Indigene Gemeinschaften in Nicaragua vom Aussterben bedroht

indios

In ganz Lateinamerika kämpfen Indigene um ihre Rechte (Foto: FUNAI)
Datum: 15. August 2019
Uhrzeit: 17:22 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Im zentralamerikanischen Land Nicaragua werden indigene Bevölkerungsgruppen massiv von Siedelern bedroht. Aufgrund der ständigen Invasion ihrer Gebiete laufen die Ureinwohner vom Stamm der Miskitu Gefahr, ausgerottet zu werden. Dies wird durch den Bericht „Miskitu-Widerstand: Ein Kampf um Territorium und Leben“, der von der Organisation „Centro por la Justicia y el Derecho Internacional“ (Cejil) am Dienstag (13.) in Costa Rica unter Anwesenheit von Land-Verteidigern vorgestellt wurde, bestätigt.

Die Miskito sind ein indigenes Volk, das heute vor allem an der Atlantikküste im Grenzgebiet von Nicaragua und Honduras lebt. In Nicaragua leben rund 100.000 Personen dieser Volksgruppe. Die dortigen Siedlungsschwerpunkte liegen in der Región Autónoma de la Costa Caribe Norte (Nördliche Atlantikküste Nicaraguas, auch Miskitoküste genannt), mit seiner Hauptstadt Bilwi (Puerto Cabezas) und mit der Stadt Waspán am Fluss Wangki (Río Coco).

„Wir versuchen das Problem und seine Schwere sichtbar zu machen, damit der Staat Nicaragua so schnell wie möglich reagiert. Ansonsten könnte die einheimische Miskitu-Kultur irreversibel geschädigt und vom Aussterben bedroht sein“, warnt die stellvertretende Direktorin von Cejil, Marcela Martino. Die Präsidentin des Zentrums für Justiz und Menschenrechte der Atlantikküste von Nicaragua (Cejudhcan), Lottie Cunningham, bekräftigt, dass es derzeit „eine humanitäre Krise aufgrund der zunehmenden Besetzung durch Siedler (nicht-indigene Völker) in indigenen Gebieten gibt“.

„Es hat eine massive Invasion von Siedlern gegeben, die indigene Gemeinschaften aus ihren Gebieten vertrieben hat und dies verletzt nicht nur die territorialen Rechte, sondern auch das Recht auf Nahrung und Gesundheit“, so Cunningham. Nach ihren Worten sind „Kinder an Hunger gestorben“, weil indigene Völker Land für die Subsistenzwirtschaft verloren haben und viele Familien nicht zwei Mahlzeiten am Tag zubereiten können.

Constantino Rommel, ein Miskitu-Ureinwohner aus der Sirpi-Gemeinde klagt darüber, dass die Landinvasion nicht mehr nur aus der Rodung von Wäldern bestehe, sondern jetzt auch die landwirtschaftlichen Flächen der Ureinwohner erreicht hat. Rommel prangert an, dass die Siedler bewaffnet sind und den Ureinwohnern ständig drohen, sie ihres Landes zu berauben. „Unsere Kultur ist uralt und wird bestehen bleiben, denn ein Miskitu ohne Land ist kein Miskitu. Von der Erde kommen wir und von der Erde gehen wir. Dies ist ein heiliger Wert unseres Lebens und unserer Kultur“.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2019 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!