Flüchtlingskrise Venezuela: Einwanderungsschutzprogramm für Lateinamerika gefordert

migration

Seit 2012 sind rund 815.000 Venezolaner ausgewandert (Foto: extranjeria cl.)
Datum: 23. Februar 2018
Uhrzeit: 08:31 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Die Migrationsströme der Venezolaner infolge der schweren Krise im Land werden immer besorgniserregender. In einem Forum, das von der Denkfabrik des Atlantischen Rates in Washington organisiert wurde, vertrat eine Expertengruppe die Auffassung, dass Lateinamerika Programme für den Schutz vor Migration entwickeln sollte. Darunter zum Beispiel den von den Vereinigten Staaten in der Vergangenheit gewährten Temporary Protected Status (TPS). Das TPS ist ein Programm, mit dem die Flüchtlinge aus den Bürgerkriegen Lateinamerikas in den USA einen vorübergehenden Abschiebeschutz genießen.

„Es ist die derzeit eine der größten Flüchtlingskrisen der Welt. Glaubwürdige Studien belegen, dass die Zahl der Menschen, die Venezuela verlassen höher ist als die Zahl der Syrer, die ihr Heimatland verlassen“, so Jorge Quiroga, ehemaliger Präsident Boliviens. Die Teilnehmer des Forums betonten, dass das Regime von Nicolas Maduro seine Bevölkerung dazu gebracht hat, unter den Bedingungen einer „postapokalyptischen“ Welt zu leben. Sie forderten die Länder der Region dazu auf, „die Sanktionen gegen die Diktatur zu verschärfen und die diplomatischen Beziehungen zu unterbrechen“.

Der Botschafter Kolumbiens in den Vereinigten Staaten, Camilo Reyes, bemerkte, dass einige lateinamerikanische Länder die Ausmaße der venezolanischen Krise noch nicht richtig bewertet haben. Er warnte davor, dass die Region keine Zeit hat, um Maßnahmen zu ergreifen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos forderte die Interamerikanische Menschenrechtskommission (IACHR) am Donnerstag (22.) dazu auf, ihre Bemühungen hinsichtlich der massiven Migration von Venezolanern nach Kolumbien zu konzentrieren: „Ich fordere die IACHR auf, ihre Bemühungen auf dieses Phänomen zu konzentrieren. Es hat sich in den letzten Monaten massiv verschärft und die Aufgabe der IACHR ist die Verteidigung der Menschenrechte auf dem Kontinent“.

Am Mittwoch (21.) wurde die Erhebung über die Lebensbedingungen in Venezuela (ENCOVI) von drei Universitäten des Landes verbreitet. Eine der Achsen der Studie war der Migrationsfluss. Dem Bericht zufolge sind seit 2012 rund 815.000 Venezolaner ausgewandert. Alleine in den letzten beiden Jahren 652.000 oder 78,8 Prozent. Die Hauptreiseziele sind Argentinien, Kolumbien, Chile, Ecuador, Spanien, die Vereinigten Staaten, Panama und Peru.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2018 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!