Parlamentswahlen in Venezuela: Erdrutschsieg für Opposition – Live-Ticker► Seite 2

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Venezuela wählt ein neues Parlament (Fotos: Ernesto Pinheiro/Voto Joven/AVN)
Datum: 06. Dezember 2015
Uhrzeit: 10:58 Uhr
Leserecho: 27 Kommentare
Autor: Redaktion
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20:50 Uhr MEZ: Venezuelas Präsident Maduro gab vor wenigen Minuten während einer Pressekonferenz ein Beispiel dafür, was für ihn Realität bedeutet: „Venezuela ist ein Stabilitätsanker in der Karibik, Lateinamerika und Südamerika“.

20:45 Uhr MEZ: Venezuelas beliebteste Politikerin María Corina Machado erwartet wie die meisten Analysten einen überwältigenden Sieg der Opposition. „Am heutigen Wahlsonntag sind nur zwei Ergebnisse möglich: ein überwältigender Sieg der demokratischen Kräfte – oder ein monumentaler Betrug“, glaubt Machado.

20:20 Uhr MEZ: Laut Juan Carlos Gutiérrez, Anwalt von Leopoldo López, befindet sich die Wahlmaschine bereits in Ramo Verde. Die Behörden des Militärgefängnisses teilten jedoch mit, dass Lopez kein Wahlrecht habe und die Wahlbehörde für die Lösung dieser Situation verantwortlich ist.

19:40 Uhr MEZ: Trotz Zusage darf Daniel Ceballos, inhaftierter Ex-Bürgermeister von San Cristóbal, nicht wählen. Dies gaben seine Anwälte vor wenigen Minuten bekannt.

19:00 Uhr MEZ: Nach Angaben der Polizei wollte der 20-jährige Adrián Márquez vor einem Wahllokal in Caracas eine Handgranate zünden und ist vom explodierenden Sprengkörper getötet worden.

18:40 Uhr MEZ: Die Venezolaner machen massiv von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Vor vielen Wahllokalen stehen endlos lange Menschenschlangen, die im Bündnis „Tisch der demokratischen Einheit“ (Mesa de Unidad Democrática) vereinte Opposition hatte die Bevölkerung um eine hohe Wahlbeteiligung gebeten.

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18:00 Uhr MEZ: Venezuelas beliebteste Politikerin María Corina Machado hat in Los Chorros, Caracas, abgestimmt. Begleitet wurde sie von den Ex-Präsidenten Andrés Patrana (Kolumbien) und Jorge Quiroga Ramírez (Bolivien). In mehreren Bundesstaaten protestieren die Wahlberechtigten wegen Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Als Grund werden oftmals defekte Wahlmaschinen genannt.

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17:45 Uhr MEZ: Parlamentspräsident Diosdado Cabello hat von seinem Wahlrecht Gebrauch gemacht und in einem Wahllokal im Bundesstaat Monagas abgestimmt. Cabello sprach von einer „großen Wahlbeteiligung“, einem „extrem schnellen“ Wahlprozess, eine geheime Abstimmung sei seiner Meinung nach garantiert.

17:35 Uhr MEZ: Der venezolanische Oppositionspolitiker Manuel Rosales war am Donnerstag (15. Oktober) nach sechs Jahren im Exil in seine Heimat zurückgekehrt und noch am Flughafen in der aus Aruba kommenden Maschine von der Polizei und dem Geheimdienst festgenommen worden. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat befindet sich nach Angaben seines Sohnes in der Zentrale des Bolivarischen Nachrichtendienstes (Sebin) in Caracas. Vor wenigen Minuten gab Richterin Yesenia Núñez bekannt, dass Rosales nicht wählen darf.

17:25 Uhr MEZ: Der Abgeordnete Alfonso Marquina, Kandidat der Opposition im Bundesstaat Lara, berichtet in einem Telefongespräch von mehreren Unregelmäßigkeiten an den Wahlmaschinen. Bis zur Stimmabgabe mussten er und zahlreiche Wahlberechtigte über zwei Stunden warten. Lilian Tintori teilte soeben mit, dass ihr Ehemann Leopoldo in einem „Wahlmobil“ im Militärgefängnis abstimmen wird. Laut dem Nationalen Wahlrat sind sechs Stunden nach Wahlbeginn 100% der Wahllokale in Betrieb.

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17:15 MEZ: Die Mission von „Wahlunterstützern“ der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) wurde im westlichen Caracas aktiviert und wird von der Regierung ausgesuchte Wahllokale inspizieren. Venezuelas Regierung will nicht, dass internationale Wahlbeobachter das „zuverlässigste Wahlsystem der Welt“ begutachten, lediglich handverlesene Gefolgsleute sind erwünscht.

16:50 Uhr MEZ: Der Nationale Wahlrat (CNE) wird in Kürze darüber entscheiden, ob López im Militärgefängnis Ramo Verde oder in einem Wahllokal in der Umgebung abstimmen wird.

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16:30 Uhr MEZ: Obwohl per Wahlgesetz verboten, hängen Fotos der Regierungskandidaten direkt vor den Wahllokalen und werden von motorisierten Banden akribisch „bewacht“. Ebenfalls „assistieren“ Mitglieder der Regierungspartei bei der Stimmabgabe.

16:00 Uhr MEZ: Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz widerspricht Tintori und betont, dass López sein Stimmrecht ausüben kann. Offenbar gibt es Differenzen darüber, wo der politische Gefangene seine Stimme abgibt. Die Opposition möchte, dass er dies in einem Wahllokal und damit öffentlich erledigt, die Regierung besteht auf Stimmabgabe im Militärgefängnis Ramo Verde. Dass López überhaupt abstimmen kann, ist allerdings weder ein Verdienst von Luisa Ortega Díaz noch der Wahlbehörde CNE. Die Ex-Präsidenten von Kolumbien, Andrés Pastrana, Bolivien (Jorge Quiroa) und Costa Rica (Laura Chinchilla) haben in einem Gespräch mit Präsident Maduro darauf bestanden, dass die politischen Gefangenen López, Ceballos und Ledezma wählen dürfen.

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15:40 Uhr MEZ: Mehrere Journalisten der venezolanischen Tageszeitung „El Nacional“ wurden von Regierungsanhängern angegriffen und an ihrer Berichterstattung vor den Wahllokalen gehindert. Alejandro Hernández wurde von Steinen und Flaschen am Kopf getroffen. Die Ehefrau von Leopoldo López, Lilian Tintori, gab soeben bekannt, dass ihr Mann trotz Zusage nicht von seinem Stimmrecht Gebrauch machen darf. Inzwischen sind landesweit 95% aller Wahllokale geöffnet. Der Wahlverlauf wird als schleppend bezeichnet, aus vielen Wahllokalen werden defekte Wahlmaschinen gemeldet.

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15:10 Uhr MEZ: Im Bundesstaat Miranda sind mehr als 90% aller Wahllokale geöffnet, bisher gibt es keine Zwischenfälle. Inzwischen zeichnet sich allerdings ab, dass einige Wahllokale nicht um 18:00 Uhr schließen werden. Außenministerin Delcy Rodríguez hat bereits von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht und gab ihre Stimme in El Valle (Caracas) ab.

14:00 Uhr MEZ: Trotz anders lautender Meldung der Wahlbehörde sind in mehreren Bundesstaaten Wahllokale noch nicht geöffnet.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Randgänger

    Ich hoffe das alle Mitarbeiter von Latina Press das ganze gesund und ohne Verhaftung überstehen

  2. 2
    hugo

    in gedanken sind wir bei euch !

    haben vor 5 monaten das land verlassen. wir lebten 15 jahre hier. wir möchten wieder zurück nach venezuela.

    viel glück.

    • 2.1
      Franz

      Hallo Hugo,
      lebe seit 3 1/2 Jahren auf der Isla und werde nicht vor dem roten Pack weglaufen. Ich denke das es diesmal besser wird als wie in der Vergangenheit. Also Kopf hoch und durch.

  3. 3
    Mango

    Ja heute ist der 6te diciembre Nicolás Tag, oder Nikolaus

  4. HOLA HUGO,ICH HABE DAS LAND NICHT VERLASSEN,DENN ICH LIEBE DIESES LAND,NICHT DIESE ROTE BANDE.ES GIBT AUCH HIER NORMALE MENSCHEN,WOLLEN WIR HOFFEN DAS ALLES BESSER WIRD,SO WIE VOR DIESEN CHAVISTAS

  5. 5
    markus

    merida ist ruhig, meine frau war innerhalb von 20 minuten zurück aus dem Wahllokal

    • 5.1
      annaconda

      Merida hat die Opposition die meisten Stimmen gewonnen ! Que Vivan los Gochos !

  6. 6
    Gast

    Habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben,eine Vorhersage nicht möglich,
    Hoffnung wie in Rumänien nach der Wende…….

    • 6.1
      der Sachse

      Habe die Hoffnung auch nicht aufgegeben. Wie in Rumaenien, das waere voll cool.

  7. 7
    Fideldödeldumm

    Danke an Latina-Press, dass wenigstens ein deutschsprachiges Medium von den Wahlen berichtet. In Deutschland gibt es lediglich Randnotizen. Im Weltspiegel berichtet man lieber von dem harten Leben in Ghana.

  8. 8
    Martin Bauer

    Mit Sicherheit geht der rote Pöbel nach Einbruch der Dunkelheit auf die Strassen und verbreitet Terror. Das war bisher noch bei jeder Wahl ab 2006 der Fall. Man sollte sie einfach ins Leere laufen lassen, es sei denn, man ist stark genug um sie das Fürchten zu lehren. Dann aber müsste man auch gleich die sie schützenden Polizei und Nationalgarde zum Teufel jagen. Das wäre etwas Neues, wofür wohl noch immer die Ressourcen fehlen. Der Ton der Bevölkerung aber hat sich deutlich geändert. So leicht wie bisher geben die Leute nicht mehr klein bei.

  9. 9
    Miguel-Ito

    Ich wohne zwar in D, liebe aber das Land Venezuela und seine Menschen ( mit einigen persönlichen Kontakten)! Ich hoffe, dass es zu einem möglichst friedlichen Umbruch kommt! Natürlich ist die Befürchtung da, dass „Miraflores“, in Zusammenarbeit mit der Guardia Nacional alles versuchen wird, die Wahlen a) evtl. durch provozierte Gewaltakte zu beeinflussen und b) bei einer für sie (eigentlich sicheren) Wahlniederlage den „Ablauf“ und die JETZT SCHON bemängelten, angeblich defekten Zählgeräte als Vorwand für eine „Ungültigkeit der Wahl“ herbeizaubern wird!
    Aber: Die Hoffnung stirbt bekannterweise zuletzt!!!!
    Ich muss mich den Worten „Fideldödeldumm’s “ anschließen: Danke für Eure Berichterstattungen; macht weiter so und viel Glück für alle Mitarbeiter! Lateinamerika (und damit meine ich alles südlich des Rio Grande!) ist für die deutsche Presse offensichtlich,aus mir unbekannten Gründen, nicht relevant!
    Democratica hasta siempre!

  10. 10
    Franz

    Gott sei Dank ist die Bevoelkerung wach geworden.

  11. 11
    Miguel-Ito

    Sollte alles „glatt“ verlaufen, muss man nur noch darauf achten, dass der absehbare „Ex-Presidente“ >>sein<< Geld, sprich, das des Volkes, ausser Landes bringt, wenn noch nicht bereits geschehen! Entsprechende Kontaktaufnahmen haben ja bereits stattgefunden!

  12. 12
    VE-GE

    Auch ich bin noch in Venezuela und werde es auch bleiben und das seit 1995……Franz@ warten wir es mal lieber ab ob du mit deiner behauptung recht hast. Es ware zu wuenschen!

  13. 13
    Franz

    Das die Wahllokale immer noch nicht alle geschlossen sind koennte bedeuten das die Roten versuchen die Wahl zu manipolieren um das Ergebnis zu faelschen. Wenn der Praesident so dumm ist und sein Geld in die USA bringt wird sein Konto einfroren. Schlimmer finde ich aber Cabello der Hunderte Million Dollar auf Seite geschafft hat. Ebenso die Toechter von Chaves die gekauft wurden damit sie den Mund halten ueber den waren Todestag von ihrem Vater. Aber es wird alle ans Licht kommen. Mal sehen wie lange es dauert bist die ersten roten Politiker aus dem Land fluechten. Sie gehoeren alle ins Gefaengnis.

  14. 14
    Franz

    Ich bin sehr positiv denn die koennen doch nicht immer mit ihren Luegen durchkommen. Es muss doch eine Gerechtigkeit geben fuer die Bevoelkerung.

  15. 15
    Martin Bauer

    Auch wenn es nicht viel ändern wird, Diosdado Cabello soll angeblich sein Mandat verloren haben. Man sollte jedoch nicht hoffen, dass er deshalb in der Versenkung verschwindet.

  16. 16
    Franz

    Es gibt immer noch keine Ergebnisse. Jedenfalls finde ich noch keine im Imternet.

  17. 17
    Franz

    Martin, wenn er nicht verschwindet wird er im Knast laden wo er hingehoert. Vorraussetzung das die Opposition gewinnt.

    • 17.1
      Martin Bauer

      Die Frage, ob der im Knast landet oder nicht, stellt sich gar nicht. Lediglich, WANN? Es sei denn, eine Kugel oder Rattengift kommt dem zuvor.

  18. 18
    Franz

    Es liegt immer noch kein Ergebnis vor.

  19. 19
    randgänger

    Auf den anderen Nachrichten Seiten steht das derzeit die Opposition 99 sitze sicher hat und maduros Gauner nur 49. Maduro soll sogar die Niederlage eingeräumt haben. Glückwunsch an venezuela, wobei es noch ein langer und steiniger Weg zurück zu normalen Verhältnissen wird.

  20. Das Ende vom Albtraum hat begonnen.Laut El Universal 113 Abgeordnete Opposition, 53 Chavistas….es stehen noch 17 Sitze aus . Die Bestie blutet, abwarten was sie sich einfallen lassen.Aber ,dass sie die absolute Mehrheit verloren haben ist trotz aller Trick,welche sie anwanden, nicht mehr zu negieren.

    • Für Sie, annaconda, freut mich der Wahlausgang ganz besonders. Leider ist die zukünftige Entwicklung völlig ungewiss. Doch es hat sich etwas Wichtiges geändert. Da sind wir uns wohl alle einig. Sehr viel Zukunft dürften die Verbrecher in Miraflores meiner Einschätzung nicht mehr haben, egal wo und in welcher Form. Es sind zu viele Hunde auf der Hasenjagd, im In- und Ausland. Lediglich der spanischen Regierung traue ich nicht über den Weg. Aber auch die wird sich irgendwann gegen die PSUV-Bande stellen müssen. Vor allem im eigenen Land!

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