Seit über einem Jahr ermittelt die brasilianische Justiz im Korruptionsskandal rund um den halbstaatlichen Ölkonzern Petrobras. „Escândalo na Petrobras“ wird als der größte Schmiergeldskandal der brasilianischen Geschichte bezeichnet, obwohl ein mutmaßlicher „Steuervermeidungsskandal“ weit größtere Dimensionen vermuten lässt. Bereits am 26. März dieses Jahres hat die Bundespolizei (Policia Federal) die „Operação Zelotes“ gestartet, der Schaden für den Staat könnte dabei wesentlich höher als beim Petrobras-Skandal sein.
Mehr als 70 Firmen sollen Beamte der brasilianischen Steuerbehörde CARF bestochen haben, um Strafzahlungen zu mildern oder ganz zu vermeiden. Dem Staat sollen dadurch 19 Milliarden Reais (1 US-Dollar = 3,84 Reais) an Steuern entgangen sein. Am Montagmorgen (26.) Ortszeit hat die Bundespolizei eine neue Phase ihrer Untersuchungen gestartet, in den Bundesstaaten São Paulo, Piauí, Maranhão und dem Distrito Federal wurden zahlreiche Personen festgenommen und Büros durchsucht.
Unter den Festgenommenen befindet sich Carlos Alberto de Olveira Andrade, Chef der Grupo Caoa (Repräsentant von Hyundai in Brasilien) und mit einem geschätzten Privatvermögen von fünf Milliarden Reais einer der reichsten Männer im südamerikanischen Land. Ebenfalls Mauro Marcondes Machado, Vize-Präsident der Bundesvereinigung der Autobauer (Associação Nacional dos Fabricantes de Veículos Automotores). Berichte lokaler Medien, dass Luís Claudio Lula da Silva (LFT Marketing Esportivo), einer der Söhne von Ex-Präsident Lula da Silva, ebenfalls festgenommen wurde, haben die Bundesbehörden bisher nicht bestätigt.
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