Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Mexiko

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Mexiko ist mit seinen 126 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern (das zehntgrößte Land gemessen an der Bevölkerungszahl) und als Mitglied der G20 und der OECD ein wichtiger politischer und wirtschaftlicher Partner der Schweiz (Foto: Bundesrat/Admin)
Datum: 28. Juni 2019
Uhrzeit: 07:31 Uhr
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Autor: Redaktion
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Botschafter Mauro Moruzzi, Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen im SBFI, weilte vom 18. bis 21. Juni in Mexiko und tauschte sich mit den zuständigen Behörden der neuen mexikanischen Regierung über die Zusammenarbeit der beiden Länder in den Bereichen Berufsbildung, Forschung und Innovation aus. Dabei traf er die Verantwortlichen von Schweizer Lehrbetrieben in Mexiko sowie die Arbeitsministerin Luisa María Alcalde Luján und den stellvertretenden Bildungsminister Juan Pablo Arroyo Ortiz, um nach drei Jahren Bilanz über die 2016 begonnene Zusammenarbeit zu ziehen. Überdies vertrat Botschafter Moruzzi die Schweiz am 4. Jugendtreffen der Pazifik-Allianz und sprach mit Vertretern der höchsten Stellen im Forschungs- und Innovationsbereich auf Bundesebene und von Mexiko-Stadt.

Im Jahr 2016 hatten die Schweiz und Mexiko eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der die verschiedenen Kooperationstätigkeiten in der Berufsbildung aufgeführt waren, die die beiden Länder innerhalb von drei Jahren umsetzen wollten. Rund zehn in Mexiko tätige Schweizer Unternehmen hatten sich damals verpflichtet, im Rahmen der Initiative «Schweizer Allianz für Berufsbildung» unter der Leitung der schweizerisch-mexikanischen Handelskammer duale Berufsbildungsprogramme zu schaffen. Parallel dazu setzte Mexiko bedeutende Reformen durch, um betriebliche Ausbildungsprogramme anbieten zu können. Beim abschließenden Runden Tisch anlässlich des Besuchs des SBFI-Vertreters zogen die an der «Schweizer Allianz für Berufsbildung» beteiligten Unternehmen eine insgesamt positive Bilanz dieser drei Jahre und erklärten sich bereit, ihre dualen Berufsbildungsprogramme in Partnerschaft mit der mexikanischen Regierung auszubauen.

Diese Schlussfolgerungen bildeten den Ausgangspunkt für das Gespräch zwischen Botschafter Moruzzi und dem stellvertretenden Minister im Amt für öffentliche Bildung (Secretaría de Educación Pública, SEP) Juan Pablo Arroyo Ortiz. Beide Parteien zeigten sich zufrieden mit dem engen Dialog zwischen dem SBFI und dem SEP und wollen diesen weiterführen. Das Engagement der Schweizer Unternehmen, vertreten durch die schweizerisch-mexikanische Handelskammer, wurde im Hinblick auf die Stärkung der dualen Berufsbildung in Mexiko als sehr wichtig bezeichnet.

Diese Aspekte kamen auch im Gespräch mit der Arbeitsministerin Luisa María Alcalde Luján zur Sprache, die ihrerseits die Prioritäten der neuen mexikanischen Regierung von Präsident Andrés Manuel López Obrador im Bereich der Jugendbeschäftigung vorstellte. Sie zog ein erstes Fazit zu einem breit angelegten Programm, das 2018 lanciert wurde und darauf abzielt, zahlreiche junge Mexikanerinnen und Mexikaner in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Das Treffen trug dazu bei, die Verbindung dieses neuen Programms, das keine eigentliche bildungspolitische Dimension aufweist, mit dem dualen Berufsbildungsprogramm zu verstehen. Zudem konnte das Schweizer Modell ins beste Licht gerückt werden, von dem für die mexikanischen Reformen gewisse Elemente übernommen werden können.

Überdies vertrat Botschafter Moruzzi auf Anfrage der mexikanischen Regierung die Schweiz als einziges eingeladenes Drittland am Eröffnungstag des 4. Jugendtreffens der Pazifik-Allianz. Das Treffen wurde von den vier Ländern der Pazifik-Allianz (Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru) und dem Unternehmen Nestlé organisiert und vereint jährlich über 1000 Jugendliche aus den Ländern der Allianz, die eine duale Berufsausbildung absolvieren.

Hinsichtlich der bilateralen Zusammenarbeit im Forschungs- und Innovationsbereich traf sich Botschafter Moruzzi mit den Vertretenden des Nationalen Rates für Wissenschaft und Technologie (CONACyT) und der Wissenschaftsministerin von Mexiko-Stadt, Rosaura Ruiz Gutiérrez. Sie diskutierten mögliche Ansätze zur Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Institutionen der beiden Länder in den nächsten Jahren.

Schließlich unterhielt sich der Schweizer Botschafter mit zwei Generaldirektoren des mexikanischen Ministeriums für ausländische Angelegenheiten. Als Erstes mit Efraín Guadarrama Pérez, der für die Beziehungen mit der Pazifik-Allianz zuständig ist, um die Fortsetzung des Dialogs über Berufsbildungs- und Innovationsthemen zwischen der Schweiz als Beobachterstaat und der Allianz zu besprechen. Anschließend erörterte er mit Bernardo Aguilar, der für die Region Europa zuständig ist, Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Innovationsbereich – die Priorität der neuen mexikanischen Präsidentschaft – und die Funktionsweise des Netzwerks swissnex.

Mexiko ist mit seinen 126 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern (das zehntgrößte Land gemessen an der Bevölkerungszahl) und als Mitglied der G20 und der OECD ein wichtiger politischer und wirtschaftlicher Partner der Schweiz. Für Schweizer Exporte ist es der zweitgrößte Markt in Lateinamerika. Die in Mexiko ansässigen Schweizer Unternehmen beschäftigen mehr als 36’500 Personen. Darüber hinaus arbeiten die Schweiz und Mexiko innerhalb der Pazifik-Allianz, in der die Schweiz seit 2013 einen Beobachterstatus innehat, insbesondere bei Themen der Berufsbildung und der Innovation zusammen.

Die Zusammenarbeit mit Mexiko im BFI-Bereich ist relativ intensiv, aber weniger eng als jene mit anderen lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien, Argentinien oder Kolumbien. Seit 1963 erhielten 132 mexikanische Forschende ein Bundes-Exzellenz-Stipendium. Der Schweizerische Nationalfonds unterstützte 25 Forschungsprojekte von Schweizer Forschenden, die zwischen 2014 und Frühling 2019 mit mexikanischen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiteten. Die Zusammenarbeit erfolgte in den drei Bereichen Geistes- und Sozialwissenschaften, Biologie und Medizin sowie Mathematik und Ingenieurwesen.

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