„Firefly-Tourismus“: Glühwürmchen sind vom Aussterben bedroht

gluehwurm

Die winzige Stadt Nanacamilpa in Mexiko wurde im vergangenen Jahrzehnt zu einem gefeierten Glühwürmchen-Hotspot (Foto: GobiernodeMexico)
Datum: 07. Februar 2020
Uhrzeit: 17:38 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Mexiko)

Der sogenannte Glühwürmchen-Tourismus nimmt weltweit zu und Wissenschaftler warnen davor, dass er zum Aussterben des Insekts beitragen könnte. Die Leuchtkäfer sind in der Lage, Lichtsignale zur Kommunikation auszusenden. In den meisten Fällen werden die Leuchtsignale ausgesendet, damit männliche und weibliche Tiere zur Paarung zueinanderfinden. Die Signale der vereinzelt als die ewig lebenden Seelen von Verstorbenen angesehen Tiere selbst sind ganz unterschiedlich. Lebensraumverlust und Lichtverschmutzung durch Verstädterung und Industrialisierung sind die größten Bedrohungen für die Glühwürmchenpopulationen, so eine in dieser Woche veröffentlichte Studie. Doch der Glühwürmchen-Tourismus, der Tausende von Besuchern in Ländern wie Mexiko, den USA, den Philippinen und Thailand anzieht, gibt den Naturschützern zunehmend Anlass zur Sorge.

„In die Nacht hinauszugehen und die Glühwürmchen in ihrem natürlichen Lebensraum zu genießen, ist eine ehrfurchtgebietende Erfahrung“, so Professorin Sara Lewis von der Tufts-Universität, die die Forschung leitete, gegenüber der „BBC“. „Aber Touristen töten oft versehentlich Glühwürmchen, indem sie auf sie treten, oder ihren Lebensraum durch Lichtstrahlen und Bodenerosion zerstören. In Ländern wie Japan, Belgien und Indien werden Glühwürmchen-Festivals organisiert und die sozialen Medien verstärken diesen Tourismus, fügt Lewis hinzu.

Die winzige Stadt Nanacamilpa in Mexiko wurde im vergangenen Jahrzehnt zu einem gefeierten Glühwürmchen-Hotspot. Einige Besucher stellen ihre funkelnden Fotos auf Instagram ein und missachteten das Fotografier-Verbot. „Die mexikanischen Glühwürmchen sind besonders anfällig“, erklärt Lewis. Nach ihren Worten sind weibliche Insekten flügellos und können nicht fliegen. Deshalb leben sie auf dem Boden, wo die Besucher auf ihnen herumtrampeln, sie töten und die nächste Generation zerstören. Die Glühwürmchen-Saison in Mexiko dauert nur drei Monate, was bedeutet, dass die konzentrierten Besuche das Ökosystem zusätzlich unter Druck setzen. Zudem gibt es eindeutige Forschungsergebnisse, dass sogar nur Kamerablitze die Glühwürmchen stören und ihren Fortpflanzungserfolg beeinträchtigen – zusätzlich zu den von den Touristen benutzten Taschenlampen.

Lewis betonte, dass der Glühwürmchen-Tourismus oft entscheidend für die lokale Wirtschaft ist und nicht verboten werden sollte. Stattdessen sollten Reiseveranstalter und Touristen umweltfreundliche Praktiken entwickeln.

Geschätzte jährliche Besucher der Glühwürmchen-Standorte

Malaysia: 80.000

Great Smoky Mountains, Tennessee: 30.000 in zwei-drei Wochen Sommersaison

Taiwan: 90.000

Mexiko: 200.000 im Jahr 2019, gegenüber 180.000 im Jahr 2018

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2020 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!