Olympische Sommerspiele 2016: Stimmenkauf eingeräumt – Update

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Cabral ist einer der korruptesten Politiker Brasiliens (Foto: Valter Campanato Arquivo/Agência Brasil)
Datum: 05. Juli 2019
Uhrzeit: 11:10 Uhr
Ressorts: Brasilien, Sport
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der frühere Gouverneur von Rio de Janeiro Sérgio Cabral hat erstmals die Zahlung von Schmiergeldern bei der Bewerbung der Zuckerhut-Metropole um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2016 eingeräumt. Cabral gab am Donnerstag (4.) während der Anhörung vor dem siebten Bundesstrafgericht zu, für zwei Millionen US-Dollar Stimmen gekauft zu habe. Der damalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva habe davon gewusst, soll aber an den Verhandlungen nicht beteiligt gewesen sein. „Lula“ verbüßt im Fall „Lava Jato“ eine langjährige Haftstrafe, vor wenigen Tagen hat die Justiz 78 Millionen Reais (20 Millionen US-Dollar) aus seinem Vermögen beschlagnahmt.

Cabral gab nun offiziell zu, dass bei der Abstimmung am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen acht der 95 Wahlberechtigten des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mit insgesamt zwei Millionen US-Dollar bestochen wurden. Rund 1,5 Millionen US-Dollar soll der Senegalese Lamine Diack, damals Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF erhalten und an verschiedene Mitglieder des IFAA, darunter der Ukrainer Sergej Bubka, ehemaliger Weltrekordhalter im Stabhochsprung und der russische Schwimmer Alexander Popov, verteilt haben.

Cabral ist einer der korruptesten Politiker Brasiliens. In mehreren Verfahren wurde er bereits wegen Korruption, Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung zu insgesamt 198 Jahren Haft verurteilt.

Update, 31. Juli

Der ehemalige Gouverneur wurde am Dienstag von Richter Marcelo Bretas zu weiteren 18 Jahren Haft verurteilt, weil er Verträge mit Lebensmittel-Versorgungsunternehmen für Schulen im staatlichen Bildungsnetz und Lebensmittel-Verteilerzentren für Gefangene im Gefängnis von Rio de Janeiro unterzeichnet und dabei betrogen hat. Dies war Cabrals zehnte Verurteilung in erster Instanz, die verhängten Haftstrafen belaufen sich damit auf 216 Jahre und 6 Monate.

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