Gravierende Menschenrechtsverletzungen in Chile

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Bei den Unruhen in Chile ist es zu zahlreichen, teilweise massiven Übergriffen und gravierenden Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Folter gekommen (Foto: Twitter)
Datum: 18. Dezember 2019
Uhrzeit: 13:55 Uhr
Leserecho: 2 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die vom Büro der Hohen Kommissarin für Menschenrechte der Vereinten Nationen (OHCHR), Michelle Bachelet, nach Chile entsandte Mission zur Untersuchung der Vorwürfe gegen Sicherheitskräfte bei den jüngsten Unruhen hat am 13.12. ihren Bericht vorgelegt. Die VN-Experten bestätigen, was Augenzeugenberichte, Bilder und Videoaufnahmen schon seit Wochen der Weltöffentlichkeit vor Augen führen: Bei den Unruhen in Chile ist es zu zahlreichen, teilweise massiven Übergriffen und gravierenden Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Folter gekommen. Dabei gab es Tote und Verletzte, von denen viele bleibende lebensverändernde Schäden wie halbseitige Erblindungen davontragen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Bärbel Kofler, sagte heute (18.12.) zum Bericht des Büros der Hohen Kommissarin für Menschenrechte Michelle Bachelet über die zahlreichen schweren Menschenrechtsverletzungen bei Unruhen in Chile:

„Der nun vorgelegte Bericht des VN-Hochkommissariats bestätigt, dass Gewalt durch Polizei und Militär oft völlig unverhältnismäßig und ohne jeden gegebenen Anlass gegen friedliche Demonstranten eingesetzt wurde. Misshandlungen in der Haft, Scheinhinrichtungen und sexuelle Gewalt, die sich insbesondere gegen Frauen, Mädchen und LGBTI richteten, verurteile ich in aller Deutlichkeit.

Ich fordere die Verantwortlichen dazu auf, alle begangenen Menschenrechtsverletzungen und Straftaten mit Nachdruck zu verfolgen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Entschlossenheit bei der Aufklärung, aber auch konkrete Schritte zur Vermeidung einer erneuten Eskalation der Gewalt sind auf Seiten des chilenischen Staates jetzt dringend gefordert. Mit der gegenüber der VN-Mission gezeigten Transparenz und Kooperation wurden erste wichtige Schritte eingeleitet. Ich appelliere an die chilenische Regierung, den Reformempfehlungen des Hochkommissariats nachzukommen. Auch Deutschland bietet Chile seine Unterstützung an, wenn und wo das gewünscht ist.

Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung der Hohen Kommissarin für Menschenrechte, die Akteure aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Regierungsvertretern und privatem Sektor an einen Tisch zu bringen, um den strukturellen Ursachen der Proteste auf den Grund zu gehen. Ich rufe die chilenische Regierung dazu auf, in die Ausarbeitung der neuen Verfassung alle Sektoren der Gesellschaft einschließlich der indigenen Völker Chiles einzubeziehen“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Mike Most

    Solch einen Blödsinn habe ich lange nicht gelesen. Warum prüft eine seriöse „Zeitung“ solche Aussagen einer linken Expräsidentin nicht nach.
    Diejenigen, die ganz offensichtlich gegen Menschenrechte verstoßen haben, sind diverse Linksterroristen die friedliche Demonstrationen nutzten um zu eskalieren und Polizisten anzugreifen.
    Es war im nachhinein herausgekommen dass diese Typen sogar Geld aus Venezuela , Kuba etc bekamen um zu randalieren.
    Auch sind die Toten nicht durch Polizeigewalt entstanden, sondern diese Toten waren Plünderer die aus den selbst gelegten Bränden in Baumärkten etc. nicht mehr herauskamen.
    Also was soll diese Hetze. Es scheint so zu sein dass alles was nicht links ist, mit unlauteren Mitteln bekämpft wird.
    Bachelet ist offensichtlich beleidigt über ihren Wahlmisserfolg …. wir in Chile sind froh dass sie weg ist.

    • 1.1
      Peter Hager

      Bravo! Ihr Kommentar deckt sich zu 100% mit den Informationen, die meine Frau und ich von Kontakten nach Chile erhalten haben. Bliebe noch hinzu zu fügen, daß hinter dem Aufruhr in Chile, genau wie in anderen lateinamerikanischen Ländern, der Kreml steckt. Sie haben Tausende von Söldnern eingeschleust, die in ziviler Kleidung agieren.

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