eines der schönsten Häuser der Schweiz, auch selbst erbaut, und anlässlich unseres Besuchs bei ihm überreichte er mir eine sehr grosszügige Spende für ESMONO. Es war beileibe nicht die erste! Auch Dir, lieber Sepp, ganz vielen Dank im Namen der Strassenkinder!

Und nochmals sorry all den vielen Freunden, die hier unerwähnt oder unbesucht blieben, aber auch gespendet haben, Lehrersaläre auf Jahresfrist finanziert, allenthalben mitgearbeitet und gesammelt haben, informatisch betreut, übersetzt und salonfähig korrigiert, facebook-erstellt, zollfrei ermöglicht, – ein unorganisierter, aber sehr aufgestellter „Verein“ von Kumpeln und „Kumpelinnen“. All unsere Werke sind nur dadurch möglich, dass wir über eine so riesige Menge hochmotivierter Helfer und Helferinnen verfügen, wenn DAAAS kein Reichtum ist! Euch allen, Genannten und Ungenannten, NOCHMALS riesigen Dank!

Dank auch an Aeschbi, der ist überhaupt „Schuld“ daran dass ich hier bin, und der mir mit den abgebildeten, warmen Worten handschriftlich dankte und beweisen konnte, dass nicht alle Schweizer so stur, herzlos und knauserig sind wie ich sie gerne verallgemeinert hatte. Sorry für alle, die sich betroffen fühlten. Mir bezw. der ESMONO gegenüber waren sie ungemein grossherzig und grosszügig, und unmittelbar nach der Sendung war das 100-days-Projekt total bezahlt und abgeschlossen. Der Container kann damit auf die Reise gehen, ein zweiter wird folgen, und in ein paar Tagen wird die Reise beginnen.

Und übermorgen werde auch ich auf die Reise gehn, denn Lakou-mango ruft! Nachher werde ich mich nicht mehr täglich, sondern vielleicht wöchentlich melden, also mich um einen gemächlicheren Trott bemühen. Und natürlich wird die Schule weiterhin grosszügige Spender brauchen, nicht wenige haben uns sogar Besuche versprochen. Die sind jederzeit willkommen, mit oder ohne Spenden. Denn die ESMONO, die soll weiterblühen!

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Die exklusive Haiti-Kolumne im latina press Nachrichtenportal von Otto ‚Swissfot‘ Hegnauer. Der ehemalige Lehrer lebt seit mehreren Jahrzehnten auf Haiti und berichtet exklusiv von seinem täglichen Leben auf der Insel Hispaniola.

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