Brasilianischer Ärzteverband: Kuba betreibt mit seinen Ärzten Politik

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Brasilianische Ärzte protestieren gegen Programm "Mais Médicos" (Foto: Agência Brasil)
Datum: 19. November 2018
Uhrzeit: 18:53 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der brasilianische Ärzteverband (AMB) betrachtet den Austritt Kubas aus dem Programm „Mais Médicos“ als „Rache“ und „Boykott“ der Regierung des gewählten Präsidenten Jair Messias Bolsonaro. Die „Associação Médica Brasileira“ wurde 1951 gegründet und ist die nationale Ärztevereinigung in Brasilien. Mit fast 200.000 Mitarbeitern ist sie nach der „American Medical Association“ (AMA) in den USA der zweitgrößte Verband in Amerika. Der Ärzteverband war bereits zu Beginn der Einführung des Programms negativ eingestellt, das Nichteinhalten der Approbationsordnung wurde als nicht akzeptabel bezeichnet.

„Was wir hier sehen, ist ein klarer Boykott einer bei demokratischen Wahlen gewählten Regierung – unabhängig davon, ob man mit ihren Meinungen übereinstimmt oder nicht. Eine ausländische Regierung zieht mit Stempel der Rache ihre Ärzte zurück, ohne ihre ethischen, moralischen und sogar humanistischen Verpflichtungen zu berücksichtigen/einzuhalten. Sie (Havanna) hatten bereits zu Beginn (2013) den Einsatzort ihrer Ärzte kontrolliert, persönliche Beziehungen kontrolliert, sie kontrollierten die Reisen der Verwandten. Das Programm war von Beginn an eine Verirrung und ein Angriff auf die nationale Souveränität unseres Landes“, so WBA-Präsident Lincoln Lopes Ferreira in einem Interview.

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Für die AMB ist das Problem in Brasilien nicht der Mangel an Ärzten in den ärmeren und abgelegeneren Regionen, sondern das Fehlen einer „Arbeitsstruktur“, die Geräte, Medikamente und ein System ermöglicht, das einen „sicheren“ Transfer bei den schwersten Patienten-Problemen gewährleistet. Das Programm „Mais Médicos“ betrachtet demnach nur die Anwesenheit des Arztes und nicht die Struktur. Laut einer Studie des Rechnungshofs der Union hat in diesen fünf Jahren keine Verbesserung der Gesundheitsindikatoren stattgefunden. Kein Arzt, egal wie gut ausgebildet, kann dort handeln, wo es keine Arbeitsstruktur gibt.

Der Präsident der AMB glaubt, dass es nicht an brasilianischen Ärzten mangeln wird, die in den entlegensten Gebieten arbeiten wollen. „Wenn man dem brasilianischen Arzt die gleichen Bedingungen (Lohn) wie den Kubanern gibt, wage ich zu behaupten, dass wir wenig Schwierigkeiten bei der Besetzung dieser Positionen haben werden“.

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