Brasilien: „Donald Trump ist nicht die wichtigste Person der Welt“

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Bolsonaro, der Trump als eine Art politisches Modell betrachtet und offen seine Bewunderung für den derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten bekundet, hat ebenfalls seinen Wunsch nach dessen Wiederwahl zum Ausdruck gebracht und scharfe Kritik an dem Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, geübt (Foto: Archiv)
Datum: 07. November 2020
Uhrzeit: 12:56 Uhr
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Autor: Redaktion
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Vier Tage nach der US-Wahlnacht steht der endgültige Sieger noch immer nicht fest. Es wird weiter gezählt, jede Stimme zählt. Zugleich ist auch klar: Es gibt kaum mehr eine realistische Chance auf einen Sieg für Amtsinhaber Donald Trump. Während die Stimmenauszählung bei den US-Präsidentschaftswahlen weitergeht, teilte der brasilianische Präsident Jair Messias Bolsonaro mit, dass US-Präsident Donald Trump „nicht die wichtigste Person der Welt“ sei. Er bekräftigte jedoch erneut, dass er seine „Präferenzen“ im US-Wahlprozess hat.

„Ich bin nicht die wichtigste Person in Brasilien, so wie Trump nicht die wichtigste Person in der Welt ist. Die wichtigste Person ist Gott“, so Bolsonaro in der südlichen Stadt Florianópolis, wo er an der Abschlussfeier einer neuen Gruppe von Verkehrspolizisten teilnahm (Polícia Rodoviária Federal). „Ich persönlich habe meine Präferenzen. Demut muss unter uns allerdings vorhanden sein, denn die wichtigste Person ist Gott“, bekräftigte das Staatsoberhaupt der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Bolsonaro, der Trump als eine Art politisches Modell betrachtet und offen seine Bewunderung für den derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten bekundet, hat ebenfalls seinen Wunsch nach dessen Wiederwahl zum Ausdruck gebracht und scharfe Kritik an dem Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, geübt. Bis jetzt hat er es jedoch vermieden, sich direkt zum amerikanischen Wahlprozess zu äußern, zumal alle Prognosen darauf hindeuten, dass der demokratische Kandidat der nächste Bewohner des Weißen Hauses sein wird.

In den vergangenen Tagen hatte er allerdings mehrfach seine Vorliebe für Trump erklärt, aber klargestellt, dass „Brasilien Brasilien bleibt“ und seine Tradition der „Nichteinmischung“ in die internen Prozesse anderer Länder beibehalten wird. Dennoch beharrte er auf seiner Kritik an Biden, der Bolsonaros aggressive Politik für die Umwelt und insbesondere für das Amazonasgebiet in Frage gestellt hat. „Der Kandidat der Demokraten sprach zweimal vom Amazonas. Ist es das, was Sie für Brasilien wollen? Vergessen Sie es, niemand mischt sich in unsere Politik ein – weder Außen noch Innen“.

Bolsonaro bestand darauf, dass „keine der früheren Regierungen“ in Brasilien eine Beziehung von der „Qualität“ gehabt habe, die er mit Trump hat und versicherte, dass „es Menschen gibt, denen das unangenehm ist“. „Sie denken, ich sollte ein Feind der Vereinigten Staaten sein und Regime wie Kuba, Venezuela und andere Länder, die uns in Südamerika kein Vorbild sind, loben. Vergessen Sie es“, bekräftigte Bolsonaro.

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