Wahlbetrug in Bolivien: „Vierzehn Jahre Tyrannei sind vorbei“

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Sitzung des Ständigen Rat der Organisation Amerikanischer Staaten (Foto: OAS)
Datum: 13. Dezember 2019
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Leserecho: 12 Kommentare
Autor: Redaktion
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Im südamerikanischen Land Bolivien hätte Evo Morales als einer der besten Präsidenten, die in Lateinamerika je regiert haben, in die Geschichte eingehen können. Da er sich für unersetzlich hielt, änderte er die Verfassung zu seinen Gunsten und setzte sich Dank der Hilfe des mit Loyalisten besetzten Verfassungsgerichts über ein Referendum hinweg, in dem eine Mehrheit der Bevölkerung es abgelehnt hatte ihm eine vierte Amtszeit zu ermöglichen. Der „ewige Morales“ führte den südamerikanischen Binnenstaat an den Rand des politischen Zusammenbruchs, weil er die Wahl vom 20. Oktober 2019 nachweislich manipulierte. Jorge „Tuto“ Quiroga, Delegierter und Ex-Präsident von Bolivien, nahm am Donnerstag (12.) an einer Sitzung des Ständigen Rat der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) teil, um weitere Beweise für den „Wahlbetrug“ von Evo Morales vorzulegen.

„Evo Morales versuchte die Präsidentschaft durch einen riesigen Betrug (….) zu stehlen, der von einem kriminellen Wahlorgan organisiert wurde. Allerdings kann ich Ihnen versichern, dass vierzehn Jahre Tyrannei zu Ende gegangen sind. Bolivien ist aufgewacht und hat dem Spuk ein Ende gemacht“, so Quiroga, scharfer Kritiker der linksgerichteten Regierungen Lateinamerikas. In diesem Sinne wies er die Vorwürfe des Staatsstreichs durch Interimspräsidentin Áñez scharf zurück. Der Ex-Präsident erinnerte daran, dass es Morales war, der seinen Rücktritt präsentierte und ins Exil ging, so dass es an Áñez lag, die Übergangsregierung wie in der Verfassung vorgesehen zu übernehmen. Der rechtsliberale Politiker forderte die internationale Gemeinschaft – darunter die OAS und die UNO – dazu auf, „den für Anfang nächsten Jahres geplanten Urnengang zu unterstützen“, damit Bolivien ein Land mit „unabhängigen Institutionen, freier Presse und Machtwechsel“ werde. „Wir haben gelernt, dass der autoritäre Populismus verheerende Auswirkungen hat“, bekräftigte Quiroga.

Er stellte klar, dass Morales seit Jahren „einen schleichen Staatsstreich“ begangen hat. Vor dem Ständigen Rat erinnerte er daran, wie der ehemalige indigene Präsident 2013 „Justizbetrug“ begangen hat, um für ein neues Mandat zu kandidieren und an den „Putsch gegen den Volkswillen“ von 2016, als die Bevölkerung durch ein Referendum seine Wiederwahl ablehnte. „Eine unbefristete Wiederwahl ist kein Menschenrecht und ein Tyrann zu sein ist ebenfalls kein Menschenrecht“. Jheanisse Daza, ein junges Mitglied der NGO „Ríos de Pie“, kritisierte das „Schweigen“ der Region in diesen Jahren scharf. „Während die internationale Gemeinschaft die Brände im Amazonasgebiet in Brasilien verurteilte, brannte Bolivien auch wegen der expansiven Politik von Morales. Wo wart Ihr all die Jahre, warum wart Ihr so lange so still“, kritisierte die Aktivistin. „In 21 Tagen haben wir mehr getan als die internationale Gemeinschaft in Jahren“, fügte sie hinzu.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesfacil

    >Im südamerikanischen Land Bolivien hätte Evo Morales als einer der besten Präsidenten, die in Lateinamerika je regiert haben, in die Geschichte eingehen können. Da er sich für unersetzlich hielt, änderte er die Verfassung zu seinen Gunsten,……..<
    Tja, Gier frisst Hirn!

    Und wieder wird hoffentlich die soeben beendete Tyrannei, nicht durch eine neue Tyrannei ersetzt.
    Bolivien und Ihr bolivianischen hermanas y hermanos, Ihr habt mal wieder eine einmalige Chance, ein besseres, ehrlicheres Beispiel zu geben,……. nutzt diese Chance!!!
    Felíz Navidad.
    noesfacil

  2. 2
    Mark

    Wunschdenken, Südamerika ist ein Selbstbedienungskontinent, genau wie Afrika und das wird auch ewig so bleiben.

    • 2.1
      noesfacil

      Wunschdenken,…… stimmt, ich ergehe mich hierzu und nicht nur hierzu, sondern im Besonderen zu Venezuela in reinem Wunschdenken.
      Es ist höchst frustrierend,…. leider haben Sie recht!
      noesfacil

  3. 3
    Peter Hager

    „Evo Morales als einer der besten Präsidenten, die in Lateinamerika je regiert haben“. Da gehen die Meinungen wohl auseinander. Bolivien war eines der ärmsten Länder der Erde, als Morales an die Macht kam, und in dieser Position befindet es sich noch heute. Mag sein, daß unter seiner Regierung sich das Land prozentual etwas verbessert hat, wohl nicht zuletzt aufgrund des blühenden Koka-Anbaus und der von Morales per Dekret angeordneten Abholzung des Regenwaldes. Vom ganz unten am Boden aus kann es ja nur aufwärts gehen. Doch sind erfahrungsgemäß sämtliche Statistiken und Zahlen bezüglich des „Wohlstandes“ eines Landes völlige Makulatur, wenn die Quelle sozialistisch ist, egal ob aus Bolivien, Nicaragua, Kuba, Venezuela oder der früheren Ostzone. Nach denen gibt es nämlich immer nur sensationelle Erfolge des Sozialismus. Und die werden von linken Organisationen und Individuen in Europa und Nordamerika mit missionarischem Eifer weiter verkündet. So halten selbst einige „Ärzte ohne Grenzen“ noch immer das kubanische Gesundheitssystem für eines der besten der Welt. Wohl gemerkt, ÄRZTE! Da fragt man sich, sind die aufgrund ideologischer Besessenheit wirklich ohne Grenzen blind und blöd, oder einfach nur grenzenlos verlogen…?

    Wie auch immer, Morales ist fort, seine Partei nicht mehr an der Macht. Ich hoffe, es bleibt dabei und wünsche allen Demokraten Boliviens von ganzem Herzen eine bessere, glücklichere Zukunft. Schade nur, daß das noch immer nicht auch im von Kuba und Russland besetzen Venezuela möglich ist!

    • 3.1
      noesfacil

      „Evo Morales als einer der besten Präsidenten, die in Lateinamerika je regiert haben“.
      Da gehen die Meinungen ganz offenkundig auseinander! Ich habe nur und zitieren nur quasi den Einsteiger des LP- Artikels.
      Unstreitig hat Morales in Bolivien ganz sicher für die Ärmsten der Armen viel an sozialen Verbesserungen erreicht, von mir aus auch mit Koka- Anbau. Solange wie das Zeugin Form von Pulver und Crack konsumieren, wie die Irren und die bei uns (ich meinen damit den reichen Westen insgesamt) ansässigen Groß,- Klein- und Zwischenhändler von den jeweilig Machthabenden weidlich protegiert werden, ändert sich N I C H T S;- das wissen Sie auch. Solange wir den Bauern nicht adäquate und faire, anderweitige Einkommesmöglichkeiten und faire, soziale Lebensumstände verschaffen, ändert sich auch N I C H T S;- auch das wissen Sie!
      Die staatlich organisierten Brandrodungen sind natürlich nicht nur eine schwere Dummheit, sondern zugleich, die Umwelt betreffend, auch eine Erzschweinerei gewesen, Ihnen Frage!
      Das Kubanische Gesundheitssystem ist natürlich keineswegs „das beste der Welt“ so einen Blödsinn verbreitet wer? Glaube ich nicht!
      Waren Sie schon mal auf Cuba?
      Kennen Sie Cuba von Innen?
      Einzig richtig und zutreffend mag sein -aber auch heute nicht mehr voll zutreffend- die kostenlose Gesundheitsversorgung auf Cuba ist für ein 3. Welt Land, unter schwersten Embargo- Bedingungen, in Relation zu anderen 3. Welt Ländern, ohne schwerste Embargo- Bedingungen, geradezu mustergültig, wenn auch ziemlich prekär.
      Ich habe kubanische Kliniken für Ausländer, für die Nomenklatura und für das „normale Volk“ , sowie die in jedem Landkaff vorhandenen Consultorios von Innen gesehen, ich weis wovon ich spreche und habe vor der tagtäglichen, unsäglich mühseligen Arbeit der dort hart arbeitenden Ärzte, Schwestern, Pfleger, etc. unter den dort herrschenden Bedingungen allergrößten Respekt gewinnen könne.
      Ein z.B. vormals stinkreiches Land wie Venezuela hätte sich davon eine große Scheibe abschneiden können.
      Das ganze hat rein gar nichts, jedenfalls nicht mich betr. mit ideologischer Besessenheit, Blindheit, Blödheit und/oder Verlogenheit zu tun, sondern mit schlicht und ergreifend ideologiefreiem Anerkennen bestimmter tatsächlicher Umstände.
      Ausdrücklich betone ich,…. ich bin mit Sicherheit kein leuchtendes Beispiel, ich übe auch noch.
      Aber von Ideologiefreiheit sind Sie ganz sicher noch ganz besonders weit entfernt, das merkt man immer wieder.
      Ihren guten Wünschen für Bolivien habe ich mich bereits angeschlossen und erweitere diese auf die gesamte Region, insbes. mein Venezuela.
      Felíz navidad!
      noesfacil

      • 3.1.1
        noesfacil

        Sorry für die üblen Tippfehler, die verd. automat. Rechtschreibkorrektur auf diesem MacBook macht was sie will, aber nicht was ich will/tippe. Ich sollte aufmerksamer Korrektur lesen.
        noesfacil

      • 3.1.2
        Peter Hager

        >>>Solange wir den Bauern nicht adäquate und faire, anderweitige Einkommesmöglichkeiten und faire, soziale Lebensumstände verschaffen, ändert sich auch N I C H T S; <<<
        Wer soll das tun? WIR? WIR verschaffen sie ihnen? Wie wollen Sie das denn anstellen? Was andere Länder, egal ob in der Ersten, Zweiten oder Dritten Welt, ganz gewiß weder wollen noch akzeptieren werden, sind unsere Ratschläge oder gar Anweisungen. Unser Geld und Lebensqualität schon eher. Sie wissen so gut wie ich, daß militärisch bewaffnete Gruppen die Bauern zum Drogenanbau zwingen, in dem sie ggf. gesamte Familien abschlachten, falls der Campesino nicht mitspielt. Ob das nun die FARC macht, oder unabhängige Gangster oder solche, die der Regierung nahe stehen, ändert am Ergebnis nichts. In Bolivien kommt noch erschwerend hinzu, das Anbau und Konsum der Koka als "Tradition" gilt und damit entschuldigt werden soll. Bolivien hat auch einen Bauernverband, wie wir. Nur hat der zu den Krawallen vor ein paar Wochen aufgerufen, weil man den Anbau der geliebten Koka in Gefahr sah und aus noch ein paar Gründen, die hinlänglich bekannt sind. Unser Bauernverband ist natürlich viel besser. Der wird von Cargill und ADM dominiert, und die lassen in Bolivien, Brasilien und anderswo die Regenwälder abbrennen. Nicht direkt, nicht offiziell, versteht sich! Die bolivianischen und die deutschen Campesinos haben also beide ganz tolle Interessenvertreter! Aber wir haben ja noch unsere Öffentlich Rechtlichen Medien! Die vermiesen einem die sauer verdiente Freizeit mit ewigem sozialen Gejammere! Aber schau mal einer auf deren eigene sozialen und finanziellen Verhältnisse! Laden sich gegenseitig zu Talk-Shows und Blödelsendungen ein, gegen fürstliche Gagen welche die GEZ zwangsweise eintreibt.

        "Anderweitige Einkommesmöglichkeiten und faire, soziale Lebensumstände", das wollen Menschen auf der ganzen Welt. Die meisten versuchen sich davon zu nehmen, so viel sie können. Ist bis zu einem gewissen Grad auch ihr gutes Recht, selbst wenn das Gesetz nicht immer auf ihrer Seite steht. Der eine ist erfolgreicher, andere bleiben auf der Strecke. Denn unter anderem unterscheidet uns von den Bananenrepubliken weniger das Ausmaß der Korruption, sondern daß sie hier besser verdunkelt wird. Polizisten kann man hier nicht für 20€ kaufen, mancher Polizeipräsident oder Baudezernent nimmt aber gerne einen Koffer voll. In Spanien z.B. kommt die Korruption mit der Muttermilch ins Kind. Jeder, und damit meine ich JEDER, der dort eine Immobilie kauft, betrügt den Staat um Grunderwerssteuer, und jeder beteiligte Notar begeht Beihilfe, weil die "Escritura" (Kaufvertrag) ausnahmslos immer nur einen bescheidenen Anteil des Kaufpreises ausweist und der Löwenanteil in Bar den Besitzer wechselt. Der Notar zieht sich hierfür ungefragt kurz zurück. Wer das nicht weiß, dem wird es gesagt. Das war schon immer so, das muß so sein! – So werden auch unbewohnbare, niedrige Dachstockwerke generell als volle Wohnfläche dem Käufer oder Mieter berechnent. Ein Hinweis auf das nationale und europäische Gesetz provoziert einen gequälten Blick zum Himmel. Der Markt sei so, kriegt man gesagt. "Und du wirst den nicht ändern", denkt man dazu. Zu welchem Zweck haben die überhaupt Gesetze, wenn man Kindern und Fremden sofort beibringt, daß die völlig bedeutungslos sind?

        "Anderweitige Einkommesmöglichkeiten und faire, soziale Lebensumstände" fallen nicht vom Himmel. Sie müssen erkämpft werden. Und da wird es immer nur bei einer Annäherung bleiben. All zu oft sind Organisationen, die sich dieses Ziel auf die Fahne geschrieben haben, selber räuberische Verbrecher, die sich aus den Sahnetöpfen der Gesellschaft schamlos bedienen. Dazu gehören nicht zuletzt auch Gewerkschaften und Kirchen. Von wem also wollen sie "Anderweitige Einkommesmöglichkeiten und faire, soziale Lebensumstände" einfordern? – Der Mensch ist, wie jedes andere Lebeswesen, zum Kampf ums Überleben verdammt. Er organisiert sich in Gruppen, um erfolgreicher zu sein, und wählt sich Interessenvertreter, Häuptlinge, Berater. Doch auch die unterliegen dem Raubtierinstinkt. Der eine mehr, der andere weniger. – Verstehen Sie mich nicht falsch, sich für eine bessere und gerechtere Welt einzusetzen halte auch ich für gut und notwendig. Aber dabei hat man es mit den Menschen zu tun, die heute leben. Bessere, in deren Sinne, wollten schon die Kommunisten und auch Adolf.

        Ach so, ich wollte eigentlich nur sagen, das MacBook kann da nichts zu den Textfehlern. Direkt ins Kommentarfeld der Website zu schreiben, ist eine Qual, verändert nämlich ständig den Text. Besser erst in TextEdit schreiben und danach ins Kommentarfeld kopieren. Aber selbst dann hakt's manchmal…

      • 3.1.3
        noesfacil

        Habe Ihren ausführlichen Kommentar aufmerksam gelesen und kann diesem in weiten Teilen nur zustimmen (l e i d e r) weil dieser ideologiefrei, wie von Ihnen beschrieben, sich mit den sehr hässlichen, aber faktischen Tatsachen befasst.
        Ich sage leider, nicht weil mir nicht passt, was Sie schreiben, sondern weil es eben l e i d e r sehr weitgehend z u t r e f f e n d e Fakten sind.
        Ein Anfang wäre gemacht, wenn es gelänge den campesinos einen fairen Preis für deren Agrarprodukte zu zahlen und verhindern, das die von Ihnen beschriebenen mafia- ähnlichen Heuschreckenkonzerne, die Preise für Lebensmittel bestimmen.
        Ein weiterer Anfang wäre damit gemacht wenn sich die „westliche Welt“ dazu entschließen könnte, mit Lebensmitteln keine Spekulationsgeschäfte mehr zuzulassen;- Warentermingeschäfte an den Börsen mit Lebensmitteln sind die Perversion in Reinkultur.
        Ein weiterer Anfang wäre damit gemacht, entweder den Drogenkonsum, wie dieser ja völlig legal mit Alkohol und Tabak stattfindet entweder völlig zu legalisieren oder eben den zig hochoffiziellen Helfershelfern, gründlich die Grundlage zu entziehen.
        Das fängt z.B. mit echter Verhinderung der elenden Geldwäsche an. Aber es ist ja viel „hübscher“ z.B. an der Geldwäsche, über sog. Immobilienkäufe, die Grunderwerbsteuer zu kassieren, als dieser verdammten Brut aus Immobilienheuschrecken, Geldwäschern, Notaren und sog. Finanzdienstleistern endlich das schmutzige Handwerk zu legen.
        Korruptionsbekämpfung in der 3. Welt ist ein Thema und verhindern dass diese Figuren ihr ergaunertes Geld hier in Europa, an den einschlägigen Finanzplätzen, Schweiz, Luxembourg, Lichtenstein, etc. rein waschen.
        Natürlich können werden und sollen wir den Ländern in der 3.Welt keine Vorschriften machen, aber ein klare und eindeutige Kante zeigen, auch keine Waffengeschäfte mit diesen Zeitgenossen, etc, etc, etc.
        Es gibt viele Ansatzpunkte um der Pest des 21. Jahrhunderts, ideologiefrei, ein wenig den „Garaus“ zu machen. Natürlich lässt sich diese Pest nicht vollständig beseitigen, da haben Sie völlig recht, einige deutliche Zeichen setzen könnte man aber schon, wenn man wollte, nicht wahr?
        Das bedeutet aber für uns alle in den reichen westlichen Nationen, Verzicht,…. ich schrieb es hier schon in einem anderen Kommentar, Verzicht üben und Verzicht tatsächlich leben ist für die verwöhnte westliche „ich will alles und von allem und zu jeder Zeit, für ganz billig“ ein ganz schweres Geschäft. Auch ich möchte nicht Verzichten und muss noch üben.
        Danke f. den Hinweis mit dem TextEdit, bin ich nicht gewohnt.
        noesfacil

      • 3.1.4
        Peter Hager

        „Das Kubanische Gesundheitssystem ist natürlich keineswegs „das beste der Welt“ so einen Blödsinn verbreitet wer? Glaube ich nicht!“ Können Sie ruhig glauben! Ich habe es schriftlich von einem deutschen Arzt, der den „Ärzten ohne Grenzen“ angehört und mehrfach in Kuba „zu Gast“ war, unterzeichnet mit „sozialistischem Gruß“. Die Quelle werde ich aber nicht öffentlich preisgeben. Da bitte ich um Verständnis. – Ansonsten ist kürzlich auf Latina-Press ein ganz ausgezeichneter Artikel zum Thema erschienen, der sich mit meinen Erfahrungen absolut deckt:
        https://latina-press.com/news/268709-gesundheitssystem-macht-die-kubaner-krank-anstatt-gesund/

        „Aber von Ideologiefreiheit sind Sie ganz sicher noch ganz besonders weit entfernt, das merkt man immer wieder.“ Da liegen Sie nun wirklich völlig daneben! Ich lehne schon immer jedwede Ideologie entschieden ab und setze auf möglichst ausgeprägten Pluralismus, als Regulativ für menschliches Fehlverhalten, Machtmissbrauch und asozialer Ausbeutung der Gesellschaft. Den findet man halt ausschliesslich im kapitalistischen Demokratien. Dieses Regulativ wirkt leider nicht besonders gut, doch in anderen Staatsformen existiert es gar nicht.

        „Ein Anfang wäre gemacht, wenn es gelänge den campesinos einen fairen Preis für deren Agrarprodukte zu zahlen und verhindern, das die von Ihnen beschriebenen mafia- ähnlichen Heuschreckenkonzerne, die Preise für Lebensmittel bestimmen.“ Nun, es gibt ja immer mehr Unternehmen die das tun. Doch von oben herab anordnen läßt sich das nicht so einfach, ohne in Wirtschaftsformen abzurutschen, die anderswo längst gescheitert sind. Doch wird auch bei uns an Richtlinien gearbeitet, die immer mehr Härte aus dem Geschäft nehmen. Nur da, wo die Agrarriesen direkt im Spiel sind, die Saatgut und Dünger ganzer Ernten vorfinanzieren, gegen sofortigen Ankauf der Ernte zum Dumpingpreis, versteht sich, kommt kein Politiker gegen an.

        „Ein weiterer Anfang wäre damit gemacht wenn sich die „westliche Welt“ dazu entschließen könnte, mit Lebensmitteln keine Spekulationsgeschäfte mehr zuzulassen!“ Ja, da bin ich voll bei Ihnen! Doch ist dies extrem schwierig durchzuführen und müßte global erfolgen.

        „Warentermingeschäfte an den Börsen mit Lebensmitteln sind die Perversion in Reinkultur.“ Warentermingeschäfte sind unverzichtbare Instrumente für Anbieter und Verkäufer dieser Waren. Die einen können nur so vorausschauend ihre Versorgung sichern, die andern ihren Absatz. Beide reduzieren so ihre Geschäftsrisiken gewaltig. Was Sie ansprechen ist die oben erwähnte Spekulation mithilfe dieser Instrumente. Deren Sinn ist, daß bei Ablauf eines jeden Kontraktes Ware geliefert wird und den Besitzer wechselt, nicht nur den Eigentümer. Das Letzte, was ein Spekulant will, sind 12.500 Tonnen Weizen, Zucker, Mais oder Schweinebäuche auf seinem Hof. Er macht rechtzeitig ein Gegengeschäft in gleichem Umfang, aber zu einem besseren Preis, falls er sich nicht verspekuliert. Es handelt sich somit um Leergeschäfte. Die sind, da gebe ich Ihnen Recht, die Perversion in Reinkultur. – Auch ich meine, es sollte Mittel und Wege geben, Leute und Firmen von Warentermingeschäften auszuschliessen, die nicht nachweisen können, daß sie die Waren entweder physisch besitzen oder in Produktion haben, bzw. willens und fähig sind, sie abzunehmen.

        Drogen zu legalisieren wäre in vielerlei Hinsicht eine gute Maßnahme. Doch würde dies nicht das organisierte Verbrechen vernichten. Die leben und „arbeiten“ in jedem Fall weiter, wenn nicht mit Drogen, dann mit Expressentführungen, Erpressung, Infiltration in Firmen, Gewerkschaften, politische Parteien… Da stellt sich die Frage, was richtet in der Gesellschaft den wenigsten Schaden an? Welche Knochen sollte man ihnen zum Fraß vorwerfen, damit das Groß der Herde möglichst ungeschoren bleibt? Da sind vielleicht die Drogen nicht die schlechteste Lösung, dezimieren sie doch die mental Schwachen und damit weniger Überlebensfähigen (frei nach Darwin). Das mag zynisch klingen, ist aber ganz emotionslos und sachlich gemeint.

        Also, wenn Sie die Geldwäsche abschaffen, dann kracht das weltweite Finanzsystem komplett zusammen, Banken, Sparkassen, Versicherungen… Viele davon träfe das vielleicht zurecht, doch am Ende träfe es vor allem uns Normalbürger am härtesten. Geldwäsche bekämpfen, eindämmen, JA! Doch abschaffen ist illusorisch.

        Sprechen Sie mal mit Einsatzpolizisten einer deutschen Großstadt über das Thema. Keiner von denen könnte auf Dauer seinen Job machen, wenn er das Ziel hätte, das Böse auszumerzen und abzuschaffen. Es muß im Zaum gehalten werden. Das kostet Zeit, Geld, Gesundheit oder Leben, und es ist eine Sisyphus Aufgabe. Immer wieder gibt es Rückschläge. Damit müssen wir alle leben. Nur in einer pluralistischen Demokratie mit möglichst freier Marktwirtschaft existieren solche regulativen Institutionen und Prozesse überhaupt. In allen anderen begeht der Staat die genannten Schweinereien und Verbrechen, reißt alles an sich und sorgt dafür, daß das Volk nichts hat und keinen Widerspruch wagt. Meine „Ideologie“, wenn Sie mich denn unbedingt in eine Schublade stecken wollen, ist der Pluralismus. Sollten einmal andere Gesellschaftsformen entstehen, als die kapitalistische Demokratie, in denen breiter Pluralismus gedeiht und aus ihm Regeln und Gesetze erwachsen, schau ich sie mir mit großem Interesse an.

      • 3.1.5
        noesfacil

        Eigentlich war schon alles gesagt, bzw. beschrieben.
        Und die „Nummer“ mit der Ideologiefreiheit und dem Pluralismus kann ich Ihnen sehr schlecht abnehmen, da Sie fast mit nahezu jedem Beitrag hier eben genau das Gegenteil beweisen.
        Auch Ihr „schöner Vortrag“ zum [nur in einer pluralistischen Demokratie mit möglichst freier Marktwirtschaft existieren solche regulativen Institutionen und Prozesse überhaupt. In allen anderen begeht der Staat die genannten Schweinereien und Verbrechen, reißt alles an sich und sorgt dafür, daß das Volk nichts hat und keinen Widerspruch wagt] kann nicht greifen, da auch leider sehr weitgehend in den sogenannten pluralistischen Demokratien, die staatliche Manipulation massiv um sich greift, siehe z.B. hier in der BRD.
        Die Behauptung Cuba hätte das beste Gesundheitswesen der Welt ist und bleibt schwachsinnig und an den Haaren herbeigezogen, gleich wer derartige Behauptungen auch aufstellt. Wie von mir das sog. „beste Gesundheitswesen“ auf Cuba und in welchem realistischen Zusammenhang zu sehen, habe ich bereits dargestellt;- sozialistische Grüße benötige ich dazu auch nicht.
        Auch Ihr Vortrag über die kapitalistische, breite pluralistische Demokratie führt sich tagtäglich selbst ad absurdum. Da halte ich es mit dem Zitat: „im Kapitalismus wirst Du durch die Konzerne manipuliert, im Sozialismus manipuliert Dich der Staat“. Und ergänzend füge ich hinzu, hinter den Konzernen steckt der Staatsapparat und deren Strippenzieher und hinter „dem Staat“ stecken wiederum die Konzerne und deren Strippenzieher.
        Erstrebenswert find ich weder das Eine noch das Andere, allerdings stimme ich Ihnen umfänglich zu, dass mir einen andere (bessere) Gesellschaftsform auch nicht einfällt.
        noesfacil

      • 3.1.6
        Peter Hager

        Ich geb’s auf… Schöne Weihnachten!

      • 3.1.7
        noesfacil

        Wünsche ich Ihnen auch!
        Feliz navidad, feliz y prospero año 2020.
        noesfacil

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