Leipzig: Deutsch-brasilianische Ausstellung des Goethe-Instituts

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Die Ausstellung verdeutlicht ganz konkret am Medium Grafik, wie Kunst politisch und gesellschaftlich relevante Fragen in Lateinamerika, aber auch in Deutschland historisch und heute zu stellen vermag (Foto: Prefeitura Municipal de Bombinhas)
Datum: 14. Januar 2019
Uhrzeit: 13:37 Uhr
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Autor: Redaktion
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Mit „Die Macht der Vervielfältigung – Von prä- zu postdigitaler reproduktiver Kunst, oder von Radierung über Xerox zu Augmented Reality in Südamerika und Deutschland“ lädt das Goethe-Institut 14 deutsche und brasilianische Künstlerinnen und Künstler zu einer künstlerischen und kunsttheoretischen Auseinandersetzung mit dem heutigen Begriff der Reproduktion ein. Die Ausstellung verdeutlicht ganz konkret am Medium Grafik, wie Kunst politisch und gesellschaftlich relevante Fragen in Lateinamerika, aber auch in Deutschland historisch und heute zu stellen vermag. Nach Station in Porto Alegre eröffnet die Ausstellung am 28. Februar 2019 in der Leipziger Baumwollspinnerei im Beisein der Künstlerinnen und Künstler und des Kurators Gregor Jansen, Direktor der Kunsthalle Düsseldorf.

In den 1950er Jahren gründete eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern in Rio Grande do Sul und seiner Landeshauptstadt Porto Alegre sogenannte Druckklubs, in denen sie gemeinsam arbeiteten und unterrichteten. Der Anspruch lautete: Kunst fürs Volk. Sie schufen damit eines der bis heute wichtigsten Zentren für reproduktive Kunst in Brasilien. Dabei stellen Reproduktionen, Vervielfältigungen oder Kopien den autoritären Originalitätsbegriff in Frage und dienen der massenmedialen Verbreitung, meist auch von Propaganda jedweder Art. Besonders seit dem Aufkommen digitaler Medien scheinen Prozesse des „Copy & Paste“ für uns selbstverständlich geworden. Doch welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Kunst und Gesellschaft? 14 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Rio Grande do Sul widmen sich im Rahmen von „Die Macht der Vervielfältigung“ dem Thema der Reproduktion im digitalen Zeitalter und durchmessen die historischen Hallräume, die der Begriff mit sich bringt. So bietet die ehemalige Fotojournalistin Flavya Mutran, auf die Beziehung zwischen Fotografie und Objekt setzend, eine weitreichende Reflexion über die Technologie als soziales Phänomen an. Eine politisch radikale Dimension eröffnen die Arbeiten der Künstler Xadalu und Marcelo Chardosim, die Kopie und Siebdruck als Medien des Protestes einsetzen – Xadalu unter anderem gegen die Zerstörung der indigenen Kulturen in Rio Grande do Sul und Marcelo Chardosim gegen die Zerstörung des öffentlichen Raums in Brasilien.

„Die Macht der Vervielfältigung“, als dialogisches Projekt zwischen Brasilien und Deutschland, wird nun, nach seiner ersten Station in Porto Alegre im Herbst 2018, in der traditionsreichen Buch- und Verlagsstadt Leipzig vom 28. Februar bis zum 23. März 2019 zu sehen sein, einem Zeitraum, der bewusst mit der Eröffnung der Leipziger Buchmesse abschließen wird. Zur Eröffnung werden alle 14 Künstlerinnen und Künstler und der Kurator erwartet.

„Die Macht der Vervielfältigung“

Ausstellungszeitraum: 28. Februar bis 23. März 2019

Ort: Leipziger Baumwollspinnerei Halle 12, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig

Termine:

28. Februar 2019, 11 Uhr: Pressevorbesichtigung

28. Februar 2019, 18 Uhr: Eröffnung im Beisein der Künstlerinnen und Künstler aus Brasilien und Deutschland sowie des Kurators Gregor Jansen

1. März 2019, 11 Uhr: Kuratorenführung mit Gregor Jansen

Mit: Vera Chaves Barcello, Hanna Hennenkemper, Flavya Mutran, Carlos Vergara, Tim Berresheim, Olaf Holzapfel, Ottjörg A.C., Xadalu, Marcelo Chardosim, Helena Kanaan, Rafael Pagatini, Hélio Fervenza, Thomas Kilpper, Regina Silveira

Weitere Termine:

Neben der Ausstellung gibt es bereits vom 18. bis zum 24. Februar 2019 die Gelegenheit, drei der brasilianischen Künstlerinnen und Künstler in der Kunsthochschule Weißensee kennenzulernen. Im Rahmen eines vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) geförderten Künstleraustausches und anlässlich des 100. Jubiläums der Bauhaus-Gründung geben Helena Kanaan, Hélio Fervenza und Rafael Pagatini in Vorträgen und Workshops Einblick in ihre Arbeit und werden das Erbe des Bauhauses und seine Bedeutung für die künstlerische Praxis und Ausbildung in der Druckkunst diskutieren. Den Fokus bilden hierbei die Schnittstellen, Gemeinsamkeiten und Brüche in der zeitgenössischen Druckkunst aus Brasilien im Vergleich zu Entwicklungen in Deutschland.

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