Massaker an Indigenen in Nicaragua

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Ohne Rücksicht auf Verluste: Holzmafia plündert den Regenwald (Foto: Greenpeace/Marizilda Cruppe)
Datum: 31. Januar 2020
Uhrzeit: 15:31 Uhr
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Autor: Redaktion
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Bewaffnete Männer haben eine indigene Gemeinschaft im zentralamerikanischen Land Nicaragua angegriffen und mindestens sechs Menschen getötet und weitere zehn entführt. Nach Angaben verschiedener Nichtregierungsorganisationen fand das Massaker auf die Mayagna-Gruppe in einem Naturschutzgebiet im Norden des Landes statt. Die Mayangna sind ein Volk, das an den östlichen Küsten Nicaraguas und Honduras lebt. Ihre Kultur ist näher an der der indigenen Völker Costa Ricas, Panamas und Kolumbiens als an der mesoamerikanischen Kultur im Norden.

Das Bosawás-Biosphärenreservat steht seit Jahren im Mittelpunkt von Landstreitigkeiten zwischen indigenen Gruppen und neuen Siedlern. Ein Mayagna-Führer beschuldigte im vergangenen Jahr das Ortega-Regime, nichts zu tun, während seine Gemeinschaft nach und nach „ausgerottet“ wird. Nicaraguas Nebelwald steht seit langem „unter Belagerung“ durch illegale Holzfäller, die ohne Rücksicht auf Verluste wertvolle Edelhölzer fällen.

In den letzten Jahren sind die Spannungen zwischen den indigenen Gemeinschaften Nicaraguas und den „Neuankömmlingen“, die auf der Suche nach fruchtbarem Land, Holz und Gold in die Region ziehen, gestiegen. Es gibt Berichte über bewaffnete Gruppen, die indigenes Land beschlagnahmen und die Bewohner abschlachten. Gustavo Lino, der ranghöchste Mayagna-Führer, sagte im vergangenen Jahr: „Sie vernichten uns nach und nach – und der Staat tut nichts.“ Die 30.000 Mayagna machen etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung Nicaraguas aus.

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