Jair Messias Bolsonaro gewinnt erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Brasilien

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Wie sämtliche Umfragen vor dem Urnengang bestätigten, hat der ultrakonservative Jair Messias Bolsonaro die Wahl gewonnen (Fotos: Bolsonaro/ScreenshotTV)
Datum: 08. Oktober 2018
Uhrzeit: 00:07 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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147,3 Millionen Brasilianer in 5.570 Verwaltungsbezirken und 500.727 Wahlberechtigte in 125 Ländern waren am Sonntag (7.) dazu aufgefordert, ihr neues Staatsoberhaupt, Gouverneure, Abgeordnete, zwei Drittel der Senatoren und auch ihre regionalen Vertreter zu wählen. Wie sämtliche Umfragen vor dem Urnengang bestätigten, hat der ultrakonservative Jair Messias Bolsonaro die erste Runde der Wahlen mit gewaltigem Abstand gewonnen. Der 63-jährige Ex-Militär und Kongressabgeordnete gewann in fast allen Bundesstaaten und verbuchte 46,46 Prozent aller gültigen Stimmen auf sich, sein Herausforderer Fernando Haddad lediglich 28,69 Prozent (nach Auszählung von 98 Prozent der Wahlunterlagen). Damit kommt es am 28. Oktober zwischen Bolsonaro und Haddad zu einer Stichwahl.

Noch nicht vollständig ausgewertete Ergebnisse belegen, dass die linksgerichtete Arbeiterpartei „Partido dos Trabalhadores“ (PT) in den wichtigsten Bundesstaaten São Paulo, Rio de Janeiro und Minas Gerais (Ex-Präsidentin Dilma Rousseff hat erfolglos für einen Sitz im Senat von MG kandidiert) eine schwere Niederlage erlitten hat und dort keinen einzigen Senator stellen wird. Laut Laura Chinchilla, Ex-Präsidentin von Costa Rica und Leiterin der OAS Wahlbeobachtungsmission (Organisation der amerikanischen Staaten), verlief der Wahlprozess in „völliger Normalität“. Nach ihren Worten gibt es „keinen Zweifel“ an der Sicherheit und Rechtmäßigkeit der elektronischen Abstimmung.

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  1. 1
    Paddy Zé

    Das Ergebnis überrascht einerseits nicht, weil in den sozialen Medien viele Bolsonaro-Anhänger sich lauthals angekündigt hatten. Und diese, die ich in Brasilien kenne, haben für Niemand gewählt.
    Darum sieht es für Bolsonaro alles sehr eindeutig aus. Aber der Schein trügt, denn Bolsonaro kann keine Stimmen mehr regenerieren. Haddad hingegen schon.
    Was mich sehr beschämt ist, dass gerade im Ausland lebende Brasilianer, einen Ultra-Konservativen wählen würden. Gerade Diejenigen, die von einer sozialen linksgerichteten Regierung profitieren und somit überhaupt im Ausland bleiben können, wählen das Gegenteil. Oder es sind die Steinreichen, die sonst schon von der Ausbeutung der Ressourcen oder billigen Arbeitskräfte in Brasilien profitieren und sich einen noch besseren Profit an der Börse erhoffen. Es ist nur logisch, dass die Währung bei Bolsonaro wieder stärker werden würde. Aber die sozialen Konflikte parallel ebenso.
    Was mich bei Bolsonaro am meisten stört ist, dass er mit zwei ausgestreckten Finger zu einem Sturmgewehr formt und so überhaupt Präsidentschaftskanditat wurde. Und dass die Urvölker Brasiliens mit ihm vernichtet würden, denn er steht eindeutig auf der Seite der mafiösen Agrarlandräuber, ist die Katastrophe perfekt.
    Es ist auch einfach von den Bolsonaro Anhänger, die Schuld der Wirtschaftskrise den Linken zu geben, wärend Temer eigentlich die jahrzehntelange Arbeit von Lula in einem Jahr rückgängig machte. Das Pre-Sal Oelvorkommen vor der Brasilianischen Küste wurde durch Temer an die Amerikaner verkauft, was Dilma verhindern versuchte, weil sie ihre Sozialausgaben damit zu finanzieren versuchte. Und weil das nicht gelang, ist es nun ihre Schuld, wenn die eigentlichen Korrupten, Wirtschaftsmafiabosse und Waffengeilen, die soziale Arbeit sabotieren und gleichzeitig das Land putschten?

    • 1.1
      caratinga

      Schon einmal überlegt, warum gerade die Brasilianer im Ausland, nicht PT wählen.
      Weil sie gespürt haben, das die PT ein Betrügerverein ist.
      Ausser heisse Luft nichts dahinter. Als normal Bürger mit Kinder kann man in Brasilien nur vegetieren, d.h. auch Leben von der Hand in den Mund.

  2. 2
    Susanne

    Hallo Paddy Zé ,
    ihr Beitrag klingt so,
    als hätten sie Politik studiert….
    In Sibirien , in den 1940-er Jahren.
    Sollte ich mich da irren??

  3. 3
    Paddy Zé

    Susanne, es ist doch überall das gleiche Muster.
    Es ist schlicht meine Reflektion aus der letzten Dekade, was aus Brasilien geworden ist. Ich weiss, es war schon immer ein korruptes Konstrukt. Was ja in der DNA der brasilianischen Politik steckt. Aber jetzt all die Schuld an Lula und Dilma anzulasten ist zu einfach, da ja ihr Plan für eine sozialere Politik und Bekämpfung der Armut, oder Schutz der Indigenen ja ständig untergraben wurde und somit immer zum scheitern verurteilt war. Aber dass es schlimmer als bei Temer werde könnte, weil alles vergessen wird, was eine neoliberale Politik anstellt und dabei denken, es muss noch mit mehr Militär entgegen gebracht werden, was ja die Zahlen eindeutig dagegen sprechen, finde ich das extrem traurig. Und dann noch rechtsextrem. Das wäre ja, als würde die AfD ihren Kanzler stellen. Ich verstehs nicht.

  4. 4
    Paddy-Zé

    Hallo Susanne, nein Sie irren sich nicht, es ist genau die Politik die Brasilien zur Zeit betreibt, wie in Sibirien anno 1940. Ganz genau! Und weil die Faschisten, Rassisten und Kollonialisten an der Macht sind, hat sich bis heute NICHTS geändert! Und ihr merkt es nicht einmal, dass ein Rechtsextremer mit verlogenen Propaganda Sprüchen und unzutreffenden Parteinamen für seine Idiologie an die Spitze lügt!!! Wie damals, als Hittler gegen das Establishment wetterte, obwohl er selber dazu gehört und so zum Diktator wurde. Oder irre ich mich da???

    • 4.1
      Peter Hager

      Es ist doch sonderbar, daß Stimmen wie Ihre sich niemals gegen Linksfaschisten erheben, wie sie z. B. auch im deutschen Bundestag sitzen und gegen die AfD wettern! Die werden eher als „fortschrittliche Kräfte im Dienste des Friedens und der Völkerfreundschaft“ bezeichnet.

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