Chaos in Bolivien: Evo Morales tritt zurück – Update

morales

Datum: 10. November 2019
Uhrzeit: 21:57 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Williams Kaliman, Oberbefehlshaber der Streitkräfte, hat Präsident Evo Morales am Sonntag (10.) zum Rücktritt aufgefordert. Dadurch soll die Stabilität des Landes garantiert werden. Der Generalkommandant der Polizei schloss sich der Aufforderung an. „Angesichts der Eskalation der Konflikte, die das Land durchläuft und um das Leben und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten, schlagen wir vor, dass der Staatspräsident sein Präsidialmandat aufgibt“, so Kaliman in einer Pressekonferenz.

Kurz danach traten drei Minister, der Vizekanzler und der Präsident der Abgeordnetenkammer zurück, der Präsident des Wahlgerichts wurde festgenommen. Im bolivianischen Fernsehen werden Bilder gezeigt, wie Evo Morales und Vizepräsident Álvaro García Linera mit der Präsidentenmaschine La Paz verlassen und laut einem Reporter „nach Cochabamba geflüchtet sind“.

Update

Vor wenigen Minuten wurde bekannt, dass Morales zurückgetreten ist. Der argentinische Präsident Mauricio Macri hat beschlossen, „allen im Land ankommenden bolivianischen Führern, einschließlich des zurückgetretenen Präsidenten Evo Morales, politisches Asyl zu gewähren“. In der Nach kam es in La Paz, El Alto, Cochabamba und in anderen Städten zu chaotischen Szenen. Zahlreiche Busse und Häuser wurden in Brand gesetzt, Supermärkte und das Haus von Evo Morales geplündert. Über soziale Netzwerke bitten Bürger Polizei und Streitkräfte um Hilfe. In La Paz wurde die venezolanische Botschaft gestürmt, Augenzeugen berichten von Explosionen innerhalb der diplomatischen Vertretung. Der Rücktritt von Morales hat zu einem Machtvakuum geführt. Die bolivianische Verfassung sieht vor, dass die Nachfolge des nationalen Kommandos zunächst dem Vizepräsidenten, dann dem Chef des Senats und dann dem Chef der Abgeordnetenkammer obliegt – aber sie alle sind zusammen mit Morales zurückgetreten. Die zweite Vizepräsidentin des Senats (Jeanine Añez) bekräftigte inzwischen ihr Recht, die Präsidentschaft Boliviens zu übernehmen. Nach ihren Worten will sie die Präsidentschaft vorläufig und mit dem einzigen Zweck übernehmen, Neuwahlen zu fördern.

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  1. 1
    Peter Hager

    „In La Paz wurde die venezolanische Botschaft gestürmt, Augenzeugen berichten von Explosionen innerhalb der diplomatischen Vertretung.“ Es gibt also doch gelegentlich noch so etwas wie xxxxxxxxxxxxxxxx!

    • 1.1
      noesfacil

      Auch mich beschleicht bei dieser Nachricht durchaus so etwas wie klammheimliche „Schaden“- Freude.
      Allerdings nur symbolhaft, als deutliches Zeichen gegen Maduristisch- Cubanische Manipulationen und Einmischungen in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes.
      Allerdings und dies ist die Kehrseite der Medaille, zeugt das auch vom völligen Verfall der guten Sitten und dem allgemein international geltenden Konsens des unveräußerlichen Schutzes von diplomatischen Vertretungen. Es zeugt vom Verfall aller guten Sitten und Gebräuche und von Anarchie und so sehr ich auch im Affekt, die Reaktion der Bolivianer nachvollziehen kann, Anarchie sollten wir weder hier noch anderswo gutheißen, denn auch damit dienen wir nur dem sprichwörtlichen Teufel. Und von dem gibts schon wirklich genug.
      noesfacil

      • 1.1.1
        Peter Hager

        Gegen Ihren Standpunkt ist absolut nichts einzuwenden. Er ist korrekt, legal und konform mit den guten Sitten. Doch habe ich durch brutale Erfahrungen lernen müssen, daß die Normen des Gesetzes und der guten Sitten nicht immer der Situation gerecht werden. Manchmal gehört ein grober Klotz auf einen groben Keil. Auch wenn es nicht die feine Art ist. Bei uns in Frankfurt sind mir die Vasallen des kriminellen venezolanischen Konsuls gelegentlich nur durch Glück ohne Gong in die Mitte davon gekommen.

      • 1.1.2
        noesfacil

        Wer sich einmal dem Duktus und vor allem der Dynamik der Gewalt, der Anarchie und dem Verfall von Anstand und Moral hingibt und diese lobpreist, wird selber zum Gewalttäter, Anarchist, außerhalb von Anstand und Moral und noch halbwegs erträglichen gesellschaftlichen Zuständen.
        Wer diese predigt und lobpreist, auch nur in Form von verbaler Demagogie, gleich aus welchem Grunde, macht sich nicht nur mitschuldig, sonder ist Mitschuldiger.
        Sich ggfs. gegen körperliche, persönliche Angriffe und ggfs. mit allen Mitteln zur Wehr setzen, etwa, ist ein ganz anderes Thema und gehört für mich zum unveräußerlichen Menschenrecht; steht hier aber nicht zur Debatte.
        Und noch etwas zum Schluss, Sie sind nicht der Einzige, welcher „ brutale Erfahrungen“ in seinem Leben hat machen müssen.
        noesfacil

  2. 2
    Matthias Gysin

    Wir sollten nicht ausser acht lassen dass botschafter gerade in den regimes wie venezuela guenstlinge und handlampen des regimes sind. Als wir fuer die Papiere unseres Sohnes (Doppelbuerger) nachsuchen wollte wurde uns auch gesagt, dass erwartet wird, dass wir uns im Parteibuch der PSUV eintragen sollten. Ich gehe davon aus, dass dieser Akt mehrheitlich von Venezolaner auf der Flucht stattfand. Auch wenn ich es als Akt der Barbarei betrachte kann ich es verstehen und nachvollziehen. Es zeigt Monsieur Maduro auch was ihm ohne Militaer und Polizei im eigenen Land drohen wuerde.

    • 2.1
      noesfacil

      Wahre Worte, mit zutiefst hässlichen und verstörenden Zusammenhängen.
      Ohne Parteibuch kein Pass, super, das sind ja entzückende Zustände, DDR 2.0 und selbst da gab‘s so was nicht. Selbst auf Cuba bekommt man eine Pass, sofern man in der Lage ist, dafür mind. 200 CUC hinzulegen.
      Und Maduro und seine Gangsterkamarilla sollten gut aufpassen, denn so oder so ähnlich wird es dort auch irgendwann zwangsläufig kommen, auch wenn wir Venezolanos davon noch sehr, sehr weit entfernt sind.
      noesfacil

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