Erster venezolanischer Bischof an Covid-19 gestorben

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Der Bischof von Trujillo im Westen Venezuelas und langjährige Projektpartner von „Kirche in Not“, Bischof Cástor Oswaldo Azuaje Pérez, ist am 8. Januar an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben (Foto: infocatolica)
Datum: 15. Januar 2021
Uhrzeit: 15:13 Uhr
Ressorts: Panorama, Venezuela
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der Bischof von Trujillo im Westen Venezuelas und langjährige Projektpartner von „Kirche in Not“, Bischof Cástor Oswaldo Azuaje Pérez, ist am 8. Januar an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er ist der erste Bischof des Landes, der der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist. Wie „Kirche in Not“ aus lokalen Quellen erfahren hat, sollen bereits sechs Bischöfe an Covid-19 erkrankt gewesen sein. Bischof Azuaje gehörte dem Karmelitenorden an und war ab 2007 zunächst Weihbischof in Maracaibo im Nordwesten Venezuelas. Seit 2012 leitete er das Bistum Trujillo. Er wurde 69 Jahre alt.

„Wir haben mit Bischof Oswaldo seit seiner Zeit als Weihbischof zusammengearbeitet. Diese Beziehung ist während seiner Arbeit als Bischof von Trujillo noch enger geworden“, erklärte die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ International, Regina Lynch. „Die Nachricht von seinem Tod ist sehr traurig, besonders in dieser Zeit, in der Venezuela seine Bischöfe so dringend braucht.“

Staatliche Corona-Zahlen in der Kritik

Venezolanische Kirchenvertreter bestätigten, dass neben Bischof Azuaje bereits mehr als acht Priester und mehrere Ordensschwestern an oder mit dem Coronavirus gestorben sind. Nach Regierungsangaben sind in Venezuela bislang 1084 Personen der Pandemie zum Opfer gefallen (Stand: 14. Januar). Diese Zahlen wurden jedoch von der Opposition mehrfach infrage gestellt. In seiner letzten Predigt am 4. Januar, kurz bevor er ins Krankenhaus eingeliefert wurde, sprach Bischof Azuaje von dem großen Schmerz, das er angesichts der desolaten wirtschaftlichen und politischen Situation sowie der Verelendung vieler Venezolaner empfand. „Möge kein Kind vor Hunger weinen, kein Kranker aus Mangel an Medikamenten leiden (…), möge keine unschuldige Person eingesperrt werden (…). Frieden und Gerechtigkeit für Venezuela“, fasste der Bischof seine Wünsche für das Land zusammen.

Bildung, Gesundheits- und Grundversorgung weiter verschlechtert

Die venezolanische Bischofskonferenz hat am 11. Januar eine Erklärung „angesichts der sehr schlimmen Situation des Landes“ veröffentlicht. Durch die Corona-Pandemie habe sich die „Turbulenz, Verwirrung und Unruhe“ weiter verschärft. „(Wir) erleben, dass so viele, die sich für unbesiegbar hielten, offensichtlich nicht in der Lage sind, gemeinsam zu handeln“, schreiben die Bischöfe. Lebensqualität, Bildung, Gesundheits- und Grundversorgung hätten sich noch mehr verschlechtert. Zudem prangern die Bischöfe die Auswirkungen der „unaufhaltsamen Inflation“ in Venezuela an. Sie stürze „die gesamte Bevölkerung in Armut“.

Angesichts der tiefen sozio-politischen Krise, in der die Pandemie nur eine von vielen Katastrophen ist, rufen die venezolanischen Bischöfe für den 2. Februar zu einem nationalen Gebetstag auf, „um unsere Konflikte friedlich zu lösen“.

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