Bewältigung der Ernährungskrise in Haiti

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Die bereitgestellten Mittel werden Familien in den am stärksten betroffenen Gebieten sowie Kindern zugutekommen (Foto: EU)
Datum: 13. August 2019
Uhrzeit: 15:43 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Europäische Union hat humanitäre Hilfe in Höhe von neun Millionen Euro zur Bewältigung der sich verschlechternden Lage hinsichtlich der Nahrungsmittel- und Nährstoffversorgung in Haiti zur Verfügung gestellt. Die Gelder dienen dazu, den wichtigsten Nahrungsmittel- und Nährstoffbedarf von mehr als 130 000 Menschen in den am stärksten betroffenen Gebieten zu decken. „Für die EU ist die humanitäre Lage in Haiti keine vergessene Krise. Wir setzen uns entschlossen dafür ein, die von der Nahrungsmittel- und Ernährungskrise in dem Land betroffenen Bevölkerungsteile umfassend zu unterstützen. Diese Mittel ergänzen die 2018 zur Deckung des akuten Nahrungsmittel- und Nährstoffbedarfs der haitianischen Bevölkerung zur Verfügung gestellte Unterstützung in Höhe von 12 Mio. EUR“, erklärte der für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständige EU-Kommissar, Christos Stylianides.

Die bereitgestellten Mittel werden Familien in den am stärksten betroffenen Gebieten sowie Kindern zugutekommen, die unter akuter Unterernährung leiden. Zudem werden mehr als 5000 Kinder unter fünf Jahren, die akut unterernährt sind, lebensnotwendige Nährstoffe erhalten. Parallel dazu wird die EU Maßnahmen zur Verbesserung der Analyse der Ernährungslage und zur Stärkung der Qualität der humanitären Hilfe unterstützen.

Im Rahmen ihrer humanitären Hilfe widmet die Europäische Kommission den Opfern von vergessenen Krisen besondere Aufmerksamkeit. Dabei handelt es sich um schwere, langanhaltende humanitäre Krisen, in denen die Betroffenen von der internationalen Gemeinschaft nicht ausreichend unterstützt werden, wie z. B. in Haiti. Mit 404 Mio. EUR, die dem Land seit 1994 zugewiesen wurden, ist Haiti der Hauptempfänger von humanitärer Hilfe der Europäischen Kommission in Lateinamerika und der Karibik.

Hintergrund

Aufgrund seiner Anfälligkeit für Naturgefahren und der dort herrschenden extremen Armut verfügt Haiti nur über begrenzte Kapazitäten, um wiederkehrende Notsituationen zu bewältigen und insbesondere auf Erdbeben, Hurrikans und lang anhaltende Dürren reagieren zu können.

In den letzten Monaten hat sich die humanitäre Lage in Haiti dramatisch verschlechtert und das Land ist mit einer schweren Nahrungsmittelknappheit konfrontiert. Zwischen 2018 und 2019 hat sich die Zahl der Menschen, die sich in einer Krisensituation oder einem Nahrungsmittelnotstand befinden, verdoppelt und beläuft sich inzwischen auf 2,6 Mio. Menschen, d. h. 25 % der Bevölkerung. Die Zahl der von akuter Unterernährung betroffenen Kinder unter fünf Jahren ist weiterhin hoch und liegt in mehreren Gebieten, insbesondere im Département (Verwaltungsbezirk) Nord-Ouest, über den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Notfallstufen.

Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, eine wirksame Verknüpfung von Soforthilfe, Wiederaufbau und Entwicklung in Haiti zu schaffen, um den Übergang zwischen Nothilfemaßnahmen und struktureller Entwicklungshilfe im Land zu gewährleisten. Insbesondere im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit stellt die EU-Hilfe für Haiti in Höhe von 420 Mio. EUR für den Zeitraum 2014-2020 die wichtigste Mittelzuweisung in der Region dar. Diese Mittel dienen der Förderung der Entwicklung und der Bekämpfung der Armut im Land und konzentrieren sich auf vier Schwerpunktbereiche: Stärkung und Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, Bildung, Stadtentwicklung und Infrastruktur sowie Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit.

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