Venezuelas Transgender-Gemeinschaft leidet unter der Krise

trans

Während die Mehrheit der südamerikanischen Länder Menschen erlaubt, ihr Geschlecht in juristischen Dokumenten zu ändern, gehört Venezuela nicht dazu (Foto: unionafirmativa)
Datum: 05. Juli 2019
Uhrzeit: 13:27 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Venezuelas Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2013 (Amtsübernahme Nicolás Maduro Moros) zeichnet sich aus durch Hyperinflation, Versorgungsengpässe und Hungersnöte mit einer Armutsquote, welche ab 2014 über fünfzig Prozent stieg und inzwischen über achtzig Prozent erreicht hat. In einem aktuellen Bericht vom Freitag (5. Juli) hat das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte der Vereinten Nationen bestätigt, dass der venezolanische Staat das Recht auf Nahrung und Gesundheitsfürsorge für die Bevölkerung nicht garantiert. Aufgrund dieser Situation sind bereits mehr als vier Millionen Venezolaner aus dem Armenhaus Südamerikas geflüchtet, die Krise verschont keine Bevölkerungsschicht. Venezuelas Transgender-Gemeinschaft beklagt den Mangel an Medikamenten und ein dadurch erzwungenes Absetzen von Hormonbehandlungen.

Viele Transgender haben einen langen Kampf um ihre Identität geführt und für einen entsprechenden Körper zahlreiche Operationen durchführen lassen. André Bellorín hat einen erbitterten Konflikt mit seiner Mutter und eine teure Hormonbehandlung in seiner Heimatstadt Caracas hinter sich und nun fürchtet er sich davor, dass alle Fortschritte, die er gemacht hat, verloren gehen. „Mein Bart wächst an einigen Stellen meines Gesichts nicht mehr und meine Hüften werden wieder breiter“, so Bellorín in einem Interview mit „BBC“.

Andrés Körper verändert sich, weil er nicht mehr die Hormone nimmt, die er braucht. Sobald die Behandlung begonnen wurde muss sie lebenslang fortgesetzt werden, um eine Rückbildung zu verhindern. Diese Hormone sind jedoch in Venezuela schon lange nicht mehr zu finden. André hat die Suche nach Testosteron nach eigenen Worten seit der letzten Einnahme im Jahr 2014 aufgegeben. „Früher habe ich in jeder Apotheke der Stadt nachgefragt. Manchmal hatte ich Glück, manchmal nicht“. Irgendwann haben sich seine Freunde zusammengetan und es geschafft, ihm die Injektionen aus Kolumbien zu seinem Geburtstag zu bringen. Inzwischen haben im ganzen Land Mitglieder der Transgender-Gemeinschaft mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und können ihren Testosteronspiegel nicht mehr auf dem erforderlichen Level halten.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2019 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Für diese News wurde noch kein Kommentar abgegeben!

Achtung: Ich erkläre mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden. Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten