Explosion von Gewalt und Mord beunruhigt „die Schweiz Zentralamerikas“

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Die Unsicherheit ist in dieser Woche auf ein höheres Niveau gestiegen(Foto: Archiv)
Datum: 12. August 2018
Uhrzeit: 14:22 Uhr
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Autor: Redaktion
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Costa Rica hat letztes Jahr die höchste Anzahl an Tötungsdelikten in seiner Geschichte verzeichnet und die Welle von Gewalt wächst im Jahr 2018 weiter. Die Folgen des Drogenhandels und der damit verbundenen Verbrechen breiten sich in den Touristengebieten aus. Das zentralamerikanische Land gilt als eines der fortschrittlichsten Lateinamerikas, erklärte 1983 seine „dauerhafte und aktive unbewaffnete Neutralität“ und wird auch als „die Schweiz Zentralamerikas“ bezeichnet. Die Besorgnis über die Zunahme von durch Gewalt verursachte Todesfälle lässt die Alarmglocken der Behörden schrillen.

Die Mordrate im letzten Jahr (12,1) hat Costa Rica auf die Liste der Länder gesetzt, in denen gewaltsame Todesfälle als Epidemie eingestuft werden und die Rate von 10 pro 100.000 Einwohner übersteigen. Das Jahr 2017 endete mit 603 gewaltsamen Todesfällen, von denen die meisten nach Angaben der Agentur „Organismo de Investigación Judicial“ der Abrechnung zwischen kriminellen Banden im Zusammenhang mit dem Drogenhandel zugeschrieben wurden.

Dieses Jahr zeigt keine positiven Veränderungen – im Gegenteil. Am 8. August erreichte die Zahl der Morde 416, von denen 131 von den Justizbehörden als Abrechnung oder Vergeltung angesehen werden. Einen wichtigen Platz in der Statistik der Todeszahlen nehmen Tötungsdelikte durch Streit mit bisher 73 ein.

Die Unsicherheit ist in dieser Woche auf ein höheres Niveau gestiegen, als zwei Touristinnen aus dem Ausland ermordet wurden. Die Verbrechen haben eine gemeinsame Reaktion der Sicherheitsbehörden und des Tourismussektors hervorgerufen. Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen Costa Ricas. In einer Zeit, da das Land in eine Finanzkrise verstrickt ist und in Ermangelung einer politischen Entscheidung bergen die Vorkommnisse Risiken hinsichtlich einer Stagnation der Wirtschaft. Der Rückgang des Tourismus hätte enorme Auswirkungen.

Daher müssen Maßnahmen ergriffen werden, um eine größere Sicherheit in den wichtigsten touristischen Gebieten zu gewährleisten – ohne den Rest des Landes zu vernachlässigen. Präsident Carlos Alvarado wird eine Millionen US-Dollar jährlich für Sicherheitsprogramme bereits stellen. „Wir ergreifen Maßnahmen, um diese Situation der Gewalt nicht nur im Tourismus, sondern auch bei Femizid und Sicherheit im Allgemeinen anzugehen und umzukehren“, so das Präsident über die sozialen Netzwerke.

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