Chaos in Venezuela: Überfall auf Air Europa-Crew – Update

Stromausfall

In weiten Teilen Venezuelas gibt es seit Tagen keinen Strom (Foto:Archiv)
Datum: 11. März 2019
Uhrzeit: 07:19 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Der seit drei Tagen andauernde Stromausfall in Venezuela betrifft fast alle täglichen Aktivitäten. Diesen Sonntag (10.) haben die Spieler zweier Fußball-Teams das Spiel boykottiert, zu dem sie vom Verband trotz des Blackouts gezwungen waren. Als der Pfiff zum Spielbeginn ertönte, standen die Kicker von Zulia und Caracas etwa eine Minute lang unbeweglich auf dem Platz. Danach haben sie sich darauf beschränkt, den Ball von einer Seite zur anderen zu spielen, ohne ihre Rivalen anzugreifen – so sind die 90 Minuten vergangen. Die spanische Fluggesellschaft „Iberia“ hat ihren Montag-Flug von Madrid nach Caracas mit Zwischenstopp in Santo Domingo (Dominikanische Republik) storniert. Die Annullierung erfolgte, nachdem an diesem Samstag Mitglieder der Crew von Air Europa einen Raubüberfall ausgesetzt waren. Die Crew wollte in einem Van in ein Hotel in Caracas fahren, wo sie die Nacht verbringen wollten. Der versuchte Überfall endete trotz Schusswechsel ohne Verletzte, die Besatzung des Flugzeugs ist bereits nach Madrid zurückgekehrt.

Stromausfälle, Engpässe und Misswirtschaft gehören zum „Sozialismus des 21. Jahrhunderts wie die Hyperinflation und die Versorgungskrise. Systembedingt ist bereits im Vorfeld klar, wer für das selbst produzierte Chaos verantwortlich sein soll. Die Schuldzuweisungen folgen einem sozialistischen/kommunistischen Muster und tragen Züge eines Rückfalls in die Steinzeit. Gerüchte vom US-Cyberterrorismus sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten und sind identisch mit dem Vorgehen der kubanischen Kommunisten, die stets dem Ausland die Verantwortung für Probleme im eigenen Land zuschieben. Nach dem tagelangen „Blackout“ mit einhergehendem Chaos will Interimspräsident Juan Guaido den Notstand erklären lassen. Am Montag sollten die Abgeordneten der vom Volk gewählten Nationalversammlung auf einer außerordentlichen Sitzung den Nationalen Notstand erklären. „Wir können nicht den Blick verschließen vor der Tragödie, die unser Land erlebt“, so Guaido am Sonntag. Nach eigenen Worten hat er bereits Kontakt mit dem Ausland aufgenommen:

„Venezuela ist eines der Länder mit der größten Energieerzeugungskapazität. Dieses Regime hat das Land ausgeplündert und die Infrastruktur zerstört. Ich habe mit Experten aus dem Elektrobereich und mit Ländern wie Deutschland, Brasilien, Japan und Kolumbien Kontakt aufgenommen, um sie um technische Hilfe zu bitten die es uns ermöglicht, aus dieser Krise herauszukommen. Ein relativ kleiner Unfall im Übertragungssystem von Caroni hat zu einer großen nationalen Tragödie geführt. In den letzten Jahren wurden Instandsetzungsarbeiten nicht eingehalten, deshalb ist ein großer Teil der Kraftwerke außer Betrieb und nicht funktionsfähig. Sie haben alles gestohlen und sind alleine dafür verantwortlich, dass das Wasserkraftwerk am Guri-Stausee, von dem achtzig Prozent des Landes abhängt, nicht mehr arbeitet“.

Hugo Chávez: „Ab 2011 hat Venezuela die beste Stromversorung auf dem Kontinent“.

Update:

Air Europa-Piloten haben die Fluggesellschaft und ihre Gewerkschaft am Montag gebeten, sämtliche Flüge nach Venezuela auszusetzen. Inzwischen wurde die Zahl der Todesopfer, die in verschiedenen Krankenhäusern gestorben sind, auf einundzwanzig erhöht.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2019 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.
  1. 1
    Mark

    Die Crew wollte in einem Van in ein Hotel in Caracas fahren, wo sie die Nacht verbringen wollten. Der versuchte Überfall endete trotz Schusswechsel ohne Verletzte.

    Und genau das ist das Problem in Venezuela, die extreme Straßenkriminalität, das wird sich auch mit demokratische Wahlen nicht ändern. Es gibt sie auch in Brasilien ect. aber lange nicht so konstant wie in Caracas. Würde mich wirklich mal interessieren, wo diese Kriminelle Energie jedes einzelnen herkommt.

    Ich lebe zum größten Teil des Jahres in Uruguay, das ist im vergleich zu Venezuela ne ganz andere Welt, obwohl auf dem gleichen Kontinent.

  2. 2
    Matthias Gysin

    aktuell d.h. heute koennen in ccs keine koffer eingechecked werden. nur handgepaeck und alle fluege. die gotte unseres sohnes hat das soeben uns am tel aus dem transit gesagt. die gepaeckstuecke koennen nicht geroengt werden.

    • 2.1
      Carin

      Richtig, alle Flüge erlauben nur Handgepäck. American fliegt CCs nach wie vor nicht an (seit Donnestag keine Flüge)

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!