Auswirkungen der Pandemie werden für Kuba verheerend sein

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Laut Analysten entsprechen nur die für 2020 prognostizierten Rückgänge im Tourismus und bei den Überweisungen fünf Prozent des BIP von 2019 (Foto: Latinapress/Grafik: Minsap)
Datum: 04. Mai 2020
Uhrzeit: 14:55 Uhr
Ressorts: Kuba, Welt & Reisen
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Mit der Ankunft des Coronavirus ist Kuba in eine Phase großer Schwierigkeiten eingetreten, die sich auf die Tourismusindustrie, die Importe und den Lebensstandard der Familien auswirken. Experten sind sich einig und versuchen die Auswirkungen der Pandemie auf eine seit langem geschwächte Wirtschaft vorherzusagen. „Ein interner Faktor und drei externe Faktoren haben sich 2020 auf Kuba zu dem ‚perfekten Sturm‘ zusammengeschlossen“, schreibt der Ökonom Carmelo Mesa-Lago in der Zeitschrift „Conexistence“. „Der interne Faktor ist die Fortsetzung des zentralen Planungsmodells (…) Die drei externen Faktoren sind die Krise in Venezuela und die daraus resultierende Kürzung der vorteilhaften Wirtschaftsbeziehungen zu Kuba und die von US-Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen, die das bestehende US-Embargo verschärft haben“.

Laut Analysten entsprechen nur die für 2020 prognostizierten Rückgänge im Tourismus und bei den Überweisungen fünf Prozent des BIP von 2019. Wirtschaftswissenschaftler erinnern daran, dass zwischen 2011 und 2018 die Importe auf der Insel um achtzehn Prozent und die Exporte um sechzig Prozent zurückgingen. Es wird auch geschätzt, dass die Preise der wichtigsten exportierbaren kubanischen Güter Nickel, Zucker und Tabak aufgrund der Krise der Weltwirtschaft fallen. Unter Ausnutzung der Pandemie konnte die Diktatur zwar wieder medizinische Dienstleistungen in andere Märkte exportieren, dies deckt allerdings bei weitem nicht die Verluste von Märkten wie Brasilien, Ecuador und Bolivien.

Im Gegensatz zu anderen Ländern in der Region kann Kuba von internationalen Finanzorganisationen, zu denen es nicht gehört, wie der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds, kein Rettungspaket erwarten. Es gibt auch keine guten Nachrichten für die Tourismusbranche der Insel. Analysten sagen voraus, dass sich die Erholung nur langsam vollziehen wird, wenn keine sofortigen Maßnahmen ergriffen werden. Die Hauptmärkte der Insel waren bereits vor der Ankunft des Coronavirus rückläufig, aber die Auswirkungen der Pandemie werden verheerend sein.

Nach offiziellen Angaben sind mehr als achtzig Prozent der Hotels in Kuba geschlossen und Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt. Vor dem Ausbruch der Pandemie hatte die Tourismusbranche nach Angaben der Regierung Einnahmen von mehr als 2.184 Milliarden US-Dollar generiert. Bereits vor der Ankunft des Covid-19 war ein starker Rückgang der Besucherzahlen der fünf wichtigsten europäischen Märkte zu verzeichnen. Die Zahl der Besucher aus Deutschland, Italien, England, Spanien und Frankreich ging zwischen 2017 und 2019 um 29,20 Prozent zurück. Der kanadische Tourismus – seit Jahrzehnten der größte Emittent von Touristen nach Kuba – ging ebenfalls zurück und verzeichnete bereits 2016 einen ersten Rückgang von 6,93 Prozent. Anschließend ging er 2017 erneut um 5,93 Prozent zurück. 2018 setzte sich der Rückgang mit 2,16 Prozent fort und verzeichnete 2019 gegenüber dem Vorjahr ein leichtes Wachstum von 0,9 Prozent.

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  1. 1
    Peter Hager

    Was ist denn aus der großmäuligen Ankündigung geworden, daß die glorreichen Wissenschaftler und Ärzte Kubas und Nicaraguas in die Welt hinausziehen werden um diese vor dem Covid-19 zu retten…? Nicht mal ihr xxxxxx kommunistisches Inselreich haben sie im Griff, diese anmaßenden xxxxxxxxxxx.

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