Lateinamerika: Perus Premierminister tritt zurück – Update

pedro

Castillo, der sein Amt im Juli letzten Jahres antrat, hat bereits zwei Amtsenthebungsverfahren überstanden (Foto: PedroCastillo)
Datum: 25. November 2022
Uhrzeit: 08:15 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Im südamerikanischen Land Peru hat der linksgerichtete Präsident Pedro Castillo den Rücktritt seines Premierministers akzeptiert und wird sein Kabinett erneut umbilden. Der ehemalige Ministerpräsident Anibal Torres, ein treuer Verbündeter Castillos, hatte letzte Woche den von der Opposition kontrollierten Kongress zu einer Vertrauensabstimmung herausgefordert. Der Kongress lehnte jedoch am Donnerstag eine solche Abstimmung mit der Begründung ab, dass die Bedingungen dafür nicht erfüllt seien. „Nachdem ich den Rücktritt des Premierministers akzeptiert habe, dem ich für seine Arbeit im Namen des Landes danke, werde ich das Kabinett erneuern“, so Castillo in einer landesweiten Fernsehsendung.

Die Anfechtung des Vertrauensvotums sollte den Kongress inmitten der angespannten Beziehungen zwischen den beiden Zweigen der Regierung unter Druck setzen. Die Gesetzgeber der Opposition haben Castillo zweimal angeklagt, konnten ihn aber nicht absetzen, obwohl es ihnen gelungen ist, mehrere Kabinettsmitglieder zu tadeln und zu entlassen. „Ich fordere den Kongress auf, die Rechtsstaatlichkeit, die Rechte des Volkes, die Demokratie und das Gleichgewicht der Staatsgewalten zu respektieren“, fügte Castillo hinzu. Seine Präsidentschaft war durch einen Wechsel in den Führungspositionen der Regierung gekennzeichnet. Seit seinem Amtsantritt im Juli letzten Jahres wird Castillo nun einen fünften Premierminister ernennen, der gleichzeitig sein oberster Berater und Sprecher ist.

Vertrauensabstimmungen sind in Peru umstritten, da sie erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Hätte der Kongress ein Misstrauensvotum ausgesprochen, wären Torres und das gesamte Kabinett zum Rücktritt gezwungen gewesen. Ein neues Kabinett könnte dann eine zweite Vertrauensabstimmung beantragen, die, wenn sie ebenfalls abgelehnt würde, der Exekutive die Möglichkeit gäbe, den Kongress zu schließen und Neuwahlen auszurufen. Spannungen zwischen den verschiedenen Zweigen der peruanischen Regierung sind an der Tagesordnung und die Peruaner haben seit 2016 unter fünf verschiedenen Präsidenten gelebt.

Update, 26. November

Der peruanische Präsident Pedro Castillo ernannte am Freitag Kulturministerin Betssy Chavez zur neuen Premierministerin des Landes.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2022 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Für diese News wurde noch kein Kommentar abgegeben!

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass meine eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden. Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten.