Coronavirus in Brasilien: Das „kriminelle“ Verhalten von Präsident Bolsonaro – Update

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Er hielt sogar an, um mit Straßenkehrern zu sprechen, die dort arbeiteten (Foto: Reprodução/Twitter)
Datum: 24. Juli 2020
Uhrzeit: 00:56 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro ist in den letzten Tagen drei Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden und befindet sich im „Palácio do Alvorada“ (offizielle Residenz der brasilianischen Präsidenten) in Isolation. Am Donnerstag (23.) verließ das Staatsoberhaupt der Republik die Isolation, um im Außenbereich des „Palácio do Alvorada“ ohne Maske Motorrad zu fahren. Er hielt sogar an, um mit Straßenkehrern zu sprechen, die dort arbeiteten. Laut dem letzten Test, der am Dienstag (21.) durchgeführt und gestern (22.) veröffentlicht wurde, ist Jair Bolsonaro immer noch Träger des COVID-19-Virus.

Das Gesundheitsministerium empfiehlt die Verwendung einer Maske für die gesamte Bevölkerung, insbesondere für Infizierte. Im Bundesdistrikt ist die Verwendung obligatorisch. Ein Verstoß gegen diese Regeln verstößt gegen Artikel 268 des Strafgesetzbuchs – um die Einschleppung oder Ausbreitung einer ansteckenden Krankheit zu verhindern. Der Präsident der Republik steht nicht über dem Gesetz. Er ist ein gewöhnlicher Bürger wie jeder andere und muss die von Bundes- und Landesbehörden festgelegten Regeln befolgen, um die Erhaltung des Lebens und die Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten. Bolsonaros Verhalten ist nicht nur verantwortungslos, sondern laut der lokalen Presse auch „kriminell“.

Die lokalen Gesundheitsministerien meldeten am Donnerstagabend (23.) Ortszeit 58.080 Neu-Infektionen innerhalb der letzten 24 Stunden (Gesamt: 2.289.951) und 1.317 Todesopfer (Gesamt: 84.207).

Update, 25. Juli

Präsident Jair Messias Bolsonaro ist nach eigenen Angaben negativ auf Coronavirus getestet worden. „RT-PCR für Sars-Cov 2: negativ. Guten Morgen allerseits“, so das Staatsoberhaupt in seinen sozialen Netzwerken mit einem Foto, auf dem er lächelnd und mit einer Schachtel Hydroxychloroquin in der Hand erscheint. In Bezug auf dieses umstrittene Malariamedikament, dessen Wirksamkeit gegen das Coronavirus von der Mehrheit der wissenschaftlichen Gemeinschaft in Frage gestellt wird, sagte Bolsonaro, dass er es seit der Diagnose von COVID-19 verwendet habe.

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  1. 1
    noesfacil

    Na, da ist er doch auch ganz bei seinem großen Vorbild im US-WH, also demnach in „allerbester Gesellschaft“. Und mit kriminellem Verhalten ohnehin ganz auf der „besten traditionellen Linie“ lateinamerikanischer Despoten.
    Demokratie auf Latino Art eben, gehört zur örtlichen „Volklore“
    noesfacil

  2. 2
    hombre

    Abwählen…Problem solved! Aber weil man das Grauen gewählt hat, wird man es nicht mehr los!

  3. 3
    noesfacil

    @hombre: Wir wissen ja und Sie werden es natürlich auch wissen, wie „hervorragend“ das mit dem Abwählen so in den lateinamerikanischen Staaten, welchen von einstmals „gewählten“ Despoten, welche alle nur denkbaren staatlichen Institutionen, wie ein Krebsgeschwür infiltriert haben, „regiert“ werden, so funktioniert.
    Problem ist noch lange nicht solved! (leider!!!)
    Man hat dort das Grauen gewählt, weil die unter den (korrupten) Lula und Roussef „geknebelte, völlig verarmte“ Brasilianische Oligarchie nun endlich wieder an die gefüllten Töpfe wollte. Und eine Mehrheit im Volk hat der damit verbundenen, offenbar gut organisierten Propaganda geglaubt.

    Es sind die zum Himmel schreienden sozialen Ungerechtigkeiten in Lateinamerika, gekoppelt mit unfassbarer Bereicherung und Korruption, welche immer wieder solche „Blüten“ treiben.
    Dies gilt es zu ändern, sonst wird es immer so weitergehen, mal Links, mal Rechts, aber immer das Grauen.
    noesfacil

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