Venezuela: Zweifel an Anschlag auf Staatschef Nicolás Maduro – Update

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Die Regierung spricht von einem Anschlag mit explosiven Drohnen gegen Staatschef Maduro (Foto: Archiv)
Datum: 05. August 2018
Uhrzeit: 07:35 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Am Rande einer Militärparade zum 81. Jahrestag der Bolivarischen Nationalgarde (GNB) ist es am Samstag (4.) in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu einer Explosion gekommen. Nach Angaben der Behörden wurden sieben Menschen verletzt. Die Regierung spricht von einem Anschlag mit explosiven Drohnen gegen Staatschef Maduro. Dieser machte rechtsgerichte Elemente in Venezuela und Kolumbien dafür verantwortlich: „Alle Ermittlungen zeigen auf Bogotá“, so das Staatsoberhaupt. Er beruft sich Ermittlungsergebnisse des venezolanischen Inlandsgeheimdienstes, der offensichtlich erstaunlich schnell gearbeitet hat.

Bei der Übertragung im Staatsfernsehen war eine Explosion während der Rede Maduros vor mehr als 17.000 Soldaten zu hören gewesen. Fernsehbilder zeigten Soldaten und Zuschauer, die in Panik wegliefen, ehe die Übertragung abgebrochen wurde. „Das war ein Anschlag gegen die Person des Präsidenten Nicolás Maduro“, gab wenig später Jorge Rodriguez, Vizepräsident/Minister für Kommunikation, Kultur und Tourismus, im staatlichen Rundfunksender VTV bekannt.

Maduro, der seit Amtsantritt schon mindestens zwanzig angebliche Attentate/Anschläge überlebt hat, bezichtigte seinen kolumbianischen Amtskollegen und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos der Urheberschaft des Attentatsversuchs. „Ein Teil der Verantwortlichen dieses Attentats sind bereits gefasst worden. Ich hege keine Zweifel, dass dahinter die extreme Rechte und Juan Manuel Santos stecken“, glaubt der auf Kuba ausgebildete Marxist. Dieser soll nach Meinung von Maduro rund 48 Stunden bevor er in den politischen Ruhestand geht und sein Amt an den rechtskonservativen Nachfolger Ivan Duque übergibt, noch mal eben ein Attentat ferngesteuert haben.

Stunden später bekannte sich eine anonyme Gruppe über die sozialen Netzwerke zu dem Angriff. Auf einem Twitter-Account namens „Soldiers of Flannel“ wurden Fotos und Videos veröffentlicht, der Anschlag wurde als „Operación Fénix“ bezeichnet. „Die Operation bestand darin, mit zwei mit C4 (Sprengstoff) beladene Drohnen über die Präsidentenloge zu fliegen. Die Drohnen wurden von Scharfschützen der Präsidentengarde abgeschossen, bevor sie das Ziel erreichten. Wir haben damit bewiesen, dass das Regime verwundbar ist. Die Ziele, die wir verfolgen, sind die Rückkehr zu Frieden, Wohlstand und Fortschritt. (…) Wir können nicht tolerieren, dass die Bevölkerung unter Hunger leidet, die Kranken keine Medikamente bekommen, die Währung keinen Wert hat, das Bildungssystem oder persönliche Sicherheit eine ferne Erinnerung ist“, heißt es in einem Teil einer Video-Botschaft von „Soldiers of Flannel“.

Update

„Die Anschuldigungen Maduros entbehren jeder Grundlage. Präsident Santos widmet sich am Wochenende der Taufe seiner Enkelin Celeste und nicht dem Sturz ausländischer Regierungen“, so eine hochrangige Quelle im Regierungspalast an die Medien des Landes. Wenig später mehrten sich die Zweifel an der offiziellen Version von einem „Mordanschlag“. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, Feuerwehrleute vor Ort hätten der Anschlagsversion entschieden widersprochen. Tatsächlich sei nur ein Gastank oder Gasflasche in einem nahe gelegenen Gebäude explodiert. In Lateinamerika sind sich außer auf Kuba, Nicaragua, Bolivien und Nicaragua viele Medien einig: Das Regime will einmal mehr von seinen gravierenden politischen und wirtschaftlichen Problemen abwenden und ist im Zeitalter von „Fake News“ angekommen.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    der Bettler

    wann bekommen die endlich mal was in die reihe was hand und fuß hat, und was auch zum erfolg führt.

  2. 2
    Galgo

    Ja, ist schon verwunderlich, immer wenn einer oder mehrere mal was ändern wollen, geht die escopeta nach hinten los. Nun, fast nach hinten los. Zumindest hat der Maduro jetzt etwas mehr Angst. Schon ein Fortschritt wenn der sich seiner Sache nicht mehr soooo sicher ist.Beim nächsten mal möge der „Herr“ mit ihnen sein und die xxxxxxxxxxx lenken. „Herr, das Ziel xxxxxxxxxxxxxxx“, hoffe du erhörst mal meine Bitten, sonst gehe ich echt zu einer anderen Religion!

  3. 3
    Pelle

    Mensch Galgo, das Wechseln der Religion wird dir nichts nutzen, die „Herren“ da oben stecken doch alle unter einer Decke… womöglich sind die himmlischen Heerscharen auch schon vom ach so effektiven SEBIN unterwandert, würde mich nicht wundern. Das Lenken musst du schon der Elektronik überlassen, und die stammt vermutlich aus China, ob die Interesse am Ableben vom Madburro haben wage ich zu bezweifeln ;-) ;-)

  4. 4
    Mark

    Mann Galgo, was willst du bei einer anderen Religion, die ist genauso verlogen wie deine jetzige!

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