Amazonas: Größte Entwaldung seit zehn Jahren

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Ohne Rücksicht auf Verluste: Holzmafia plündert den Regenwald (Foto: Greenpeace/Marizilda Cruppe
Datum: 19. Mai 2020
Uhrzeit: 21:27 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die im vergangenen Monat registrierte Entwaldung im brasilianischen Amazonasgebiet war die höchste die in den letzten zehn Jahren im Monat April verzeichnet wurde. Dies geht aus einem am Montag (18.) veröffentlichten Bericht des Instituts für Mensch und Umwelt des Amazonas (Imazon) hervor. Die Studie, die Daten aus dem „Sistema de Alerta de Desmatamento“ (SAD) verwendet, zeigt, dass im April 2020 rund 529 Quadratkilometer abgeholzt wurden. Dies ist ein Anstieg von 171 Prozent gegenüber April 2019, als die Rate bei 195 Quadratkilometern lag.

Im April dieses Jahres konzentrierte sich die Entwaldung auf die Bundesstaaten Pará (32%), Mato Grosso (26%), Rondônia (19%), Amazonas (18%), Roraima (4%) und Acre (1%). In Anbetracht des Zeitraums von Januar bis April wurden 1.073 Quadratkilometer abgeholzt, ein Anstieg von 133 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2019, als die Entwaldung insgesamt 460 Quadratkilometer betrug.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesfacil

    Und der unfassbare, kaum wieder gut zu machende Umweltfrevel der Holzmafia von Gnaden des Bolsonaro & Co geht ungebremst und ungehemmt weiter.
    Kaum einen scheint es zu kümmern, denn diesmal sind ja die vermeintlich „Richtigen“ am üblen Werke. Es sind ja die welche stramm Rechts das „Bollwerk“ gegen den angeblichen „Sozialismus“ darstellen, die können ja demnach nur durchweg gut sein, oder?
    Ich sehe da nicht den geringsten Unterschied zu den sog. Sozialisten- Polit- Gangstern, welche z.B. in Bolivien mit Brandrodungen den Wald angesteckt haben.
    Alles nur zu Gunsten des „heiligen Mammons“.
    Ein ruchloses Verbrechen an der Natur und der Menschheit, Ekelhaft!
    noesfacil

  2. 2
    Paul Landmesser

    Ein zweischneidiges Schwert! Als man Dilma aus dem Amt gedrängt hatte, stand Brasilien am wirtschaftlichen Abgrund. Die zwischenzeitliche, leichte wirtschaftliche Erholung wird nun durch die Corona-Krise in gefährlichem Umfang zunichte gemacht, und die Problematik dieser Situation Brasiliens kann man bei weitem nicht z. B. mit Deutschland vergleichen! Der Staat wendet richtigerweise zig Milliarden allein für die Unterstützung von zig Millionen Geringverdienern auf, indem er 3 Monate lang eine entsprechende, finanzielle Unterstützung leistet, von den sonstigen Kosten dieser Krise ganz zu schweigen. Die größte und selbst in Krisenzeiten funktionierende Einnahmequelle für den brasilianischen Staat ist die Agrarindustrie, und diese aktuell massiv zunehmende Abholzung des Regenwaldes ist der verzweifelte Versuch, diese Krise nicht zu einer Katastrophe werden zu lassen! Kann man damit den Raubbau am Regenwald entschuldigen? Ich weiß es nicht, aber auf jeden Fall sollten Europäer (Frankreich/Deutschland) mit ihrer teilweise arroganten Betrachtungsweise von oben herab vorsichtig sein!

    • 2.1
      Peter Hager

      „…diese aktuell massiv zunehmende Abholzung des Regenwaldes ist der verzweifelte Versuch, diese Krise nicht zu einer Katastrophe werden zu lassen!“
      Das sehe ich anders, da ich die Akteure, deren Denk- und Handlungsweisen aus eigenem Erleben recht gut kenne. Zum Wohl des brasilianischen Volkes tragen die ganz gewiss nicht bei. Die Gewinne bleiben überwiegend im AUsland. Man nutzt die Pandemie als Gelegentheit um Fakten zu schaffen, die praktisch irreversibel sind.

      „Kann man damit den Raubbau am Regenwald entschuldigen?“ Nein, mit absolut nichts! Die Amazonasregion gehört nicht den Brasilianern, wie dieser weltfremde Bolsonaro meint, sondern der Weltbevölkerung. Und damit meine ich nicht nur den Menschen, sonder vor allem auch der Pflanzen- und Tierwelt. Und…ich bin ganz bestimmt kein Grüner!

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