Bolivien: Ungereimtheiten bei Kubas „Ärzte-Programm“ aufgedeckt

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Brasilien hatte über 8.500 "Ärzte" aus Kuba ausgewiesen (Foto: GovernoBrasil)
Datum: 29. November 2019
Uhrzeit: 09:48 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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In Lateinamerika haben Brasilien, Ecuador und Bolivien das kubanische „Ärzte-Programm“ (Mais Médicos) beendet und Tausende „Mediziner“ ausgewiesen. Die Regierungen hatten darauf hingewiesen, dass Agenten des kubanischen Geheimdienstes und der Armee das Programm „Mais Médicos“ infiltriert hatten. Am Donnerstag (28.) sprach der bolivianische Gesundheitsminister Dr. Aníbal Cruz von „merkwürdigen Ungereimtheiten“, die von der Übergangsregierung aufgedeckt wurden. Nach dem Rücktritt von Evo Morales hatte Interimspräsidentin Jeanine Añez die Beziehungen zu Venezuela und Kuba neu ausgerichtet und 725 kubanische Staatsbürger, die in Bolivien in Bereichen im Zusammenhang mit Gesundheit und Kommunikation gearbeitet hatten, zum Verlassen des südamerikanischen Landes aufgefordert.

Laut Aníbal Cruz wurden die Unterlagen der „702 vermeintlichen Ärzte“ überprüft. Nach seinen Worten waren „nur 205 tatsächlich Ärzte mit einem Abschluss“. Der Rest hatte keine Approbation und arbeitete nach Angaben des Ministers als „Führer von Fahrzeugen“. Sie erhielten jedoch das gleiche Gehalt wie die Ärzte, das sich auf 1.032 US-Dollar belief. Natürlich ging dieses Geld nicht direkt an sie. Die bolivianische Regierung bezahlte zwei „Agenten“, die einen kleinen Teil davon an die Kubaner verteilten. „In diesem Jahr wurden etwa 78.764.889 bolivianische Pesos (11.390.426 US-Dollar) für diese Personen bezahlt“, so Cruz in einem Interview mit dem Unitel-Netzwerk.

Kubas Diktatur leidet unter chronischem Geldmangel. Das Gesundheitssystem und der Tourismus sind die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Der Export medizinischer Dienstleistungen bei den Deviseneinnahmen steht mit jährlichen Einnahmen von über 11,5 Milliarden US-Dollar an erster Stelle.

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  1. 1
    noesfacil

    Alles in allem keine große Neuigkeit. Das ist mehr oder weniger hinlänglich bekannt.
    Auch das die „medicos“ unabhängig der Tatsache, dass diese relativ gute, sichere medizinische Versorgung in die überbordenden Armenviertel brachten, zugleich auch bei der Gelegenheit ein wenig für die „geistige Gesundheit“ ihrer Schäfchen, durch politisch tendenziöse „Medizin“/Einflussnahme, i.S. der Machthaber verbreitet haben,…… nicht wahr?
    Damit ist ja nun erst mal vorbei, oder se acabo la fiesta!

    Ich glaubte allerdings immer, dass der Tourismus die Haupteinnahmequelle des Cubanischen Staates ist.
    noesfacil

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