Amazonas-Biom steuert auf Todesspirale zu

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Die Zerstörung in der Region, die sich über neun Länder erstreckt und den größten Regenwald der Welt beherbergt, ist Angaben der "Amazon Conservation" Organisation um einundzwanzig Prozent angestiegen (Foto: Latinapress)
Datum: 27. Januar 2021
Uhrzeit: 22:12 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Eine Fläche von der Größe Israels ist im letzten Jahr im Amazonas-Biom abgeholzt worden. Die Zerstörung in der Region, die sich über neun Länder erstreckt und den größten Regenwald der Welt beherbergt, ist Angaben der Organisation „Amazon Conservation“ um einundzwanzig Prozent angestiegen. „Bei dieser beschleunigten Rate wird der Amazonas-Regenwald in zehn bis zwanzig Jahren einen Kipppunkt erreichen, nach dem er in eine anhaltende Todesspirale eintreten wird. Das Biom wird austrocknen und sich in eine Savanne verwandeln“, glaubt Carlos Nobre, Erdsystemwissenschaftler an der Universität von Sao Paulo.

Laut einem Bericht von „Reuters“ sind etwa siebzehn bis achtzehn Prozent des Bioms bereits zerstört und wenn alle drei Jahre ein Prozent mehr gerodet wird, nähert sich der Kipppunkt der Zerstörung rasch. Demnach ist es zwingend notwendig, in weniger als fünf Jahren die Null-Abholzung im gesamten Amazonasgebiet zu erreichen. Der erste Blick von „Amazon Conservation“ auf die Abholzung im Gesamtjahr 2020 zeigt, dass etwa 21.000 Quadratkilometer Urwald abgeholzt oder niedergebrannt wurden, was ungefähr der Größe von New Jersey entspricht. Das Amazonas-Biom wird überwiegend von Regenwald dominiert, umfasst aber auch andere Ökosysteme, die eine ähnliche Anzahl von Pflanzen und Tieren aufweisen. Viele Teile des Amazonas erlebten im vergangenen Jahr trockeneres Wetter und waren daher anfälliger für Feuer.

Bolivien war für den größten Anstieg der Zerstörung im Vergleich zu 2019 verantwortlich, da enorme Brände durch die Chiquitano-Trockenwälder wüteten. Viele Bolivianer nutzen die Brandrodungstaktik, um Land für Rinder oder Soja zu roden und die Brände sind unter trockenen Bedingungen außer Kontrolle geraten und griffen auf den Wald über. Nach Bolivien verzeichneten auch Peru, Kolumbien und Ecuador Zuwächse bei der Entwaldung. Brasilien hatte die meisten Abholzungen, die einundsechzig Prozent der Hotspots im Amazonas insgesamt ausmachten. Die Waldzerstörung war 2020 allerdings ähnlich wie im Jahr 2019.

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