Vor einigen Wochen hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro angekündigt, dass er „die Eliminierung“ von geisteswissenschaftlichen Hochschulprogrammen vorantreiben wolle. Alle Universitäten müssen demnach mit dem „Heimatplan“ (Plan de la Patria) verbunden sein was bedeutet, dass sie sich an eine bestimmte Ideologie halten müssen. Dieses gebundene System von Weltanschauungen wurde im Dritten Reich und in Nordkorea angewandt – die Folgen sind bekannt.
„Wir können nicht Tausende von Fachleuten haben, die Universitätsstudien abschließen, die nichts mit der Entwicklung des Landes zu tun haben“, gab Maduro bekannt. Das heißt im Wesentlichen, dass Fächer wie Kunst, moderne Sprachen und internationale Studien (auch Diplomatiestudien genannt) nichts zur Entwicklung des Landes beitragen. Die Sichtweise eines sich in Selbstherrlichkeit und Realitätsverleugnung suhlenden Regimes ist ein Schlag – kurz- und mittelfristig – gegen das kritische Denken und die ganzheitliche intellektuelle Bildung der nächsten Generation von Venezolanern.
Die Absicht des Regimes, ein auf ihre ideologischen Ambitionen zugeschnittenes Bildungssystem einzuführen, war unvermeidlich. Für den Maduro-Clan sind Universitäten eine Bastion des Widerstands, die sie trotz ihrer Bemühungen nicht kontrollieren können. Vor ein paar Jahren wurde mit der „Colección Bicentenaria“ eine Reihe von Schulbüchern eingeführt, die in den sozialen Medien wegen ihrer offensichtlichen und voreingenommenen Manipulation der Geschichte heftig diskutiert wurden. Die Regierung hatte nicht nur eine neu interpretierte und leicht überarbeitete Sichtweise der Geschichte entwickelt, sondern auch ein neues historisches Umfeld geschaffen, in dem die Ideologie die zukünftige Meinung vereinheitlicht.
Das Regime pflegt sorgfältig den Nährboden für seine Ideologie. Das Konzept des Heimatlandes wird häufig benutzt, in den öffentlichen Schulen machen Kinder einen militärischen Gruß. Der „neue“ Venezolaner soll akzeptieren, dass „Chavismo“ nicht nur eine politische Partei, sondern ein wesentlicher Teil der venezolanischen Identität ist.
Da es keine Entwicklung des Landes mehr gibt, braucht man auch keine Studierenden. Der Mann hat nebenbei Ökonomie studiert und scharf nachgedacht. Es wird bald das ganze Licht ausgehen, aber Chavistas Wissen ja wo das Licht angeht. Am Lichtschalter.
Die meisten intelligenten Venezolaner scheinen das Land verlassen zu haben. Der große Rest lässt sicht widerstandslos staatlich verdummen. Die letzte Bastion – die Unis – etwa auch?
El Primitivo hat gesprochen. Ich bin gespannt, wann die letzten Inteligenten ihm eine auf sein Quapomaul hauen!