Verkäufe von Smartphones in Lateinamerika stagnieren

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Der Absatz von Smartphones in Lateinamerika stagniert mittlerweile (Foto: Rafael Neddermeyer/ Fotos Públicas)
Datum: 10. März 2020
Uhrzeit: 11:58 Uhr
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Autor: Redaktion
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In Lateinamerika ist das Wachstum im Smartphone-Markt zum Erliegen gekommen. Dies geht aus einem Bericht des chinesischen Beratungsunternehmens Counterpoint Research hervor. Demnach war bereits im Jahr 2018 auf dem Subkontinenten ein Rückgang von 1 Prozent zu verzeichnen, im vergangenen Jahr wurde trotz leichtem Wachstum im letzten Quartal insgesamt jedoch nur eine Stagnation registriert. Trotz dieses Szenarios konnten die drei größten Hersteller von Mobilgeräten der Region ihre jeweiligen Marktanteile erhöhen.

Damit konzentriert sich der Markt in Lateinamerika noch stärker auf die Marken Samsung, Motorola und Huawei. Zusammen halten die Unternehmen 66,5 Prozent des Gesamtmarktes der Region, was einer Steigerung von mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Apple, dessen iPhone XR 2019 das meistverkaufte Gerät der Welt war, belegt in Lateinamerika allerdings nur den fünften Platz. Weiterhin sehr gefragt ist auch aufgrund der ökonomischen Situation in Lateinamerika das iphone 7, welches es jedoch anders wie beispielsweise in Europa nur selten als geprüftes und aufbereitetes Gerät zu kaufen gibt.

Mittelklasse gefragt wie nie zuvor

Das am schnellsten wachsende Marktsegment im vergangenen Jahr waren Geräte der Mittelklasse. Grund dafür dürfte der Verkaufsstreit mit aggressiven Preisen der drei marktführenden Hersteller gewesen sein. Laut den jüngsten Datenerhebungen stieg der Durchschnittspreis der verkauften Geräte trotz geringerer Absatzmengen nicht an.

Sowohl die Geräte der Einstiegsklassen bis 75 US-Dollar als auch die Advanced-Produkte ab 500 US-Dollar verzeichneten eine Absatzschwäche. Vielmehr wurden immer häufiger Mittelklasse-Geräte zwischen 100 und 250 US-Dollar gekauft. Vor allem junge Leute bis 30 Jahren suchen Geräte mit besserer Ausstattung um die wachsenden digitalen Angebote wie Mobile Banking besser nutzen zu können.

„Die Samsung Galaxy A-Serie, die Moto E- und G-Linien von Motorola sowie die Y- und P-Serie von Huawei führten dieses Wachstum des mittleren Segments in der Region an “, so Tina Lu, Senior Analystin bei Counterpoint Research.

Das Unternehmen, das 2019 in Lateinamerika das Umsatzvolumen am stärksten verzeichnete, war Motorola, das seit 2018 vom brasilianischen Sergio Buniac geleitet wird. Der Anstieg betrug stolze 20 Prozent, wobei dies laut Counterpoint Research auf einen Umsatzanstieg in Mexiko, Kolumbien und Chile zurückgeht. Dennoch hat das südkoreanische Unternehmen Samsung das ganze Jahr über den Markt für Mobiltelefone in der Region angeführt und hält weiterhin mehr als das Doppelte des Marktanteils des Zweitplatzierten Motorola.

Der Bericht zeigt auch auf, dass der chinesische Konzern Huawei deutlich stärker versucht, tiefer in den brasilianischen Markt einzutreten, obwohl es bereits Produkte in das Land importiert und zwei Handelsmarkengeschäfte in São Paulo besitzt. Konkurrent LG hingegen folgt dem umgekehrten Weg und gehört weiterhin zu den fünf Herstellern, die Smartphones bislang nur in Brasilien und Argentinien verkaufen.

Samsung weiterhin Marktführer

Betrachtet man die Zahlen der letzten beiden Jahren, lag Samsung in Lateinamerika mit 36,6 Prozent in 2018 und 38,0 Prozent in 2019 unangefochten an der Spitze. Weit abgeschlagen landete auf Platz 2 Motorola mit 12,8 Prozent respektive 15,5 Prozent. Huawai konnte seinen Marktanteil von 11,6 Prozent auf 12,9 Prozent steigern, während LG auf Platz 4 von 6,3 Prozent auf 4,4 Prozent deutlich einbrach.

Apple liegt weiterhin auf Platz 5, hat jedoch ebenfalls Marktanteile eingebüsst und sank von 4,3 Prozent in 2018 auf 3,6 Prozent in 2019. Durch den Launch des neuen iPhone 11 erhoffen sich die Verantwortlichen jedoch für 2020 wieder Zugewinne, bereits im letzten Quartal 2019 konnten laut ersten Aussagen der Verantwortlichen ermutigende Zahlen registriert werden.

Alle anderen Hersteller verfügten 2018 über 28,3 Prozent des Marktes, im Vorjahr ist diese Zahl auf 25,5 Prozent gesunken. Als größter Gewinner unter den kleinen Anbietern ist dabei der chinesischer Hersteller Xiaomi zu nennen, der im 4. Quartal 2019 seinen Umsatz um 110 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern konnte. Mit 4,4 Prozent ist er für diesen Dreimonatszeitraum erstmalig in die Top 5 gerutscht.

Alternativen wie Back Market gewünscht

Fragt man die Verbraucher in Lateinamerika, so wünschen sich viele einen Zweitmarkt für aufbereitete Produkte. Vorbild könnte hierbei das 2014 in Frankreich gegründete Unternehmen Back Market sein, welches als erster Marktplatz aufbereitete Elektronikprodukte wie Smartphones oder Laptops anbietet.

Durch den Erwerb eines der professionell überprüften Produkte trägt der neue Besitzer zugleich dazu bei, die Umwelt zu schonen. So hat die Plattform nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung sowohl 1.700 Tonnen Elektronikschrott verhindert als auch den Abbau von 72 Megatonnen Rohmaterialien überflüssig gemacht. Zudem setzt sich das Unternehmen für Wiederaufforstung ein, 100.000 Bäume sollen schon gepflanzt worden sein.

Dabei gehen die Kunden beim Kauf eines hochwertigen Smartphones kein Risiko ein. Neben verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten wie Paypal oder Klarna gibt es 36 Monate Garantie, ein 14-tägiges Rückgaberecht und bis zu 70 Prozent Preisersparnis. Ein iphone 7 plus ist derzeit in Deutschland rund 43 Prozent günstiger und kostet statt 539 Euro nur 290 Euro.

In lateinamerikanischen Ländern sucht man leider ein solches Angebot noch vergeblich. Selbstverständlich gibt es auch dort Anzeigenportale für Privatverkäufe und Auktionsseiten, die Preise sind jedoch im Vergleich zu Neugeräten unverhältnismäßig hoch und nach dem Kauf stehen die Kunden stets alleine da. Professionell aufbereitete Geräte findet man dann nur beim lokalen Händler und dies auch nur in den großen Metropolen.

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