Projekte zum Waldschutz in Brasilien einfrieren

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Ohne Rücksicht auf Verluste: Holzmafia plündert den Regenwald (Foto: Greenpeace/Marizilda Cruppe)
Datum: 12. August 2019
Uhrzeit: 19:44 Uhr
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Autor: Redaktion
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Als Reaktion auf die massiv gestiegene Entwaldung hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze angekündigt, geplante Projekte zum Waldschutz in Brasilien vorerst auf Eis zu legen. Hierzu kommentiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland: „Der WWF begrüßt, dass die Umweltministerin ein Zeichen gegen die massiv gestiegene Abholzung im Amazonas setzt. Es ist jedoch fraglich, ob das Zurückhalten von Mitteln für den Waldschutz nicht die falschen Initiativen trifft und überhaupt die nötige Durchschlagskraft besitzt. Bolsonaros Reaktion auf den Vorstoß deutet eher auf das Gegenteil hin. Angesichts der enormen Bedeutung des Themas ist es notwendig, dass sich die Bundesregierung als Ganzes positioniert. Bundeskanzlerin Merkel sollte das Thema zur Chefsache machen.

Wenn es die deutsche Regierung mit dem Regenwaldschutz ernst meint, muss sie mehr in die Waagschale werfen. Ein geeignetes Druckmittel sind die Verhandlungen um das Freihandelsabkommen Mercosur, wo bei den Sozial- und Umweltstandards dringend nachgebessert werden muss. Hier kann die Bundesregierung zusammen mit der EU deutlich machen, dass es nicht nur um Geld, sondern auch um eine wertebasierte Zusammenarbeit geht.

Der größte Regenwald der Erde mit seiner unverzichtbaren Bedeutung für die Weltgemeinschaft darf kurzfristigen Profitinteressen nicht geopfert werden. In seiner jetzigen Form würde uns das Mercosur-Abkommen jeder Möglichkeiten berauben, darauf noch Einfluss zu nehmen. Die eindeutige Botschaft muss sein: Geht der Regenwald verloren, ist der Kampf gegen die Erderhitzung zum Scheitern verurteilt. Wir importieren keine Waren, für die der Amazonas abgeholzt wurde.“

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