Der Sojaboom im Osten des südamerikanischen Landes sowie in den Nachbarländern Argentinien und Brasilien hat zu wilder Landspekulation im bisher weitgehend unerschlossenen Norden des paraguayischen Chaco geführt. In den Weiten des Chaco-Waldes haben die Ureinwohner bis heute überlebt, darunter auch unkontaktierte und in freiwilliger Isolation lebende Gruppen. Per Gesetz steht den Indigenen die Anerkennung ihres Lands zu, doch nur ein Teil ihres traditionellen Territoriums wurden bisher unter Schutz gestellt oder den Indianern per Landtitel anerkannt. Die Spekulanten hingegen gehen im Katasteramt ein und aus.
Immer tiefer dringen Großgrundbesitzer und Spekulanten in den Urwald ein und machen dort den Indigenen ihr angestammtes Land streitig. Während die Indianer mit ihrer naturverträglichen Lebensweise den Wald bis heute erhalten haben, versuchen die Landräuber Fakten zu schaffen und den Wald so schnell wie möglich zu roden, um Rinderweiden anzulegen. Der Urwald wird abgeholzt und niedergebrannt. Holzkohle aus den Bäumen des Chaco und Rindfleisch aus Paraguay werden seit kurzem sogar bis nach Deutschland exportiert.
Der US-amerikanische Gentechnik- und Pestizidhersteller Monsanto hat außerdem die Eroberung des Chaco mit einer neuen Gensoja-Variante angekündigt, die gegen Trockenheit resistenter sei. Alles Land, das die großen Firmen in dieser Gegend Paraguays kauften, würde erworben werden, weil sie nur noch auf die Genehmigung dieses Materials warteten, erklärte der Südamerikachef des Konzerns gegenüber der Presse. Daneben soll der Chaco-Urwald auch für „Biodiesel“-Plantagen mit Jatropha (Purgiernuss) draufgehen.
Rettet den Regenwald unterstützt mit Spendengeldern die lokale Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Iniciativa Amotocodie und die Organisation der Ayoreo-Indianer UNAP beim Urwaldkauf im Chaco. Mit dem Kauf möchte der Verein den Urwald vor der drohenden Rodung schützen und den Indigenen zu ihrem angestammten Land zurück verhelfen. Der Wald soll für Mensch und Tier als Lebensraum erhalten bleiben. Die Bodenpreise liegen aktuell bei etwa 120 Euro pro Hektar. Ein Hektar sind 10.000 Quadratmeter. 75.000 Euro konnten bereits seit Dezember 2008 überwiesen werden. Machen Sie der Natur und den Indigenen ein Geschenk. Ein Quadratmeter Chaco-Wald kostet nur wenig mehr als 1 Cent!
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